KI in der Industrie Siemens, Databricks und FFT vernetzen Anlagen mit der Cloud

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Siemens, Databricks und FFT binden Anlagen aus der Fertigung direkt an die Cloud an, ohne dass dafür komplexe Zwischenschritte nötig sind. Industriebetriebe können so Daten schneller auswerten und KI flächendeckend einsetzen.

Siemens Industrial Edge ermöglicht es Kunden, Edge-Geräte und -Apps direkt am Produktionsstandort bereitzustellen und zu verwalten. Das App-Ökosystem sorgt für eine nahtlose Verbindung zu industriellen Anlagen, IT-Systemen und der Cloud.(Bild:  Siemens)
Siemens Industrial Edge ermöglicht es Kunden, Edge-Geräte und -Apps direkt am Produktionsstandort bereitzustellen und zu verwalten. Das App-Ökosystem sorgt für eine nahtlose Verbindung zu industriellen Anlagen, IT-Systemen und der Cloud.
(Bild: Siemens)

Siemens hat eine Partnerschaft mit dem Datenunternehmen Databricks und dem Automatisierungsspezialisten FFT Produktionssysteme geschlossen. Die drei Unternehmen haben eine Lösung entwickelt, mit der Industriebetriebe ihre Produktionsdaten direkt mit cloudbasierten Systemen für Künstliche Intelligenz (KI) verknüpfen. Der entscheidende technische Ansatz dabei ist, dass die Partner auf aufwendige Software-Schichten für das Internet der Dinge verzichten. Betriebe sollen dadurch Daten einfacher analysieren und KI-Anwendungen über all ihre Standorte hinweg skalieren.

Technisch basiert die Lösung auf der Plattform Siemens Industrial Edge. Sie erlaubt es Unternehmen, Anwendungen direkt an der Maschine in der Fabrikhalle zu installieren und zu verwalten. Das System verbindet industrielle Anlagen, IT-Systeme und die Cloud miteinander. Bisher war es oft kompliziert, die Maschinendaten in eine Form zu bringen, die KI-Systeme verarbeiten können. Durch die neue Integration fließt nun ein stetiger Datenstrom aus der Fertigung direkt in die Umgebung von Databricks. Dafür sorgt die Anwendung Data Bridge, die von FFT entwickelt wurde.

Modelle direkt an der Maschine ausführen

Auf der Plattform von Databricks werten die Betriebe die gesammelten Informationen aus. Sie nutzen die Datenbasis, um zentrale KI-Modelle zu trainieren. Sobald diese Modelle fertig entwickelt sind, spielen die Unternehmen sie über ihr globales Produktionsnetzwerk wieder aus. Die Modelle laufen dann auf der Edge-Plattform direkt am Ort der Produktion. Weil die Datenverarbeitung sehr nah an der Maschine stattfindet, reagieren die Systeme mit sehr geringer Verzögerung.

Mit dem gemeinsamen Angebot von Siemens, Databricks und FFT können Industrieunternehmen, KI‑fähige Produktionsdaten erschließen, industrielle KI skalieren und Abläufe über eine globale Produktion hinweg optimieren(Bild:  Siemens)
Mit dem gemeinsamen Angebot von Siemens, Databricks und FFT können Industrieunternehmen, KI‑fähige Produktionsdaten erschließen, industrielle KI skalieren und Abläufe über eine globale Produktion hinweg optimieren
(Bild: Siemens)

„Industrielle KI entfaltet nur dann ihren Wert, wenn Daten, Kontext und Umsetzung zusammenkommen“, ordnet Rainer Brehm, Leiter des operativen Geschäfts für Automatisierung bei Siemens Digital Industries, ein. „Gemeinsam mit Databricks und FFT ermöglichen wir unseren Kunden, industrielle KI über Anlagen und Fabriken hinweg zu skalieren und eine KI-gestützte Produktion zu realisieren.“ Unternehmen treffen durch diesen Ablauf Entscheidungen auf Basis verlässlicher Daten. Sie optimieren ihre Prozesse, senken Kosten und erhöhen die Produktivität. Dies bildet laut den Entwicklern die Basis, um physische Abläufe in Zukunft autonom zu steuern.

Lücke zwischen Fertigung und IT schließen

Die Edge-Plattform von Siemens liefert dabei die Infrastruktur, um isolierte Daten zugänglich zu machen und rechenintensive Anwendungen nahe am Prozess auszuführen. Databricks stellt im Gegenzug die Umgebung für maschinelles Lernen bereit. Diese läuft unabhängig vom Cloud-Anbieter und erfordert nur wenig eigene Infrastruktur. Betriebe setzen damit Anwendungen um, die Anlagen vorausschauend warten, die Qualität sichern, den Energieverbrauch regeln oder Lieferketten steuern. Auch der Einsatz sogenannter agentenbasierter KI-Anwendungen ist vorgesehen.

„Durch die Kombination der industriellen Automatisierungs- und Edge-Expertise von Siemens mit der Databricks-Plattform helfen wir Industrieunternehmen, die Lücke zwischen ihren Produktionsdaten und skalierbarem geschäftlichen Mehrwert zu schließen – über ihr gesamtes Produktionsnetzwerk hinweg“, erklärt Shiv Trisal, der bei Databricks den weltweiten Industriebereich verantwortet. „Diese Partnerschaft ist ein grundlegender Schritt, um die Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI-Agenten in industriellen Abläufen Realität werden zu lassen.“

Die Software Data Bridge von FFT dient dabei als verbindendes Element. FFT überträgt die Maschinendaten so, dass sie sofort für KI-Anwendungen bereitstehen. In der Cloud reichern die Betriebe diese Informationen dann mit weiteren Daten aus der Unternehmens-IT an. (mc)

(ID:50875189)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung