KI in der Elektronikfertigung KI-Assistenzsysteme helfen bei Fachkräftemangel und Wissensverlust

Quelle: Pressemitteilung 3 min Lesedauer

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Der Elektronikfertiger Limtronik nutzt KI-basierte Assistenzsysteme, um Ingenieure bei wissensintensiven Aufgaben zu unterstützen, den Know-how-Transfer im Unternehmen zu sichern und neue Mitarbeitende schneller einzuarbeiten.

Symbolbild: Was kann KI in der Elektronikfertigung bewegen? Bei Limtronik wurden diesbezüglich Fallstudien gestartet.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Symbolbild: Was kann KI in der Elektronikfertigung bewegen? Bei Limtronik wurden diesbezüglich Fallstudien gestartet.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Gerade in der hochvariantenreichen Elektronikfertigung müssen Industrieingenieure Produktänderungen schnell bewerten und bei Abweichungen die richtigen Maßnahmen einleiten. Dabei basieren viele dieser Entscheidungen auf Erfahrungswerten, die über Jahre aufgebaut wurden. Wie aber lässt sich dieses Wissen langfristig sichern, wenn erfahrene Fachkräfte perspektivisch ausscheiden, während neue Mitarbeitende schneller produktiv werden müssen? Eben der Beantwortung dieser Frage haben sich die Verantwortlichen von Limtronik gestellt.

„Wir sehen täglich ganz konkret, wie entscheidend der schnelle Zugriff auf belastbares Wissen für stabile Prozesse ist“, so Gerd Ohl, Geschäftsführer bei Limtronik. „Unser Ziel ist es, dieses Know-how zum einen zu bewahren und zum anderen so verfügbar zu machen, dass es im Tagesgeschäft unmittelbar genutzt werden kann.“ Damit das gelingt, setzt Limtronik auf künstliche Intelligenz.

Verbesserte Zusammenarbeit mit Kunden

Der Einsatz von KI baut beim Unternehmen auf einer über Jahre gewachsenen digitalen Infrastruktur auf. Von Traceability-Systemen über MES bis zu vernetzten Produktionsprozessen wurden Daten und Informationen im Unternehmen konsequent aus dem operativen Bedarf heraus erschlossen. Darauf aufbauend geht Limtronik nun den nächsten Schritt: Erfahrungswissen aus der Produktion wird gezielt erfasst, strukturiert und mit bestehenden Prozess- und Qualitätsdaten verknüpft.

Erkenntnisse aus Störungen, Produktanläufen oder Prozessanpassungen werden so aufbereitet, dass sie in vergleichbaren Situationen wieder abrufbar sind. KI-basierte Assistenzsysteme sollen dabei unterstützen, diese Informationen kontextbezogen bereitzustellen – etwa bei der Analyse von Fehlerbildern oder der Bewertung von Änderungen.

Durch das systematische Sammeln und Analysieren von Produktions- und Prozessdaten kann Limtronik nach eigenen Angaben Rückmeldungen an Kunden schneller und fundierter geben. Das soll helfen, die Supply Chain effizienter zu gestalten, Entwicklungsprozesse zu optimieren und die Qualität der Endprodukte zu verbessern.

Internationale Fachkräfte schneller heranführen

Beim Einsatz von KI-basierten Assistenzsystemen spielt für Limtronik auch die Integration neuer Mitarbeitender eine zentrale Rolle. Das Unternehmen setzt traditionell stark auf eigene Ausbildung, gleichzeitig gewinnen internationale Fachkräfte zunehmend an Bedeutung. Im Produktionsalltag treffen jedoch häufig unterschiedliche Erfahrungsstände, Sprachniveaus und Dokumentationsverständnisse aufeinander, was die Einarbeitung verlangsamen kann.

KI-basierte Assistenzsysteme sollen technische Inhalte kontextbezogen aufbereiten, den Zugang zu bestehenden Dokumentationen vereinfachen und helfen, Informationen schneller zu erfassen und anzuwenden. So können neue Mitarbeitende – unabhängig von ihrer Herkunft – schneller produktiv in Prozesse eingebunden werden.

KI lernt aus der Fertigung

Eine besondere Rolle spielt die Fertigung von Limtronik selbst: Hier werden neue Technologien direkt im laufenden Betrieb erprobt. Als Mitgründer des SEF Smart Electronic Factory e.V. stellt das Unternehmen seine Produktion als reale Forschungs- und Entwicklungsumgebung zur Verfügung. In diesem Kontext arbeitet Limtronik auch mit Partnern an KI-gestützten Assistenzlösungen für Industrieingenieure. Ein Beispiel ist der „Digital Industrial Engineer“, der aktuell gemeinsam mit German Edge Cloud, great2know und ScheerPAS umgesetzt wird. Er verbindet Erfahrungswissen, Produktionsdaten und KI-basierte Analysen miteinander.

„Für uns ist entscheidend, dass neue Technologien unter realen Bedingungen funktionieren“, so Ohl. „Wir testen nicht im Labor, sondern dort, wo täglich produziert wird – nur so entsteht echter Mehrwert.“ (sb)

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