Neue Berufe entstehen, die Arbeitswelt wird sich grundlegend verändern. Beim Schülerwettbewerb „Invent a Chip“ geht es darum, Mikrochips für die Bedürfnisse der Zukunft zu entwickeln. Dem Gewinner winkt unter anderem ein Schnupperpraktikum bei Bosch.
Justus Kaufmann, Fabian Eich und Tilman Bruns vom Gymnasium Lindlar mit ihrem Krankenwagenmodell, dessen bewegliche Liege das Verrutschen des Patienten während der Fahrt verhindern soll. Für diese Erfindung erhielten die Schüler Platz 2 bei Invent a Chip 2017.
(Bild: Michaela Handrek-Rehle/VDE)
Digitalisierung, Robotik und Künstliche Intelligenz werden unseren Alltag verändern. Wie und woran wird die nächste Generation arbeiten? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Wettbewerb „Invent a Chip“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Technologieverband VDE, der Anfang Februar zum 17. Mal an den Start geht. Dabei kommt das Chipdesign nicht zu kurz, denn das BMBF und der VDE suchen Schülerinnen und Schüler, die eigene Mikrochips entwickeln möchten. In allen digitalen Geräten steckt heute Mikroelektronik. Sie steuert Fahrzeuge und die Energieversorgung, hilft bei lebensrettenden Operationen.
„Diese Mikrochips sind ein wesentlicher Teil der Arbeit der Zukunft. Wir suchen junge Menschen, die heute Ideen für die Arbeit von übermorgen mitbringen“, sagt Ansgar Hinz, VDE-Vorstandsvorsitzender. Dabei sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Eine Chance, die der Nachwuchs im Wissenschaftsjahr „Arbeitswelten der Zukunft“ ergreifen und gestalten kann.
2017 nahmen 2.150 Schülerinnen und Schüler an der weltweit einmaligen VDE/BMBF-Aktion teil. Die Ideen für neue Mikrochips reichten von der mitdenkenden Autotür über moderne Rettungswagen bis zum Zukunfts-WC. Jugendliche der Klassen acht bis 13 von weiterführenden und berufsbildenden Schulen können sich in der aktuellen Wettbewerbsrunde als Team oder alleine beteiligen.
Einsendeschluss ist der 31. März. Neben der Beantwortung von 20 Fragen rund um das Thema „Work 4.0“ und „Chipdesign“ sind innovative Ideen für neue Mikrochips erwünscht, Vorkenntnisse sind nicht notwendig. „Das eigene Berufsleben mag noch weit weg sein, doch schon jetzt wissen wir, dass einzelne Berufsfelder verschwinden und ganz neue Arbeitsgebiete entstehen. Jugendliche können aktiv mitwirken. Ihr Forschergeist und das Interesse an Mikrochips sind für unsere Zukunft unverzichtbar“, erklärt Ansgar Hinz.
Von der Schulbank zur Uni
Die zehn besten Chip-Entwürfe kommen eine Runde weiter. Die ausgewählten Jugendlichen lernen in einem Workshop Anfang Mai am Institut für Mikroelektronische Systeme an der Leibniz Universität Hannover die notwendigen Fähigkeiten fürs Chipdesign. Sie lesen Sensoren aus, steuern Aktoren an und erfahren, wie sie ihre Projekte mit frei programmierbaren Logikgattern umsetzen können. Profis stehen ihnen dabei zur Seite. Im Anschluss bleibt bis Mitte September Zeit, die Projekte weiter zu bearbeiten und sich mit den anderen Teams im Internetforum auszutauschen.
Die Preisverleihung findet Mitte November vor Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik beim VDE Tec Summit in Berlin statt. Die Sieger erwarten neben attraktiven Geldpreisen auch die Aufnahme ins Auswahlverfahren für ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes, Kontakte zu Industrie und Hochschulen sowie Messepräsentationen und ein mehrtägiges Schnupperpraktikum bei Bosch.
2018 neu: Die „Labs for Chips“
Erstmals ergänzt mit „Labs for Chips“ in diesem Jahr ein weiterer Wettbewerb die VDE/BMBF-Aktion. Erwachsene, die mit eigenen Projekten in Schul-Labs, technischen Einrichtungen und Co. Kinder und Jugendliche für Elektronik begeistern, können sich vom 1. Februar bis 31. März um Preisgelder in Höhe von 500, 1.000 und 2.000 Euro bewerben. Diese sind zweckgebunden an die Durchführung des jeweiligen Projekts.
„Labs for Chips“ fördert das Interesse an Mikroelektronik beim Nachwuchs und stellt Elektronikthemen auf einer eigenen Plattform praxisorientiert dar. „Das soll zum Nach- und Selbermachen anregen“, sagt der VDE-Vorstandsvorsitzende Ansgar Hinz.
Stand: 08.12.2025
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„Invent a Chip“ wird von zahlreichen Sponsoren unterstützt: Bosch, Cologne Chip, Globalfoundries, Infineon, Mentor Graphics, Siemens, Videantis, DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE.