TSMC-Geheimnisse angeblich für China kopiert Erster China-Fall unter Taiwans Sicherheitsgesetz: Ex-TSMC-Manager angeklagt

Von Susanne Braun 1 min Lesedauer

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Taiwanische Staatsanwälte haben einen ehemaligen TSMC-Manager wegen des mutmaßlichen Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen angeklagt. Er soll 21 vertrauliche Dokumente kopiert haben, um das Wissen für ein neues Halbleiterunternehmen in China einzusetzen.

Chipfertigung bei TSMC.(Bild:  TSMC)
Chipfertigung bei TSMC.
(Bild: TSMC)

Ein ehemaliger stellvertretender Manager des Auftragsfertigers TSMC muss sich in Taiwan wegen Verstößen gegen das nationale Sicherheitsgesetz und das Gesetz zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen verantworten, wie die Autoren von Nikkei Asia am 20. Juli 2026 berichteten. Die Staatsanwaltschaft fordert demzufolge eine Haftstrafe von sieben Jahren.

Der Beschuldigte wird von den Behörden lediglich mit seinem Nachnamen Chen bezeichnet. Er soll zwischen 2023 und 2024 gemeinsam mit einem Mann aus Hongkong den Aufbau eines Unternehmens für Halbleiter-Materialanalysen in China vorbereitet haben. Das Unternehmen sollte unter dem Namen CSMAC firmieren. Um seine technischen Kenntnisse gegenüber möglichen Investoren und Beratern nachzuweisen, soll Chen insgesamt 21 Dokumente von TSMC ohne Erlaubnis kopiert und mit nach Hause genommen haben. Darunter befanden sich nach Angaben der Ermittler Geschäftsgeheimnisse, die Taiwan als nationale Schlüsseltechnologien einstuft. Das darin enthaltene Wissen habe Chen später in China einsetzen wollen, berichtet Focus Taiwan unter Berufung auf die Ermittler.

TSMC verhinderte den Transfer

Zu einer Übertragung der Dokumente nach China kam es nach Darstellung der Staatsanwaltschaft nicht. TSMC habe die ungewöhnlichen Kopiervorgänge bei einer internen Untersuchung entdeckt und sämtliche Unterlagen zurückholen können. Nach Angaben der taiwanischen Staatsanwaltschaft ist es der erste Fall, in dem ein versuchter Transfer ausgewiesener nationaler Schlüsseltechnologien nach China auf Grundlage des Sicherheitsgesetzes verfolgt wird. Für den Beschuldigten gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung.

Der neue Fall unterscheidet sich von dem im April 2026 abgeschlossenen Verfahren um entwendetes TSMC-Know-how. Damals wurden fünf Personen zu Haftstrafen verurteilt, weil vertrauliche Informationen dem japanischen Anlagenbauer Tokyo Electron zugutekommen sollten. Im aktuellen Verfahren geht es dagegen um einen mutmaßlich geplanten Einsatz des Wissens in China. (sb)

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