Teure Mobilität Individualmobilität: Und ab wann lassen Sie Ihr Auto stehen?

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Steigende Kraftstoffpreise infolge geopolitischer Spannungen verteuern das Autofahren spürbar – doch das ist nur ein Teil der Wahrheit. Aktuelle Zahlen von Destatis zeigen, dass Autofahren auch unabhängig von internationalen Krisen über Jahre hinweg deutlich teurer geworden ist.

Wann ist das Autofahren so teuer, dass es sich wirtschaftlich nicht mehr rechnet - und was machen dann die Fahrer, die auf das Auto angewiesen sind?(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Wann ist das Autofahren so teuer, dass es sich wirtschaftlich nicht mehr rechnet - und was machen dann die Fahrer, die auf das Auto angewiesen sind?
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Autofahren ist in Deutschland zuletzt deutlich teurer geworden. Doch wie stark wirkt sich die Krisenlage im Nahen Osten tatsächlich in Zahlen aus? Wie das Statistische Bundesamt Destatis mitteilt, lagen die Preise rund um die private Nutzung von Pkw im März 2026 um 6,7 Prozent über dem Vorjahresniveau. Haupttreiber dieser Entwicklung sind wenig überraschend die Kraftstoffpreise, die im gleichen Zeitraum um rund 20 Prozent gestiegen sind. Besonders stark verteuerte sich Diesel mit einem Plus von 29,7 Prozent.

Geopolitik wirkt direkt auf Preise

Als zentraler Faktor gilt die Entwicklung auf den Energiemärkten. Der Nahostkonflikt hat die Rohölpreise zuletzt deutlich steigen lassen – mit unmittelbaren Folgen für Benzin- und Dieselpreise. Die Zahlen zeigen, wie schnell geopolitische Ereignisse auf Verbraucherpreise durchschlagen.

Doch der Preisdruck ist kein neues Phänomen, wie die Daten von Destatis vom 13. April 2026 belegen. Im mittelfristigen Vergleich zeigt sich ein deutlicher Trend: Die Kosten rund ums Autofahren lagen 2025 um 31,2 Prozent höher als noch 2020 – und stiegen damit deutlich stärker als die allgemeinen Verbraucherpreise, die im selben Zeitraum um 21,9 Prozent zulegten.

Preissteigerungen im Mobilitätssektor im März 2026 in Prozent im Vergleich zum Vormonat.(Bild:  Destatis)
Preissteigerungen im Mobilitätssektor im März 2026 in Prozent im Vergleich zum Vormonat.
(Bild: Destatis)

Besonders deutlich wird die Entwicklung bei einzelnen Kostenfaktoren. So verteuerten sich Kraftfahrzeugversicherungen innerhalb von fünf Jahren um 63,0 Prozent, Gebrauchtwagen um 45,3 Prozent und Fahrschulen sowie Führerscheingebühren um 42,7 Prozent. Auch Kraftstoffe legten im gleichen Zeitraum um 37,5 Prozent zu, mit besonders starken Anstiegen bei Autogas (+76,2 Prozent), Diesel (+44,2 Prozent) und Superbenzin (+34,9 Prozent). Weitere Kostenpunkte wie Reparaturen, Inspektionen und Parkgebühren (+34,5 Prozent) sowie Ersatzteile und Zubehör (+24,2 Prozent) stiegen ebenfalls überdurchschnittlich. Es kann also nicht ausschließlich am Konflikt im Nahen Osten liegen.

Das Modell individueller Mobilität hinterfragen

Die Zahlen zeigen: Geopolitische Ereignisse wirken als kurzfristiger Beschleuniger, treffen aber auf einen bereits bestehenden Trend steigender Mobilitätskosten. Während steigende Energiepreise in der Industrie für Kostendruck sorgen, werden sie im Alltag unmittelbar sichtbar.

Das eigene Auto wird zunehmend zur wirtschaftlichen Abwägung, nicht nur kurzfristig an der Zapfsäule, sondern auch langfristig im Gesamtbild der Mobilitätskosten. (sb)

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