Interview mit Susanne Schmitz, Tektronix Tektronix-Vertriebschefin: „Trotz gestörter Lieferketten wächst unser Geschäft“

Das Gespräch führte Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

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Sie leitet nach eigenen Worten den Vertrieb einer der wichtigsten Wirtschafts- und Innovationsregionen in Europa: Deutschland, Österreich und Schweiz. Als Sales Director DACH ist sie im ständigen Austausch mit den Kunden und ihren Problemen und Anforderungen an die Messtechnik.

Susanne Schmitz, die Vertriebsleiterin von Tektronix für die DACH-Region, betont, dass man mit Kunden stets in engem Austausch steht, um passgenau Produkte für die sich ändernden Anforderungen entwickeln zu können. Ein Beispiel ist die AFG31000-Serie: Anwender können reale Bussignale mit kundenspezifischen Beeinträchtigungen für die Simulation bestimmter potentieller Fehlerbedingungen programmieren.
Susanne Schmitz, die Vertriebsleiterin von Tektronix für die DACH-Region, betont, dass man mit Kunden stets in engem Austausch steht, um passgenau Produkte für die sich ändernden Anforderungen entwickeln zu können. Ein Beispiel ist die AFG31000-Serie: Anwender können reale Bussignale mit kundenspezifischen Beeinträchtigungen für die Simulation bestimmter potentieller Fehlerbedingungen programmieren.
(Bild: Tektronix)

Seit März 2022 ist Susanne Schmitz Vertriebsleiterin für Deutschland, Österreich und der Schweiz bei Tektronix. Sie muss sich nicht nur mit Messtechnik bestens auskennen, sondern sie muss sich gegen Chipmangel, Ukrainekrieg und gestörte Lieferketten stemmen. Die Welt der Messtechnik wird komplexer, weil die Ansprüche der Anwender und die Projekte komplexer geworden sind.

Frau Schmitz, was treibt Sie als Sales Managerin für DACH bei Tektronix besonders an?

Zwei Punkte treiben mich an: Das ist zum einen der Erfolg unserer Kunden und zum anderen die Komplexität der Aufgaben, denen wir uns stellen müssen. Mit den sich ändernden Anforderungen unserer Kunden an das Testen, entwickelt sich Tektronix gemeinsam mit unseren Kunden weiter. Dazu gehören neue integrierte Software- und Hardwarefunktionen, die bereits früh während der Entwicklungsphase die Entwickler unterstützen.

Unsere Kunden sehen Tektronix als vertrauenswürdigen Partner. Ingenieure müssen elektronische Systeme entwickeln, die weniger Strom verbrauchen, Hochgeschwindigkeitskommunikation ermöglichen und dabei Probleme lösen, die durch die explosionsartige Zunahme von Daten aus dem Internet der Dinge (IoT) und die Entwicklung von Cloud-Diensten verursacht werden.

Ich genieße es, Teil eines Unternehmens zu sein, das Innovation schätzt und mit vielen führenden Organisationen und Visionären zusammenarbeitet, die unsere Zukunft und die Art und Weise, wie wir Technologie nutzen, beeinflussen.

Wie wirken sich Corona und der Ukraine-Krieg derzeit auf den Absatz aus und was unternehmen Sie diesbezüglich?

Die Corona-Pandemie war und ist für viele Unternehmen problematisch. Trotz der Schwierigkeiten stieg die Nachfrage von Kunden nach aktueller Messtechniken. Gestärkt wurde unter anderem die Remote-Arbeit, die Entwicklung neuer Unterhaltungselektronik sowie Industrie- und Automobilelektronik. Wir sind ein führender Hersteller von Test-, Mess- und Monitoring-Anwendungen und bieten verschiedene Messanwendungen für die Remote-Arbeit.

Die Pandemie beschleunigte diesen Übergang, nicht nur für unsere Kunden, sondern auch innerhalb unserer Organisation, und wir passten unseren Support an, um Kunden auch per Remote-Arbeit zu unterstützen. Unsere Software, wie die PC-Analysesoftware TekScope und TekDrive, ein kollaborativer Test- und Measurement-Arbeitsbereich für vernetzte Geräte , haben wir beständig weiterentwickelt. Wir erhalten nach wie vor positives Feedback von unseren Kunden und entwickeln Lösungen, um eine neue Reihe von Technologie- und Marktanforderungen zu erfüllen.

Was die Ukraine betrifft, so geht es uns in erster Linie um die Sicherheit der Menschen in der Region. Wir hoffen, dass die politischen Bemühungen die schlimme Situation bald lösen können. Wir rechnen mit anhaltenden Lieferschwierigkeiten, insbesondere aufgrund des steigenden Ölpreises und der steigenden Energiekosten. Tektronix wird die Situation jedoch weiterhin genau beobachten.

Welche Messgeräte, insbesondere welche Oszilloskop-Familie, laufen derzeit gut und von welchen Branchen wird sie besonders stark nachgefragt? Welche Art von Messtechnik ist derzeit weniger gefragt?

Tektronix hat eine Familie von Zeitbereichsoszilloskopen entwickelt, die über eine einheitliche, einfach zu bedienende Mensch-Maschine-Schnittstelle und Software verfügen. Das jüngste Produkt in dieser Familie ist das kompakte Mixed-Signal-Oszilloskop (MSO) der Serie 2, dass aufgrund seines kompakten Formfaktors den Markt auf den Kopf gestellt hat. Ingenieure können das Scope der Serie 2 im Tablet-Format für die Debugging- und Testaufgaben im Labor, zu Hause oder im Feld einsetzen. Neben den Mid-Range-Oszilloskope und den anderen Familien, entwickeln wir auch die Produkte aus Keithley Instruments weiter.

