Speicherkrise könnte sich verschärfen Streit um Bonuszahlungen führt zu Generalstreik bei Samsung

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Die Gewerkschaft von Samsung hat für die Zeit vom 21. Mai bis zum 7. Juni 2026 einen 18-tägigen Generalstreik angekündigt. Es wird damit gerechnet, dass sich bis zu 40.000 Beschäftigte beteiligen, was zu spürbaren Produktionsausfällen im extrem angespannten Speichermarkt führen dürfte.

Die Samsung Group United Union hat einen 18-tägigen Generalstreik bei Samsung Electronics angekündigt.(Bild:  Samsung)
Die Samsung Group United Union hat einen 18-tägigen Generalstreik bei Samsung Electronics angekündigt.
(Bild: Samsung)

Die Samsung Group United Union hat am 23. April 2026 bekräftigt, dass ab dem 21. Mai ein 18-tägiger Generalstreik bei Samsung Electronics stattfinden wird. Schätzungen südkoreanischer Medien zufolge könnten sich bis zu 40.000 Beschäftigte an der Arbeitsniederlegung beteiligen, was wiederum spürbare Produktionsausfälle mit sich bringen wird – und das in einer Zeit, in der die Lage rund um Speicherchips ohnehin bereits angespannt ist.

Die Aktion richtet sich gegen die aus Sicht der Gewerkschaft unzureichenden Bonuszahlungen vonseiten Samsungs und trifft gerade einen wunden Punkt. Gerade erst wurde bekannt, dass Mitbewerber SK Hynix im kommenden Jahr jedem Angestellten im Schnitt Bonuszahlungen in Höhe von 700 Millionen Won zukommen lassen könnte. Das entspricht aktuellen Wechselkursen im April 2026 rund 470.000 Euro.

Die Gewerkschaft fordert die Unternehmensleitung von Samsung auf, 15 Prozent des Betriebsgewinns für Mitarbeiterboni vorzusehen, wie The Korea Herald berichtet. Die Unternehmensleitung wiederum schlug vor, das 10-Prozent-Niveau von SK Hynix zu übernehmen, was die Gewerkschaft ablehnte. Man erwartet nun, dass sich 30 bis 40 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder am Streik beteiligen könnten.

Produktionsausfälle erwartet

Analysten gehen davon aus, dass die Produktion in den betroffenen Werken in Pyeongtaek und Hwaseong um 3 bis 4 Prozent bei DRAM und 2 bis 3 Prozent bei NAND zurückgehen könnte. Bereits nach einer Gewerkschaftsversammlung am 23. April sank laut News1 das Wafer-Transfervolumen während der Nachtschicht deutlich, und zwar in der Foundry-Sparte um 58,1 Prozent, in der Giheung-S1-Linie um 74,3 Prozent. Die Speicherproduktion war mit einem Rückgang von 18,4 Prozent weniger stark betroffen, wobei DRAM-Prozesse stärker einbrachen.

Die Gewerkschaft schätzt den Gesamtschaden bei einem vollständigen Streik auf 20 bis 30 Billionen Won (ca. 13,5 bis 20 Milliarden US-Dollar). Selbst wenn der Streik nach 18 Tagen endet, könnte die Produktion weitere zwei bis drei Wochen brauchen, um wieder auf Normalniveau zu laufen, da automatisierte Produktionslinien neu gestartet und in einen stabilen Betrieb gebracht werden müssen.

Sorge bei Cloud-Anbietern

Samsung ist laut TrendForce mit einem Marktanteil von 36 Prozent bei DRAM und 28 Prozent bei NAND der weltweit größte Speicherhersteller (Q4 2025). Selbst eine Produktionsunterbrechung von 2 bis 4 Prozent könnte als Katalysator wirken und die Preise in einem ohnehin angespannten Markt weiter nach oben treiben. Betroffen wären etwa Hyperscaler und Cloud-Anbieter wie Google und Amazon, die auf Samsungs Server-DRAM und Enterprise-SSDs angewiesen sind. Spürbar könnten die Streikauswirkungen allerdings auch in kleinerem Rahmen sein, in Verfügbarkeiten und Preisentwicklungen. Samsungs Wettbewerber SK Hynix und Micron dürften dann profitieren. Die Preise sollen bei High-Performance-Server-DRAM und Enterprise-SSDs besonders volatil ausfallen, weil nur wenige Hersteller die Massenproduktion beherrschen, so ZDNet. (sb)

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