Wie lassen sich Entwicklung und Produktion anspruchsvoller Elektronik in Europa sichern? Dieser Frage widmet sich der Programmschwerpunkt Beyond Electronics beim Beyond-Economy-Festival am 28. Oktober 2026 in München. Im Fokus stehen kritische Rohstoffe, eine zukunftsfähige Fertigung und die Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette.
Am 28. Oktober 2026 findet das Beyond-Economy-Festival mit dem Schwerpunkt Beyond Electronics in München statt.
In der Woche darauf geht es vom 6. bis 8. Oktober nach Stuttgart, wo die EFX – Expo for Electronics Manufacturing ihre Premiere feiert. ELEKTRONIKPRAXIS begleitet auch diese Veranstaltung als Medienpartner und ist vor Ort vertreten. Am 28. Oktober folgt das Beyond-Economy-Festival mit dem Schwerpunkt Beyond Electronics, bevor die electronica vom 10. bis 13. November einen weiteren Höhepunkt des Elektronikherbstes bildet.
Beyond Electronics setzt in diesem dichten Veranstaltungskalender einen eigenen Akzent: Im Mittelpunkt steht nicht nur eine einzelne Technologie oder Fertigungsstufe, sondern das Zusammenspiel der gesamten europäischen Elektronikwertschöpfungskette.
Das Beyond-Economy-Festival bringt 2026 zum dritten Mal Vertreter aus Mittelstand und Industrie, Start-ups, Wissenschaft, Politik und verschiedenen Netzwerken im House of Communication in München zusammen. Die Veranstalter rechnen mit rund 1500 Teilnehmern – ELEKTRONIKPRAXIS ist als Medienpartner ebenfalls mit dabei.
Drei Handlungsfelder für die Elektronikindustrie
Mit Beyond Electronics bekommt die Elektronikindustrie innerhalb des Festivals einen eigenen Schwerpunkt. Das von Beyond Economy und dem Ökosystem Symtronics initiierte Format richtet den Blick ausdrücklich nicht nur auf einzelne Technologien oder Unternehmen. Zur Diskussion steht vielmehr, wie industrielle Strukturen beschaffen sein müssen, damit Europa ein verlässlicher Standort für die Entwicklung und Produktion von Elektronik bleiben kann.
Die Initiatoren haben dafür drei Handlungsfelder definiert. Unter „Circularity & Critical Resources“ geht es um den Umgang mit kritischen Rohstoffen, reparierbaren Produkten, Rücknahmemodellen, Recycling und mehr Transparenz über eingesetzte Materialien. „Factory of the Future“ umfasst unter anderem automatisierte Materialflüsse, robotergestützte Montage und KI-basierte Qualitätskontrolle. Das dritte Feld, „Ecosystem & Cooperation“, beschäftigt sich mit gemeinsamen Standards und Schnittstellen, Datenräumen, neuen Kompetenzen und der Zusammenarbeit über Unternehmensgrenzen hinweg.
Diese Breite ist bewusst gewählt. Denn aus Sicht der Initiatoren lässt sich die Widerstandsfähigkeit der europäischen Elektronikindustrie nicht allein über die Halbleiterfertigung verbessern. Zur Wertschöpfungskette gehören ebenso Leiterplatten, passive Bauelemente, Lötmaterialien, Fertigungsdienstleister und zahlreiche spezialisierte mittelständische Unternehmen.
Nicht größer, sondern konkreter
„Wir wollen das Festival nicht größer machen, sondern die Qualität noch einmal schärfen – und den Fokus stärker auf Beyond Electronics legen“, sagt Mitinitiator Merlin Reingruber im Gespräch mit ELEKTRONIKPRAXIS. Die Einladung richte sich dabei ausdrücklich über das eigene Netzwerk hinaus an Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Start-ups. Sie alle müssten die Möglichkeit bekommen, die weitere Entwicklung mitzugestalten.
Beyond Electronics ist deshalb nicht nur als Programmpunkt am Festivaltag angelegt. Die Veranstaltungsreihe umfasst eine digitale Session, die bereits im April stattfand, einen Salon am 29. Juli in München und schließlich das Festival im Oktober. Dort sollen zunächst Zusammenhänge und Abhängigkeiten innerhalb der Elektronikindustrie sichtbar gemacht werden. Darauf aufbauend sind eine Arbeitssession sowie die Vorstellung neuer Partnerschaften, Standards und Fertigungsansätze vorgesehen.
Weitere Angaben zum Programm und zu den Beteiligten wollen die Veranstalter schrittweise veröffentlichen. Informationen zum Festival und zur Anmeldung gibt es auf der Veranstaltungswebsite. (sb)
Stand: 08.12.2025
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