Wir verzeichnen eine hohe Nachfrage nach messtechnischen Lösungen für die Unterhaltungselektronik, Automobilbau und die Industrie bis hin zu Halbleiterprüfung. Unsere Spectrum-View-Software bietet beispielsweise einen neuen Ansatz für die Frequenzbereichsanalyse auf Oszilloskopen. Sie hilft bei der Fehlersuche in eingebetteten Systemen von Funk-, Digital- und Analogsignalen.

Mit welchen messtechnischen/allgemeinen Problemen kommen Ihre Kunden derzeit auf Sie zu?

Zu den messtechnischen Schlüsselfragen gehört häufig die Erfassung sehr kleiner Signale. Unsere Kunden wollen außerdem die Integrität der Stromversorgung präzise messen und eine neue Generation elektronischer Geräte testen, die beispielsweise auf Hochleistungs-Halbleitern mit breiter Bandlücke basieren.

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Tektronix ist marktführend mit seinem umfassenden Angebot an Messgeräten, die verschiedene Elemente von Spannung über Temperatur bis hin zu Signalen präzise messen können. Außerdem können wir mit unseren Software-Messsystemen, einschließlich IsoVu, den Arbeitsablauf und die Leistungsfähigkeit verbessern. Kunden können schnelle, potentialfreie Signale, die nicht isolierte Tastköpfe nicht erkennen können, schnell erfassen. Unser IsoVu-Tastkopf eliminiert Gleichtaktstörungen durch optische Isolierung. IsoVu-Generation zwei ist ein kompaktes, optisch isoliertes Messsystem, das differentielle Signale mit hoher Bandbreite und hoher Spannung aus großen Gleichtaktspannungen genau auflösen kann.

Wenn beispielsweise ein Tektronix-Oszilloskop oder ein Logikanalysator mit einem Tastkopf und einer Software von Tektronix kombiniert wird, erhält der Kunde eine vollständig kompatible und robuste Messanwendung, die auch die anspruchsvollsten Anwendungen bewältigen kann.

Wie wirkt sich die Verknappung von Halbleitern auf die Lieferzeiten für Messgeräte aus? Wie wirken Sie dem entgegen?

Trotz globaler Probleme in der Lieferkette wächst das Tektronix-Geschäft weiter, auch wenn wir gegen diese Probleme nicht immun sind. Halbleiter sind ein wesentlicher Bestandteil unserer Boards.

Tektronix nutzt die Leistungsfähigkeit von Fortive Business zusammen mit unseren Teams, um Probleme in der Lieferkette zu begegnen (Anm. der Redaktion: Tektronix gehört zur Fortive Corporation, einer Ausgründung des Danaher-Konzerns 2016). Dabei müssen wir die Versorgungssicherheit verbessern und die Auswirkungen globaler Engpässe abmildern. Außerdem verfügen wir über ein Vertriebsnetz, das unsere Produkte vorrätig hält und dazu beiträgt, Verzögerungen für unsere Kunden zu reduzieren.

Was sind Ihre Pläne für die DACH-Region in den kommenden Wochen, Monaten und Jahren?

Deutschland, Österreich und die Schweiz bilden die größte elektronische Innovationsregion in Europa. Viele Unternehmen forschen und entwickeln im Umfeld von Automobil-, Halbleiter- und Fertigungsindustrie bis hin zu Medizintechnik. Viele Projekte unserer Kunden werden staatlich unterstützt.

Tektronix verfügt über eine starke Präsenz in der DACH-Region und unterstützt seine Kunden mit engagierten Applikationsingenieuren und Vertriebsmitarbeitern, einschließlich einer Vielzahl von Vertriebspartnern. Wir sind bestrebt, unsere Präsenz auszubauen und ein hohes Serviceniveau aufrechtzuerhalten, während wir mit unseren Kunden zusammenarbeiten, um zukunftsweisende Lösungen zu entwickeln.

Komplexe Kundenaufgaben erfordern komplexe Antworten: Wie bewältigen Sie gemeinsam mit Ihren Mitarbeitern die High-Tech-Märkte?

Wir sehen uns zu 100 Prozent kundenorientiert und auf Innovation fokussiert. Wir verwenden das Fortive Business System, um unseren Innovationsansatz in zweierlei Hinsicht zu definieren. Erstens benötigen wir ein detailliertes Verständnis für neue Technologien und aufkommende Trends. Um dies zu erreichen, konzentrieren wir uns auf Anpassungsfähigkeit und arbeiten eng mit unseren Kunden zusammen, um ihre Bedürfnisse zu verstehen. Dieses Wissen fließt in unsere Forschungs- und Entwicklungsprogramme ein und hilft uns, neue Prozesse zu etablieren, um die Produktentwicklung zu beschleunigen. Wir beobachten den Markt ständig, um diesen Prozess noch flexibler zu gestalten.

Zweitens zeichnen wir unsere Mitarbeiter für Innovationen aus und fördern talentierte Ingenieure, indem wir ihnen Gelegenheiten zur Produktentwicklung bieten. Heute verfügt Tektronix über mehr als 3.200 Patente weltweit und revolutioniert damit den T&M-Sektor. Innovationen werden von unseren Mitarbeitern vorangetrieben und von der Tektronix-Organisation wertgeschätzt. Unsere neuesten Technologielösungen zeigen, wie diese beiden Ansätze zusammenkommen, um die Marktnachfrage zu bedienen.

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