Künstliche Intelligenz findet auch im medizinischen Bereich ihren Einsatz, wie für die Auswertung von Daten, die Erstellung von Bildern oder bei der Suche nach Mustern in großen Datenmengen. Forschende der Technischen Universität München (TUM) arbeiten daran, diese Mensch-KI-Kollaborationen sicher, verlässlich und effizient zu machen.
Vasiliki Sideri-Lampretsa (rechts) tauscht sich in ihrem Forschungsprojekt regelmäßig sowohl mit Kolleginnen und Kollegen als auch mit Klinikern und Medizinstudierenden aus.
(Bild: Astrid Eckert / TUM)
KI-Ärzte und -Ärztinnen, die eigenständig Diagnosen stellen, sind noch eine Zukunftsvision. Für die Medizin können KI-Anwendungen aber vielfältige Chancen bringen: Diagnosen könnten schneller, einfacher und fehlerfreier gestellt oder Therapien zielgerichteter gestaltet werden. Und durch effizientere Abläufe im Klinikalltag hätte das Personal mehr Zeit für die Patientenversorgung.
Daniel Rückert ist Professor für AI in Healthcare and Medicine an der TUM und Leiter des neuen Zentrums für Digitale Medizin und Gesundheit (ZDMG). Er und sein Team entwickeln seit Jahren solche KI-Lösungen: „Als Unterstützung und Assistenz ist die KI schon nah am Menschen, aber für autonome KI-Entscheidungen gibt es noch zu viele Risiken“, sagt er. Die größten Schwierigkeiten sieht Rückert darin, einen guten Kompromiss zwischen Regularien, dem Schutz der Patientin oder des Patienten und der Nutzung der Chancen von KI zu finden. Der Schwerpunkt seiner Forschung liegt deshalb unter anderem auch auf der Sicherheit von medizinischen Daten.
Schutz von sensiblen Daten
Um in der medizinischen Forschung zum Beispiel verlässliche Aussagen darüber zu treffen, wie erfolgreich Therapien sind, braucht es große Datenmengen. Diese entstehen täglich an Kliniken – allerdings sind sie deutschlandweit verteilt. Solche sensiblen Daten zu verschicken, um sie an einem bestimmten Ort zu bündeln und auszuwerten, ist riskant.
Das Team um Daniel Rückert hat für diesen Zweck ein KI-Modell entwickelt, das anstelle der Daten von Klinik zu Klinik geschickt wird. Es nutzt das Prinzip des verteilten Lernens. Konkret läuft es so ab: Das KI-Modell wird an eine Klinik gesendet, diese trainiert das Modell mit den eigenen Patientendaten und gibt es weiter an die nächste Klinik. Am Ende hat das Modell mit allen Datensätzen gelernt, aber die sensiblen Daten mussten nicht verschickt werden. Eine KI kann aber in der Lage sein, sich an bestimmte Datensätze zu erinnern. Das ist problematisch für den Schutz der Privatsphäre der Patientinnen und Patienten.
Auch hierfür fanden die Forschenden eine Lösung: Sie fügen den Daten eine kleine Menge von „Rauschen“ hinzu, also einen nutzlosen Datenanteil, durch den die KI die einzelnen Datensätze nicht mehr unterscheiden kann. Die Forschungsgruppe vereinte erstmals diese zwei Prinzipien in einem System und schaffte so die Basis für eine sichere Datennutzung.
Bessere Analyse von Bilddaten
„Eines unserer Ziele ist es, aus medizinischen Bilddaten mit Hilfe der KI neue und bessere Informationen zu erhalten, so dass unnötige oder langwierige Untersuchungen wegfallen“, sagt Daniel Rückert. Im diesem Bereich der Bildanalyse und -auswertung arbeitet die Doktorandin Vasiliki Sideri-Lampretsa. Die Griechin ist seit 2020 in seiner Gruppe und untersucht Bilddaten aus Magnetresonanz- oder Computertomographie-Bilder (MRT und CT) von zum Beispiel Lungenbewegungen beim Ein- und Ausatmen oder Gehirnen. Ihre Aufgabe ist es, aus dem Vergleich von Bildern zu bestimmten Zeitpunkten und von unterschiedlichen Personen, mit Hilfe von Algorithmen, Abweichungen von der Norm und damit möglicherweise krankheitsbedingte Veränderungen zu erkennen.
Damit eine KI diese großen Datenmengen aus der Klinik nutzen kann, müssen sie je nach Fragestellung und je nach untersuchten Bilddetails unterschiedlich aufbereitet, klassifiziert, sortiert und analysiert werden. Diese Aufgabe übernimmt Vasiliki in ihrer Doktorarbeit. Sie arbeitet eng mit Klinikern und Medizinstudierenden aus dem TUM-Klinikum zusammen, um die Bilder richtig zu verstehen. „Wir können nicht die Arbeit der Ärztinnen und Ärzte übernehmen, aber wir können ihnen helfen, Abweichungen zu erkennen, die sonst unsichtbar wären“, erklärt Vasiliki.
Kürzere Untersuchungszeiten in MRT und CT
Rechenprinzipien von Daniel Rückert und seinem Team finden sich bereits in zahlreichen MRT- und CT- Geräten. Durch diese technischen Veränderungen sind sehr viel weniger Messwerte notwendig, um ein verlässliches Bild der menschlichen Anatomie oder Physiologie zu erzeugen. Patientinnen und Patienten müssen dadurch deutlich kürzer im Scanner liegen, was mehr Untersuchungen möglich macht. „Diese Forschung von uns ist deshalb so erfolgreich, weil sich die behandelnde Person im Alltag nicht mit der Arbeit der KI beschäftigen muss und in ihrem Workflow nicht eingeschränkt wird. Und die Maschine erzeugt ein Bild, auf das sich die Ärztin oder der Arzt wirklich verlassen kann“, erklärt Rückert.(sg)
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.