Kraftsensorik Enact will Robotern über ihre Antriebe Tastsinn geben

Von Manuel Christa 1 min Lesedauer

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Das Zürcher Start-up Enact entwickelt Antriebe, die Widerstände bei der Montage erfassen sollen. Ein KI-Modell soll damit lernen, Steckverbinder, Dichtungen und andere Bauteile auch bei wechselnden Aufgaben sicher zu fügen.

Robotik-Start-up: Das Team von Enact aus Zürich.(Bild:  Enact)
Robotik-Start-up: Das Team von Enact aus Zürich.
(Bild: Enact)

Eine Kamera erkennt, wo ein Stecker sitzt. Ob er einrastet oder verkantet, lässt sich aus dem Bild aber nicht immer ablesen. Dafür müssen Roboter Kräfte erfassen und ihre Bewegung beim Kontakt anpassen. Hier setzt Enact Intelligence an.

Das im März 2026 gegründete Unternehmen aus Zürich hat 30 Millionen US-Dollar in einer Pre-Seed-Runde eingesammelt. Auch KI-Forscher Yann LeCun und Mistral-Mitgründer Arthur Mensch investierten.

Kraftdaten statt zusätzlicher Roboterhaut

Enact entwickelt Antriebe, Regelung und KI-Modelle gemeinsam. Die Roboter sollen Belastungen über ihre Antriebe wahrnehmen und diese Daten zusammen mit Kamerabildern verarbeiten. Das Modell soll daraus lernen, wie es Bewegungen und Krafteinsatz anpassen muss. Zusätzliche künstliche Haut sei dafür nicht nötig. Wie die Kraftmessung technisch funktioniert und welche Sensoren in den Antrieben stecken, ist noch nicht öffentlich dokumentiert.

Die Idee ist nicht neu: Der Franka Research 3 erfasst Drehmomente an allen sieben Gelenken. Mimic Robotics schätzt Kräfte bei seiner Roboterhand M1 ebenfalls über die Antriebe ab, ergänzt aber taktile Fingersensoren. Enact will eigens konstruierte Antriebe mit einem KI-Modell für unterschiedliche Montageaufgaben verbinden.

Leistungsdaten stehen noch aus

Statt jede Bewegung einzeln zu programmieren, sollen Menschen dem Roboter Montageabläufe vormachen. Das könnte bei kleinen Serien und häufigen Produktwechseln den Aufwand senken. Ob Enact tatsächlich schneller oder zuverlässiger arbeitet als bestehende Systeme, ist noch offen. Das Start-up hat bislang weder Erfolgsquoten noch Taktzeiten oder Vergleichsmessungen veröffentlicht.

Der Markt bietet Ansatzpunkte: Laut Eurostat verwendeten 2022 in Deutschland 4,6 Prozent der Unternehmen mit 10 bis 249 Beschäftigten Industrie- oder Serviceroboter. Bei Unternehmen ab 250 Beschäftigten waren es rund 24 Prozent. Enact plant erste Einsätze mit Industriepartnern. Gründer Manuel Yves Galliker arbeitete zuvor an der Steuerung des Humanoiden Neo beim Hersteller 1X und anschließend bei Physical Intelligence. (mc)

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