Weiterbildung im Wärmemanagement Online-Module und Live-Kongress im September für Entwickler

Von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 2 min Lesedauer

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Das Zentrum für Wärmemanagement und die ELEKTRONIKPRAXIS bieten im Rahmen einer Kooperation ein kompaktes Training für das Wärmemanagement. Dabei greifen die Online-Module und die Live-Veranstaltung in Würzburg Hand in Hand.

Prof. Andreas Griesinger von der DHBW im Grundlagentrack Wärmemanagement in Würzburg. Am 29. September treffen sich Elektronikentwickler und auch Konstrukteure zum fachlichen Austausch.(Bild:  Stefan Bausewein)
Prof. Andreas Griesinger von der DHBW im Grundlagentrack Wärmemanagement in Würzburg. Am 29. September treffen sich Elektronikentwickler und auch Konstrukteure zum fachlichen Austausch.
(Bild: Stefan Bausewein)

Was bringt der beste Kühlkörper, wenn der thermische Kontaktwiderstand in der Baugruppe nicht stimmt? Warum scheitern Heatpipes in bestimmten Einbaulagen? Und wie viel Temperaturunterschied macht eine falsch gewählte Wärmeleitpaste im Datenblatt im realen Betrieb tatsächlich aus?

Solche Fragen lassen sich nicht einfach im Internet suchen. Sie verlangen ein physikalisches Verständnis, saubere Messtechnik und echte Erfahrung von Menschen. Genau das liefern das Zentrum für Wärmemanagement aus Stuttgart und der Fachkongress Power of Electronics ab dem 22. September in einem aufeinander abgestimmten Programm.

Online-Module und der thermische Durchblick

Den Auftakt macht am 22. September Professor Andreas Griesinger von der DHBW Stuttgart mit den Grundlagen der Wärmeübertragung. Aus Leitung, Konvektion und Strahlung leitet er Handrechnungen ab, mit denen Entwickler Temperaturen und Wärmeströme im Vorfeld abschätzen können, noch bevor die Simulation läuft.

Am 23. September widmet sich Peter Fink den thermischen Kontaktwiderständen. Er zeigt, wie sich diese messtechnisch charakterisieren lassen, von der stationären Zylindermethode über die Mikrothermografie bis hin zu transienten optischen Verfahren, inklusive aller Messunsicherheiten.

Am 24. September geht es um die Temperaturmessung in der Elektronik. Oliver Roser behandelt Thermoelemente, Widerstandsthermometer und Wärmebildkameras, wobei der Fokus auf den typischen Praxis-Fehlerquellen wie dem Emissionsgrad oder der Sensorbefestigung liegt. Am selben Tag vertieft Griesinger das optimierte Kühlkörperdesign, von der Rippengeometrie über den Druckabfall bis zur Materialfrage zwischen Aluminium und Kunststoff.

Einsatz branchenspezifischer CFD-Tools

Am 25. September widmet sich Tobias Best dem Einsatz branchenspezifischer CFD-Tools in der Elektronikentwicklung. Er zeigt, wann sich Simulationen lohnen, wie die Modellerstellung von Leiterplatten, Gehäusen oder Lüftern funktioniert und worauf es beim Meshing sowie bei der physikalischen Modellierung von Wärmeleitung und Konvektion ankommt. Abgerundet wird das Seminar durch Einblicke in elektro-thermische Co-Simulationen und transiente Analysen unter realen Umweltbedingungen.

Den Abschluss der Online-Reihe bildet am 28. September das Thema thermische Interfacematerialien. Robert Liebchen erläutert Auswahl, Anwendung und Alterungsverhalten und zeigt, was Power Cycling sowie Temperaturwechsel- und Vibrationstests über die Lebensdauer von Wärmeleitpasten, Gap Fillern und Phasenwechselmaterialien aussagen.

Live in Würzburg auf Power of Electronics

Am 29. September schließt sich der Kreis beim Live-Event auf dem Track Wärmemanagement der Power of Electronics in Würzburg. Hier führen Andreas Griesinger und Tobias Best die Inhalte des Programms direkt in der Praxis zusammen. Andreas Griesinger demonstriert an realen Messaufbauten mit Kühlkörpern, Heatpipes und Vapor Chambers, wie kleine konstruktive Anpassungen die Bauteiltemperatur drastisch senken.

Tobias Best ergänzt dies durch eine praxisnahe Fallstudie zur entwicklungsbegleitenden Temperatursimulation, bei der gemeinsam ein komplettes Entwärmungskonzept von der Überschlagsrechnung bis zum Simulationsmodell erarbeitet wird.

Der Track Wärmemanagement (ehemals Cooling Days) in Würzburg richtet sich gleichermaßen an Einsteiger, die thermische Zusammenhänge greifbar machen wollen, und an erfahrene Entwickler, die ihre Auslegungsmethoden hinterfragen möchten. (heh)

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