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Wie sich die lukrativen Healthcare-Märkte erschließen lassen

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Ein hohes Level an Rückverfolgbarkeit zu garantieren, ist schwierig

Die Dynamik in der Elektronikfertigung heutzutage macht es schwierig, ein hohes Level an Rückverfolgbarkeit zu garantieren und aufrecht zu erhalten. Das liegt vor allem daran, dass elektronische Produkte für gewöhnlich einen extrem kurzen Produktlebenszyklus durchlaufen und dass tendenziell große Zahlen verschiedener Produkte gleichzeitig hergestellt werden. Trends wie die Miniaturisierung von Komponenten erhöhen ebenfalls das Risiko qualitativer Probleme, während gesetzliche Bestimmungen dem Hersteller vorschreiben, alles, was während des Produktionsprozesses passiert zu registrieren und festzuhalten. Das gilt auch, nachdem das Produkt bereits auf den Markt gebracht wurde.

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Dieser Autorenbeitrag ist in der Printausgabe ELEKTRONIKPRAXIS 20/2015 erschienen. Diese ist auch als kostenloses ePaper oder als pdf abrufbar.

Allgemein übliche Fragen zur Rückverfolgbarkeit

Fragen, die man sich bezüglich der Rückverfolgbarkeit stellen sollte, sind zum Beispiel:

  • Wurde bei der Montage dieses Produkts ein defektes Bauteil verwendet?
  • Wurde dieses Produkt in einem Prozess gefertigt, der den Vorgaben entspricht?
  • Ist die gesamte Bestellung betroffen, oder geht es nur um eine bestimme Komponentencharge oder -gruppe?
  • Wie lautet die gesamte Produktionshistorie dieser Platine oder dieser Box?
  • Ist sichergestellt dass keine gefälschten Bauteile verwendet wurden?

Außerdem sind neue Standards und Gesetze, die entweder von einzelnen Ländern, Industriezweigen, oder sogar der gesamten EU vorangetrieben werden, zu beachten. Auf dem Laufenden darüber zu sein, welche Standards von den Kunden eingehalten werden müssen, ist für Distributoren außerordentlich relevant.

Services wie Product Watch sind für deutsche Unternehmen extrem wichtig, um das Risiko obsoleter Bauteile zu kalkulieren. Product Watch ist ein erweiterter Benachrichtigungsservice für Unternehmen, der automatisch darüber informiert, welche Bauteile obsolet geworden sind oder bald nicht mehr produziert werden. Die Kunden können entsprechend reagieren und drohende Produktionsausfälle können rechtzeitig erkannt und durch die Bestellung alternativer Komponenten vermieden werden.

Die Medizintechnik war in Bezug auf neue Technologien schon immer ein spannender Markt, der immer wieder neue Herausforderungen mit sich brachte. Für uns Distributoren hat sich in den letzten Jahren vieles verändert. Unsere Kunden entwickeln sich weg von individuellen Designs und auslaufenden Produkten, weshalb die Zuverlässigkeit und Rückverfolgbarkeit jedes einzelnen Teils ihrer Entwicklung gewährleistet sein muss. Die Kunden müssen in der Lage sein, so einzukaufen, dass die Ersatzteilbestände möglichst klein gehalten werden, Obsoleszenz besser verwaltet wird, und sich alles im Rahmen der neuesten gesetzlichen Richtlinien und Standards abspielt. Das bedeutet, Distributoren können nicht mehr nach dem „one size fits all“-Prinzip arbeiten. Der Markt erwartet von Ihnen eine hohe Servicequalität und Support zu angemessen Kosten.

Fazit: Integrität ist der Schlüssel, wenn es um die Distribution elektronischer Komponenten für das Gesundheitswesen geht. Unternehmen im Healthcare-Markt wollen Vertragsdistributoren, Direktkauf und eine vollständige Rückverfolgbarkeit.

Um hier als Distributor Erfolg zu haben, ist es wichtig, vorausschauend zu agieren und den komplexen Markt mit einer umfassenden Lösung anzusprechen.

* Phil Gee ist Director, Corporate OEM/CEM bei Farnell element14

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