Gestörte Lieferketten Krieg im Iran verteuert Leiterplattenproduktion

Von Sebastian Gerstl 1 min Lesedauer

Der Nahostkonflikt erschwert die Versorgung mit wichtigen Rohstoffen für Leiterplatten. Vor allen die Versorgungslage für hochreines Polyphenylenether-Harz ist empfindlich gestört. Hersteller reagieren mit Preisanpassungen.

Auch Leiterplattenhersteller melden eine durch den Irankrieg empfindliche Störung der globalen Lieferkette. Durch den Krieg im Nahost leidet die weltweite Versorgung mit Materialien wie Polyphenylenether- und Epoxidharz (Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Auch Leiterplattenhersteller melden eine durch den Irankrieg empfindliche Störung der globalen Lieferkette. Durch den Krieg im Nahost leidet die weltweite Versorgung mit Materialien wie Polyphenylenether- und Epoxidharz
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Der Konflikt im Nahen Osten belastet die Lieferketten der Elektronikindustrie auf mehreren Ebenen. So setzt der Ausfall an Heliumlieferungen besonders die koreanische, aber auch die taiwanesische Chipfertigung unter Druck. Nun haben auch asiatische Leiterplattenhersteller eine Warnung ausgegeben: Die Versorgung mit hochreinem Polyphenylenether-Harz sei demnach empflindlich gestört.

Nach einem iranischen Angriff auf den petrochemischen Komplex Jubail in Saudi-Arabien wurde die Produktion dort gestoppt. Das Material wird für Leiterplatten-Laminate benötigt und gilt als wichtiger Grundstoff der Branche. Der saudische Chemiekonzern SABIC produziert nach Branchenangaben rund 70 Prozent des weltweiten Angebots an hochreinem PPE. Da die Produktion bislang nicht wieder aufgenommen wurde, hat sich die Verfügbarkeit deutlich verengt. Zusätzlich erschweren gestörte Transportwege im Golf die Versorgung.

Die Preise für Leiterplatten waren bereits seit Ende vergangenen Jahres gestiegen, vor allem wegen der hohen Nachfrage nach KI-Servern. Im April legten sie laut Analysten im Vergleich zum März um bis zu 40 Prozent zu. Cloudanbieter akzeptieren die höheren Kosten teilweise, weil sie auch in den kommenden Jahren mit einer hohen Nachfrage rechnen.

Weitere Rohstoffe unter Druck

Neben PPE-Harz verteuern auch Engpässe bei Glasfasern, Epoxidharz und Kupferfolie die Produktion. Für bestimmte chemische Materialien haben sich die Lieferzeiten nach Angaben aus der Branche von rund drei auf bis zu 15 Wochen verlängert.

Kupfer spielt in der Leiterplattenfertigung eine besonders große Rolle. Es macht nach Angaben des chinesischen Zulieferers Victory Giant Technology rund 60 Prozent der Rohstoffkosten aus. Die Preise für Kupferfolie sind in diesem Jahr bereits um bis zu 30 Prozent gestiegen.

Hersteller reagieren nun mit Gesprächen über Preisanpassungen. Der südkoreanische Leiterplattenproduzent Daeduck Electronics, zu dessen Kunden Samsung Electronics, SK Hynix und AMD zählen, verhandelt nach eigenen Angaben mit Abnehmern.

Trotz der Belastungen erwartet die Branche weiter Wachstum: Der globale Leiterplattenmarkt soll 2026 um 12,5 Prozent auf 95,8 Milliarden US-Dollar zulegen.(sg)

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