Obsoleszenz-Management Obsoleszenz managen: FED und COGD kooperieren

Von Margit Kuther

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Der Fachverband Elektronikdesign und -fertigung (FED) und die Component Obsolescence Group Deutschland (COGD) haben eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Die Verbände wollen künftig beim Thema Obsoleszenz eng zusammenarbeiten.

Kooperation (v.l): Axel Wagner (stellv. Vorstandsvorsitzender COGD); Dr. Wolfgang Heinbach, (Vorstandsvorsitzender COGD); Dieter Müller (Vorstandsvorsitzender FED); Christoph Bornhorn (Geschäftsführer FED)
Kooperation (v.l): Axel Wagner (stellv. Vorstandsvorsitzender COGD); Dr. Wolfgang Heinbach, (Vorstandsvorsitzender COGD); Dieter Müller (Vorstandsvorsitzender FED); Christoph Bornhorn (Geschäftsführer FED)
(Bild: COGD)

Inhalt der Kooperation sind gemeinsame Aktivitäten zum Thema Obsoleszenz von Elektronikprodukten. Das umfasst die koordinierte Interessenvertretung gegenüber politischen Entscheidern sowie die Vernetzung in Forschung und Entwicklung. Zudem planen die beiden Verbände, Schulungen und Vorträge zu entwickeln, um die Vorteile von strategischem und proaktivem Obsoleszenzmanagement aufzuzeigen und betroffene Unternehmen und deren Mitarbeiter für das Thema zu sensibilisieren.

Dieter Müller, FED-Vorstandsvorsitzender: „Die momentane Situation und auch die letzten beiden Jahre haben gezeigt, wie dramatisch sich die Nichtverfügbarkeit von Bauteilen auf unsere Branche auswirkt. Ohne ein entsprechendes Obsoleszenzmanagement kann das die Lieferfähigkeit von Unternehmen massiv gefährden. Der FED will mit der COGD daran arbeiten, dass das Thema Obsoleszenz dauerhaft ins Bewusstsein von Wirtschaft und Politik gelangt und Lösungen aufzeigen, wie ihr mit einer langfristigen Strategie begegnet werden kann. Gleichzeitig wollen wir auch Ansprechpartner für alle Branchenunternehmen sein und ihnen helfen, mit Obsoleszenz-Themen richtig umzugehen.“

Dr. Wolfgang Heinbach, ehrenamtlicher Vorstandsvorsitzender der COGD, ergänzt: „Wir freuen uns sehr auf die enge Zusammenarbeit mit dem FED, denn ein effizientes, proaktives Obsoleszenzmanagement fängt im Design an. Werden risikobehaftete Komponenten oder Materialien schon in dieser frühen Phase eingesetzt, ist der spätere Aufwand für die Problembehebung umso höher.“

Obsoleszenz betrifft ganze Teile unserer Volkswirtschaft

Nach Überzeugung des Obsoleszenz-Experten werden sich deutsche Unternehmen aufgrund geopolitischer Unsicherheiten und anderen Unwägbarkeiten künftig deutlich öfter und in wesentlich größerem Umfang als bisher mit potenziellen Obsoleszenzrisiken und deren betriebs- und gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen auseinandersetzen müssen. Das gelte nicht nur für den Umgang mit elektronischen Bauteilen, sondern auch für immer mehr Rohstoffe, Materialien, Halbzeuge und Software-Produkte. „Wir sind inzwischen an einem Punkt angelangt, an dem Obsoleszenzen nicht mehr nur für einzelne Unternehmen, sondern im schlimmsten Fall auch für ganze Teile unserer Volkswirtschaft ein erhebliches Risiko darstellen können. Politik und Wirtschaft für dieses brisante Thema noch stärker zu sensibilisieren, ist uns deshalb ein wichtiges gemeinsames Anliegen“, so Dr. Heinbach.

Für die Mitglieder beider Verbände hat die Zusammenarbeit auch unmittelbare Vorteile. So werden sie durch regelmäßige Updates über Veranstaltungen, Schulungen und weitere Angebote direkt in das Informationsnetzwerk des anderen Verbandes eingebunden.

Der FED vertritt die Interessen von 700 Mitgliedern, darunter Leiterplattendesigner und -hersteller, EMS-Firmen, EDA-Firmen, Prozess- und Technologiedienstleister sowie Anbieter von Fertigungsanlagen, Software und Verbrauchsmaterialien. Seinen Mitgliedern in Deutschland, der Schweiz und Österreich gibt der FED Orientierung und Unterstützung bei technischen Unternehmensprozessen und Entscheidungen. Schwerpunkt der Verbandsarbeit ist die Aufbereitung und Weitergabe von Fachwissen sowie die berufsbegleitende Qualifikation von Elektronikdesignern und Elektronikfachkräften.

Die vor 17 Jahren gegründete COGD ist eine Non-Profit-Industrievereinigung, die sich mit ihren über 160 Mitgliedern mit den Ursachen und den Folgen von Produktänderungen und Produktabkündigungen und ihren Auswirkungen auf die eigene Lieferfähigkeit auseinandersetzt. Sie entwickelt Ideen, Konzepte und Instrumente zur vorausschauenden Vermeidung von Obsoleszenz folgen bedingt durch einen effizienten Umgang mit eintretenden Veränderungen an Materialien, Betriebs- und Hilfsmitteln. (mk)

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