Mehr als 80 Prozent der europäischen Photonik-Unternehmen kämpfen mit Engpässen in der Lieferkette. Eine Umfrage zeigt, dass europäische Lieferanten gegenüber Nicht-EU-Lieferanten im Vorteil sind. Die Politik muss eingreifen.
Lichtwellenleiter: Die europäische Photonikindustrie warnt vor kritischen Abhängigkeiten.
Die Photonik ist ein strategischer Technologiesektor für die Europäische Union und spielt eine Schlüsselrolle in vielen europäischen Industriezweigen. Dazu gehören unter anderem Hochleistungscomputer und Quantencomputer, Augmented und Virtual Reality, Fertigung, Verteidigung, Gesundheitswesen, Landwirtschaft, Mobilität, Elektronik und digitale Infrastruktur.
Die Anfälligkeit der europäischen Photonik-Lieferkette kann zu erheblichen Beeinträchtigungen in allen relevanten europäischen Industriesektoren führen. Politische Maßnahmen wie der European Chips Act und der Critical Raw Materials Act zeigen, dass die Europäische Union eine stärkere strategische Autonomie in bestehenden und zukünftigen wachsenden Wirtschaftssektoren anstrebt.
Engpässe bei den Lieferketten
Die europäische Photonikindustrie sieht sich laut einer aktuellen Umfrage (siehe Hintergrund) mit schwerwiegenden Problemen in der Lieferkette konfrontiert. Grund dafür sei die Abhängigkeit von Überseemärkten. Die Umfrage ergab, dass mehr als 80 Prozent der in der EU ansässigen Photonikunternehmen mit Engpässen in der Lieferkette zu kämpfen haben. Nach eigener Aussage sehen sich die meisten von ihnen nicht im Stande, diese Probleme in der Lieferkette selbst zu lösen, und appellieren an die nationalen und europäischen politischen Entscheidungsträger, ihnen zu helfen.
„Es kann kein Europa geben, das für das digitale Zeitalter gewappnet ist, keine vollständige digitale Souveränität und keine ultrasichere, souveräne, durch Quantencomputer ermöglichte Cybersicherheit ohne Photonentechnologien. Um die Ziele der EU zu erreichen, muss Europa dringend seine Kapazitäten in der Photonik stärken“, warnten die Nobelpreisträger Professor Gérard A. Mourou, Professor Stefan W. Hell und Professor Theodor W. Hansch bereits 2020 in einem offenen Brief an die EU-Kommission.
EU-Firmen fordern mehr Souveränität
Der Mangel an Souveränität in der Photonikindustrie ist ein großes Problem, da die Unternehmen stark von Importen aus Nicht-EU-Ländern abhängig sind. Dies gilt insbesondere für China. Zwei Drittel der Befragten geben an, dass kritische Güter wie mikroelektronische und photonische Halbleiter, optische Komponenten und Rohstoffe in Europa nur eingeschränkt verfügbar sind.
Mindestens zehn Prozent dieser Güter sind überhaupt nicht verfügbar, was die photonische Wertschöpfung in Europa gefährdet. Die Befragten sind bestrebt, zuverlässige und tragfähige Lieferketten in Europa aufzubauen. 90 Prozent der Befragten gaben an, dass sie, wenn möglich, immer von europäischen Lieferanten kaufen würden, auch wenn dies einen höheren Preis bedeutet.
Jetzt sollte die EU eingreifen
Die Mehrheit aller Befragten betont zudem, dass die Probleme der Lieferketten ihrer Meinung nach nicht ohne Eingreifen der europäischen und nationalen Regierungen gelöst werden können. Über 70 Prozent erwarten Unterstützung in Form von neuen EU-Maßnahmen und nationalen Programmen, 40 Prozent fordern spezifische Initiativen zum Aufbau von Produktionskapazitäten und knapp 30 Prozent erwarten staatliche Unterstützung in Form von neuen Normen und Vorschriften.
„Die europäische Photonik-Industrie ist die zweitbeste der Welt“, sagt Dr. Lutz Aschke, Präsident von Photonics21. „In der Chipindustrie haben wir gesehen, dass es für uns alle sehr teuer werden kann, wenn wir jetzt nicht handeln.“
Probleme lassen sich nicht kurzfristig lösen
Die Photonik-Industrie geht - wie andere Branchen auch - davon aus, dass die Probleme in der Lieferkette nicht kurzfristig gelöst werden können. Rund 40 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die Krise noch bis zu drei Jahre andauern wird.
Die Photonik ist und bleibt auch in Zukunft ein wichtiger Faktor für eine Vielzahl von Branchen. Beispiele für Produkte und Komponenten sind optische Fasern, optische Linsen, photonische Sensoren für Fahrerassistenzsysteme und autonomes Fahren oder Tripel-/Vierfach-Solarzellen für die Satellitentechnik oder akusto-optische Elemente. Mit photonischen Komponenten lassen sich Produktionsprozesse in Fabriken überwachen oder Bildschirme und Herzschrittmacher steuern.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Hintergrund zur Umfrage
Die Umfrage zu den EU-Lieferketten zur Photonik wurde von Photonics21 und EPIC erstellt, mithilfe von Tematys analysiert und mit Unterstützung von Spectaris, Photonics France, PhotonicsNL, Photonics Finland, Photonics Sweden, Photonics Austria, Fotonica21, Hellenic Photonics Cluster, Polska Platforma Technologiczna Fotoniki, Ireland's National Technology Platform for Photonics, Swissphotonics, Photonics Leadership Group UK, Association of Research and Technology Organisations Lithuania, Italian Photonics Platform & PhotonHUB Europe vom 10. Oktober bis zum 20. Dezember 2022 durchgeführt.
Mehr als 112 EU-Unternehmen haben geantwortet, 80 Prozent davon KMU. Die Aufschlüsselung der befragten Geschäftsbereiche spiegelt die der Photonikindustrie in Europa wider.