Thermische Leistungsmessung

Sensor zur direkten Bestimmung der Verlustleistung

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Bild 3: Der Prototyp des Sensors, der gegenwärtig in der Patentierungsphase ist
Bild 3: Der Prototyp des Sensors, der gegenwärtig in der Patentierungsphase ist
(Bild: Elektronik-Entwicklung Adamietz)
Sind die Stäbe dünn genug und hergestellt aus einem Material mit linearer Abhängigkeit von Wärmefluss zu Temperaturabfall, beispielsweise Kupfer oder Aluminium, dann ist die Differenz der von den Temperatursensoren gelieferten Messwerte proportional zu dem gesamten Wärmefluss vom Bauteil zum Kühler. Zusätzlich ist die Temperaturdifferenz am Ausgang und damit auch die angezeigte thermische Leistung unabhängig davon, wie die Wärmespots auf der warmen Seite des Sensors verteilt sind. Auf detaillierte Beschreibung der Realisierung der Temperatursensoren muss an dieser Stelle verzichtet werden, weil der Sensor mit seiner Temperaturerfassung Gegenstand einer noch nicht offengelegten Patentanmeldung ist. Bild 3 zeigt einen Prototypen des Sensors.

Bild 4 zeigt den Sensor eingefügt zwischen einen MOSFET im Isotop-Gehäuse und seinem Kühlkörper aus Kupfer. Da die Temperatursensoren in der Lage sind präzise Temperatur und vor allem Temperaturdifferenzen zu erfassen, werden Sie auch in einer Sensor-Einheit zur Erfassung von Wärmeverlusten eingesetzt, die mit Kühlflüssigkeit abgeführt werden. Dazu wird die Einheit, die aus zwei Temperatursensoren und einem Durchflussmesser besteht, in den zu messenden Kühlkreislauf eingefügt. Bekanntermaßen wird dann aus der Temperaturdifferenz des in den Kühler hinein laufenden kalten und des vom Kühler heraus laufenden warmen Kühlmediums und des Durchflusses auf die abtransportierte Energie geschlossen. Mit dieser Methode lassen sich Leistungen von einigen W bis mehreren kW messen.

Bild 4: Der Sensor eingefügt zwischen einem MOSFET im Isotop-Gehäuse und seinem Kühlkörper aus Kupfer
Bild 4: Der Sensor eingefügt zwischen einem MOSFET im Isotop-Gehäuse und seinem Kühlkörper aus Kupfer
(Bild: Elektronik-Entwicklung Adamietz)
Zu beiden Sensoren, dem Festkörper- und dem Kühlmittelsensor, gehört eine universelle Auswerte- und Anzeigeeinheit. Die Auswerteeinheit hat ein LC-Display, eine RS232- und USB-Schnittstelle, einen Analogausgang mit 0 bis 10 V und zusätzlich zum Eingang für den Sensor auch einen Eingang zum Anschluss eines Durchflussmessers. Zur Auswerteeinheit gehört eine PC-Software. Die Kommunikation mit dem PC erfolgt mittels einfachem ASCII-Protokoll und Labview-Treiber. In der oben stehenden Tabelle sind Messwerte für drei verschiedene Prototypen des Festkörper-Sensors dargestellt.

Details zu den Messwerten der Tabelle

Alle drei Prototypen haben nahezu den gleichen Footprint von 22 mm x 25 mm, besitzen aber zwei unterschiedliche Höhen und Kernmaterialien. Alle Messungen erfolgten auf einem Kupferkühler. Zwar erscheinen die Werte für den Wärmewiderstand hoch, doch sie sind vergleichbar mit den Messwerten, erzielt mit Klötzchen aus vollem Material entsprechender Abmessungen positioniert an der Stelle der Sensoren.

Die Messungen zur Widerholgenauigkeit wurden durchgeführt, nachdem das Bauteil mehrmals abmontiert und abwechselnd nach Augenmaß wider positioniert und befestigt worden ist. Bei den Messungen zu Abhängigkeit von der Position der Wärmequelle wurde ein Bauteil in einem verkleinerten TO247-Gehäuse (Teil des Gehäuse ab dem Anfang der Befestigungsbohrung abgeschnitten) mit Footprint von 14 mm x 14 mm benutzt. Während dieser Messung wurden alle möglichen Positionen des 14 mm x 14 mm kleinen Bauteils auf dem 22 mm x 25 mm messenden Areal des Sensors durchgespielt.

Um gute EMI-Immunität zu erreichen sind der Sensor, das Kabel und das Gehäuse der Auswerteeinheit vollständig geschirmt. Zusätzlich werden die Signale vom Sensor am Eingang der Auswerteeinheit aufwendig gefiltert. Es besteht auch die Möglichkeit das System aus einer 6-V-Batterie zu betreiben.

Die Festkörper-Sensoren sind in diversen Footprint-Größen von 10 mm x 15 mm passend für TO220-Gehäuse bis 105 mm x 45 mm passend für große SEMITRANS-Gehäuse verfügbar. Den Abmessungen nach oben sind keine Grenzen gesetzt, sodass Footprint-Größen von 100 mm x 100 mm und darüber hinaus ohne weiteres herstellbar sind.

Ergänzendes zum Thema
Ein Prinzip, viele Anwendungen

Das im Artikel beschriebene Wirkprinzip des thermischen Leistungsmessers wurde in einem anderen Projekt erfolgreich genutzt. Das Bild zeigt einen Leistungsmesskopf zur Bestimmung von Strahlung, etwa Laserstrahlung. Die Strahlung von oben kommend wird von der Absorbierfläche in der Mitte des Sensors in Wärme umgewandelt. Die entstandene Wärmeleistung wird durch das Sensorinnere zu einer von Wasser gekühlten Platte auf dem Boden des Sensors geleitet. Der dabei entstehende Temperaturgradient wird erfasst. Auch bei dieser Anwendung ist wichtig, dass die absorbierte Leistung weitgehend unabhängig von der Position und Verteilung der Strahlung gemessen wird.

Erprobung und Weiterentwicklung

Die Einheit zur Messung der Verluste im Falle von Flüssigkeitskühlung ist für diverse Leitungsdurchmesser im Bereich von 4 bis 12 mm und Durchflüsse von wenigen l/Minute bis 30 l/Minute erhältlich. Größere Durchmesser und größere Durchflüsse sind realisierbar. Die Messeinheit kann mit Schnellkupplungen ausgestattet werden. Die mit dem Kühlmedium in Kontakt tretenden Materialien bestehen aus Kunststoffen und Kupfer oder Edelstahl. Abhängig von der Kühlflüssigkeit kommen diverse Durchflussmesser zum Einsatz. Für partikelfreies Wasser und DI-Wasser (destilliertes Wasser) werden Turbinen-Durchflusssensoren bevorzugt.

Der Autor ist an der Zusammenarbeit mit potenziellen Anwendern zur Erprobung und Weiterentwicklung der Sensoren interessiert. Aus momentaner Sicht, gilt es im wesentlichen Fragen zu beantworten zum Verhalten bei sehr starken EM-Störfeldern, zur Form und zu brauchbaren Außenabmessungen des Sensorkörpers und zur Anordnung des Kabelabganges. Von Interesse sind aber auch allgemeine Erfahrungen wie zur Genauigkeit oder Handhabung.

* * Hubert Adamietz ist Inhaber der Firma Elektronik-Entwicklung Adamietz, Ochtendung

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