GlobalFoundries (GF) plant 1,1 Milliarden Euro in den Ausbau seiner Produktionskapazitäten am Standort Dresden zu investieren. Durch die Investition soll die Gesamtkapazität des Standorts bis Ende 2028 auf 1,1 Million Wafer pro Jahr steigen. Damit bekräftigt GF seinen Anspruch, die größte Foundry in Europa zu sein.
Globalfoundries Fab 8 in Dresden: Das Unternehmen hat angekündigt, den Standort mit einer Investition von 1,1 Milliarden Euro ausbauen und die Waferproduktion bis 2028 auf 1,1 Millionen Wafer pro Jahr steigern zu wollen.
(Bild: Globalfoundries)
Das Erweiterungsprojekt mit dem Namen „SPRINT“ soll maßgeblich durch die Bundesregierung und den Freistaat Sachsen unter European Chips Act Regeln gefördert werden. GlobalFoundries hat bereits im Juni 2025 auf Grundlage eines sogenannten “vorzeitigen Maßnahmenbeginns” auf eigenes Risiko vor Abschluss des Beihilfeprozesses bei der Europäischen Kommission mit der Realisierung des Projekts in Dresden begonnen.
Mit SPRINT soll es erstmals ermöglicht werden, durchgängige europäische Fertigungsprozesse und Datenflüsse für Sicherheitsanforderungen von Kunden in den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Verteidigung sowie kritischer Infrastruktur anzubieten. Damit unterstützt SPRINT das strategische EU-Ziel, widerstandsfähige Halbleiter-Lieferketten aufzubauen. Gleichzeitig stärkt GF die Rolle Sachsens als dem europäischen Zentrum für Halbleiterfertigung und -innovation.
Bundeskanzler Friedrich Merz begrüßte im Rahmen seines Besuchs bei GF Dresden am 28. Oktober die geplanten Investitionen in Deutschland: „Das SPRINT-Projekt ist ein Bekenntnis zum Industriestandort und zum Innovationsstandort Deutschland - und vor allem zur Souveränität unseres Landes und Europas. Die Investition in die Chipfertigung am Standort Dresden setzt das Signal, dass Deutschland aktiv die Entwicklung des globalen Halbleitermarkts mitgestalten will. Deutschland nimmt in Europa bereits jetzt eine führende Rolle in der Mikroelektronik ein. Die Bundesregierung stellt mit der nationalen Mikroelektronik-Strategie die Weichen dafür, diese Stärke weiter auszubauen.“
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer ergänzt: „Der weitere Ausbau der Halbleiterfertigung hier bei GlobalFoundries ist ein klares Bekenntnis zu einem einzigartigen Standort. Die Milliarden-Investition ist eine weitere gute Nachricht für Silicon Saxony, Europas bedeutendsten Mikroelektronikstandort, und zeigt die Attraktivität und Dynamik des hier gewachsenen Clusters. Gestärkt wird damit aber nicht nur die sächsische Wirtschaft - auch Deutschland und Europa profitieren. Denn mehr hier gefertigte Chips heißt auch mehr deutsche und europäische Souveränität und technologische Unabhängigkeit in dieser Schlüsselbranche. Die wirtschaftliche Verwundbarkeit Deutschlands bei zu großen Abhängigkeiten wird uns aktuell am Beispiel des Chipherstellers Nexperia vor Augen geführt.“
Die zusätzlichen Dresdner Produktionskapazitäten sollen sich auf die hochdifferenzierten Technologien von GF konzentrieren. Sie punkten mit entscheidenden Leistungsmerkmalen wie geringem Energieverbrauch, eingebettetem sicheren Speichern und drahtloser Konnektivität, die Europas Anforderungen an Chips in den Bereichen Automobil, industrielle Automatisierung, Verteidigung und Medizintechnik erfüllen. Diese Branchen werden derzeit durch den Aufstieg sogenannter “Physical AI” Technologien rasant transformiert, für die die Halbleiter von GF unverzichtbar sind. Der Begriff Physical AI bezieht sich auf die Integration von künstlicher Intelligenz in physische Produkte und Systeme. Während sich herkömmliche KI-Anwendungen häufig auf Softwarelösungen beschränken, geht Physical AI einen Schritt weiter und bringt die Intelligenz direkt in die Chips und Sensoren.
„Die jüngsten Störungen im Automobilsektor verdeutlichen, wie anfällig globale Chip-Lieferketten tatsächlich sind. Unsere geplante Expansion in Dresden ist ein weiterer Schritt in der Strategie von GF, diese Herausforderungen gezielt anzugehen und unser Engagement für sichere Lieferketten und differenzierte Technologien in Europa zu erfüllen“, sagte Tim Breen, CEO von GlobalFoundries. „Indem wir unsere Fertigungskapazitäten in Europa, den USA und weltweit ausbauen, stärkt GF seine Rolle als widerstandsfähiger und vertrauenswürdiger Partner für Kunden in kritischen Industrien und schafft die Grundlage für die nächste Innovationswelle, während Physical AI Realität wird.“
Stand: 08.12.2025
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Dr. Manfred Horstmann, General Manager und Senior Vice President bei GlobalFoundries Dresden, ergänzt: „Mit dieser geplanten Investition vertiefen wir unser Engagement für Deutschland und Europa. Die Erweiterung der Reinraumkapazitäten dient nicht nur der Deckung des Bedarfs, sondern auch der Zukunftssicherung der industriellen Basis Europas und der Sicherung des lokalen Zugangs zu essenziellen Chip-Technologien.“
GF ist kürzlich der Initiative „Made for Germany“ beigetreten, einem Zusammenschluss von Unternehmen, die durch umfangreiche industrielle Investitionen ihr langfristiges Engagement für Deutschland unter Beweis stellen. Seit 2009 hat GF mehr als 10 Milliarden Euro in seinen Standort Dresden investiert – eine der größten industriellen Investitionen des Landes.