Milliarden-Investment in deutsche Robotik Neura sichert sich Rekordfinanzierung für globale Expansion

Von Manuel Christa 3 min Lesedauer

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Das Robotikunternehmen Neura Robotics aus Metzingen erhält eine gewaltige Kapitalspritze, um gegen die amerikanische und chinesische Konkurrenz anzugehen. Mit dem Geld baut Neura die Produktion aus und vernetzt humanoide Roboter weltweit.

Milliarden-Investment für kognitive Systeme: Neura Robotics plant mit neuem Kapital, die Serienproduktion seiner lernfähigen Roboter bis 2030 hochzufahren.(Bild:  Neura Robotics)
Milliarden-Investment für kognitive Systeme: Neura Robotics plant mit neuem Kapital, die Serienproduktion seiner lernfähigen Roboter bis 2030 hochzufahren.
(Bild: Neura Robotics)

Neura hat eine Finanzierungsrunde mit einem Volumen von bis zu 1,4 Milliarden US-Dollar abgeschlossen. Damit verzeichnet der Entwickler von kognitiven Robotern die bislang größte Investition, die ein Unternehmen in diesem Segment weltweit erhalten hat. Zu den Geldgebern zählen große Technologiekonzerne und Industrieunternehmen wie Amazon, Nvidia, Bosch, Schaeffler und Qualcomm Technologies. Auch die Europäische Investitionsbank sowie institutionelle Finanzinvestoren wie Tether, Lingotto Horizon und Interalpen Partners beteiligen sich an dem schwäbischen Unternehmen.

Mit dem frischen Kapital plant der Hersteller, seine Plattform für physische künstliche Intelligenz auszubauen. Im Zentrum steht dabei das sogenannte Neuraverse. Dabei handelt es sich um eine digitale Infrastruktur, in der Maschinen kontinuierlich lernen und ihre Fähigkeiten untereinander austauschen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Industrierobotern, die für stark isolierte Aufgaben programmiert sind, kombiniert Neura Robotics Mechanik, Sensorik, Edge-Computing und vernetzte Lernprozesse in einem einheitlichen System.

Das Unternehmen beabsichtigt, die Finanzspritze gezielt für das weitere Wachstum einzusetzen. Das neue Kapital beschleunigt:

  • den weltweiten Einsatz kognitiver und humanoider Roboter
  • den Ausbau der eigenen Plattformarchitektur
  • den Rollout spezialisierter Trainingsumgebungen
  • den Aufbau von Kapazitäten für die Massenproduktion
  • die Entwicklung künftiger Systemgenerationen

Millionenproduktion bis 2030: Roboter lernen in realen Trainingszentren

Gründer und Geschäftsführer David Reger sieht in der Verbindung von KI und Mechanik einen massiven technologischen Sprung für die kommenden Jahrzehnte. „Die Zukunft der KI wird nicht einfach auf Bildschirmen stattfinden“, sagt Reger. „Sie wird sich bewegen, interagieren, lernen und in der realen Welt an unserer Seite arbeiten.“ Er erwartet, dass diese kognitiven Systeme verschiedene Wirtschaftszweige grundlegend verändern werden, angefangen bei der industriellen Fertigung und der Logistik über das Gesundheitswesen bis zum Einsatz in privaten Haushalten.

Um die Roboter auf diese vielfältigen Aufgaben in unvorhersehbaren Situationen vorzubereiten, investiert das Unternehmen massiv in den Aufbau realer Trainingsumgebungen, den sogenannten Neura Gyms. In diesen Zentren verknüpfen die Entwickler reale Sensordaten mit Simulationen und multimodalen Lernprozessen. Das Ziel ist es, eine der weltweit größten Dateninfrastrukturen für die Robotik aufzubauen. Das Konzept scheint in der Industrie auf Interesse zu stoßen: Neura verzeichnet nach eigenen Angaben bereits jetzt einen Auftragsbestand, der den Wert von einer Milliarde US-Dollar übersteigt. Bis zum Jahr 2030 plant der Hersteller, die Serienproduktion auf mehrere Millionen Roboter hochzufahren.

Europäischer Gegenspieler im globalen Technologiewettlauf

Mit der Milliardenfinanzierung positioniert sich das Unternehmen aus Baden-Württemberg deutlich im internationalen Wettbewerb, der bislang stark von Firmen aus den USA und China dominiert wird. Reger zeigt sich überzeugt, dass Unternehmen, die eine global relevante Infrastruktur für KI aufbauen, nicht zwingend an Standorten wie dem Silicon Valley sitzen müssen.

„Wir glauben, dass die nächste Generation von KI-Marktführern überall auf der Welt entstehen kann – überall dort, wo Vision, Ingenieurstalent und Umsetzungsgeschwindigkeit zusammenkommen“, erklärt der Geschäftsführer. Es gehe letztlich darum, Technologien zu bauen, auf die die Welt angewiesen sein werde.

Zukünftig werde sich der Fokus der Anwender verschieben. Menschen werden nicht mehr nur danach fragen, welche textlichen oder visuellen Informationen eine künstliche Intelligenz ausgeben kann. Reger fasst den anstehenden Wandel so zusammen: „Sie werden fragen, was KI physisch leisten kann.“ Um diese Anforderungen zu erfüllen, arbeitet Neura Robotics gemeinsam mit seinen Partnern daran, dezentrale Architekturen und interoperable Systeme zu schaffen, die einen sicheren und reibungslosen Einsatz der Roboter im industriellen und privaten Alltag gewährleisten. (mc)

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