Exportkontrollen USA unterbinden Lieferung von Chip-Herstellungs-Equipment an Hua Hong

Von Sebastian Gerstl 2 min Lesedauer

Die USA verschärfen ihre Exportkontrollen gegen Hua Hong. Herstellern von Chip-Produktions-Ausrüstung wurde Medienberichten zufolge die Lieferung von Geräten an Chinas zweitgrößte Foundry untersagt. Im Fokus stehen Anlagen, die mit 7-nm-Technologie und KI-Chips in Verbindung gebracht werden

Chipfertigungsanlage von Applied Materials. Dem amerikanischen Anbieter von Halbleiterproduktionsanlagen wurde, ebenso wie den US-Wettbewerbern LAM Research und KLA, nach SMIC auch die Lieferung von Geräten an Chinas zweitgrößte Foundry Hua Hong untersagt.(Bild:  Applied Materials)
Chipfertigungsanlage von Applied Materials. Dem amerikanischen Anbieter von Halbleiterproduktionsanlagen wurde, ebenso wie den US-Wettbewerbern LAM Research und KLA, nach SMIC auch die Lieferung von Geräten an Chinas zweitgrößte Foundry Hua Hong untersagt.
(Bild: Applied Materials)

Die US-Regierung hat Berichten zufolge Lieferungen von Halbleiterfertigungsequipment an zwei Anlagen der chinesischen Foundry Hua Hong eingeschränkt. Das US-Handelsministerium soll entsprechende Schreiben an mehrere Ausrüster verschickt haben, darunter Lam Research, Applied Materials und KLA. Betroffen sind demnach Werkzeuge und Materialien, die für Hua-Hong-Standorte bestimmt waren.

Nach Angaben aus den Berichten gehen US-Behörden davon aus, dass die betroffenen Anlagen für die Fertigung besonders fortschrittlicher Chips genutzt werden könnten. Hua Hong gilt als zweitgrößte Foundry Chinas nach SMIC. Während SMIC derzeit als einziger chinesischer Auftragsfertiger Chips in 7-nm-Technologie herstellen kann, soll Hua Hong über Huali Microelectronics an einem eigenen 7-nm-Prozess arbeiten.

Huali rückt in den Fokus

Hua Hong hatte im Februar eine Beteiligung von 97,5 Prozent an Huali Microelectronics übernommen. Huali bot zu diesem Zeitpunkt Foundry-Dienste unter anderem in 40 nm sowie 55/65 nm an und betreibt in Shanghai die Fab 6 mit 28- und 22-nm-Prozessen. Zusätzlich wird eine als Fab 8a bezeichnete Anlage erwähnt, die sich nach Angaben aus Branchenkreisen noch im Bau befinden soll.

Gerade die Fab 6 steht im Zentrum der Berichte. Dort soll Huali seit dem vergangenen Jahr einen 7-nm-Prozess vorbereiten, unterstützt durch SiCarrier, ein von Huawei mitgetragenes Unternehmen. Ziel sei eine Anfangsproduktion von mehreren Tausend 7-nm-Wafern pro Monat bis Ende 2026. In einem der Ausgangstexte ist auch von einem Start bis Ende dieses Jahres die Rede, was die Unsicherheit der Zeitangaben unterstreicht.

Huawei soll laut den Berichten mit Hua Hong zusammenarbeiten und prüfen, einen Teil der KI-Chipproduktion von SMIC zu Hua Hong zu verlagern. Für die USA wäre ein zweiter chinesischer Anbieter mit 7-nm-Fähigkeiten ein strategisch relevanter Schritt, da entsprechende Prozesse als Grundlage für leistungsfähige Logik- und KI-Bausteine gelten.

Folgen für Ausrüster und Lieferketten

Das Handelsministerium nutzt für solche Maßnahmen offenbar sogenannte „is-informed“-Schreiben. Damit können einzelne Unternehmen kurzfristig über neue Lizenzpflichten informiert werden, ohne dass ein längeres formales Regelsetzungsverfahren abgewartet werden muss. Für die Empfänger bedeutet dies, dass bestimmte Lieferungen nicht mehr ohne Genehmigung ausgeführt werden dürfen.

Für US-Ausrüster könnten die Einschränkungen erhebliche wirtschaftliche Folgen haben. Lam Research, Applied Materials und KLA gehören zu den wichtigsten Anbietern von Ätz-, Beschichtungs-, Mess- und Prozesskontrollsystemen. Da alle drei Unternehmen einen erheblichen Teil ihres Geschäfts in China erwirtschaften, könnten ausbleibende Lieferungen an im Bau befindliche oder neu ausgerüstete Fabs Umsätze in Milliardenhöhe betreffen.

Seitens der USA ist offenbar beabsichtigt, Chinas Ausbau eigener Halbleiterkapazitäten zu bremsen. Ob sie die Entwicklung bei Hua Hong dauerhaft verzögern, hängt jedoch davon ab, ob sich betroffene Anlagen durch Equipment anderer ausländischer Anbieter oder durch chinesische Alternativen ersetzen lassen. Politisch fügen sich die Schritte in eine breitere US-Strategie ein, Chinas Zugang zu Fertigungstechnologien für fortschrittliche Logik- und KI-Chips weiter einzuschränken.(sg)

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