Insbesondere in der Elektronikindustrie findet der Kampf gegen Fälschungen elektronischer Geräte offenbar kein Ende. Den Mitarbeitenden des Ventilatoren- und Motorenherstellers ebm-papst gelang dank akribischer Recherche die Aufdeckung einer chinesischen Fälscherwerkstatt.
Ebm-Papst und die lokalen Behörden gehen bei einer Razzia in einer Fälscherfabrik in Foshan, China erfolgreich gegen Produktfälschungen vor.
(Bild: Ebm-Papst)
Machen sich Fälscher in der Elektronikindustrie Produktdesigns und Entwürfe zu eigen, um mit der Kopie eines beliebten Gegenstands den großen Reibach zu machen, dann mag das auf dem Blick wie ein Gewinn aussehen.
Doch es bedarf selten einen zweiten Blick, um die negativen Ausmaße einer Fälschung auszumachen. Die Kopie ist qualitativ oft minderwertig und der Einsatz kann deswegen sogar gefährlich werden. Dem Produkteigner und Patentinhaber wiederum entgehen Umsätze und das negative Feedback der Kunden, wenn das Produkt nicht hält, was es verspricht, fällt auf das Unternehmen zurück.
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Da ist es absolut verständlich, dass viele Großunternehmen Abteilungen oder Dienstleister damit beauftragen, den Fälschern auf die Spur zu kommen, damit entsprechende Maßnahmen ergriffen werden können. Von den Ausmaßen eines solchen Unterfangens, der Jagd auf international tätige Produktfälscher, berichtet der Lüfter- und Motorenhersteller ebm-papst.
Fälschung dank Kundenbeschwerde entdeckt
Laut des Berichts in der Pressemitteilung von ebm-papst hat sich folgendes zugetragen: Im März 2023 beschwerte sich ein Kunde beim Unternehmen, der 40 Ventilatoren erhalten hatte. Im Vergleich zu früher erhaltenen Produkten aber wirkten diese Ventilatoren ungewöhnlich. Das Team von ebm-papst, das sich mit dieser Beschwerde befasste, verfolgte das Produkt durch die Lieferkette bis zu einem Unternehmen in Shenzhen, China, das den gefälschten Ventilator und weitere Produkte im Online-Shop vertrieben hat.
Wo allerdings die Fälschung hergestellt wurde, war zu diesem Zeitpunkt noch unbekannt. Deswegen nahm ebm-papst unter der Leitung von Ralf Duckeck, Vice President Intellectual Property der ebm-papst Gruppe, den Dienst der chinesischen Markenrechtsschutzorganisation Selective Trademark Union (STU China) in China in Anspruch, um die Details aufzudecken.
Spurensuche in China
Online- sowie Vor-Ort-Maßnahmen der Untersuchung erlaubten es den Leuten, jedes Detail entlang der Lieferkette unter die Lupe zu nehmen, unter anderem Muster der mutmaßlich gefälschten Produkte. So gelang es den Mitarbeitenden, eine Fabrik in Foshan, Guangdong ausfindig zu machen, in der die Produkte hergestellt und vertrieben wurden.
Am 4. August 2023 konnte aufgrund der erlangten Informationen von örtlichen Regierungsbehörden und mit der Unterstützung von STU China in der Fälscherfabrik in Foshan eine unangekündigte Razzia durchgeführt werden – mit Erfolg. „Bei dieser Aktion wurden in direkter Kommunikation mit den Fabrikarbeitern die Hauptaktivitäten dieser Aufarbeitungsanlage aufgedeckt“, so heißt es von Seiten ebm-papst. „Zu ihren Aktivitäten gehörten der Kauf von Original-Ventilatoren von ebm-papst und das Anbringen von gefälschten Etiketten, die Aufarbeitung von gebrauchten sowie unbenutzten Ventilatoren alter Bauart. Die überholten Ventilatoren wurden als neue Original-Produkte verkauft, und um die Unterscheidung von gefälschten Produkten zu erschweren, verwendete das Unternehmen häufig eine Mischung aus echten und gefälschten Produkten.“
Fundstücke der Razzia in der Fälscherwerkstatt
Bei der Razzia, so heißt es, wurden 149 Ventilatoren und 260 gefälschte Etiketten beschlagnahmt. Auch die gefälschten ebm-papst-Produkte und die Einkünfte aus deren Verkauf wurden von den Regierungsbehörden kassiert. Gegen die Fälscher wurde eine Strafe von 20.000 RMB, rund 2.500 Euro, verhängt. Ist das angemessen?
Zum Vergleich: Das durchschnittliche Jahresgehalt eines Beschäftigten in China lag laut Statista im Jahr 2022 bei etwa 115.000 Yuan. Die verhängten Strafen gegen die entlarvten Fälscher erscheinen mit Blick auf diese Daten also eher milde. Übrigens: Einen Unterschied zwischen Renminbi (RMB) und Yuan (CNY) gibt es nicht wirklich, denn im Grunde werden die beiden Bezeichnungen synonym verwendet. Renminbi ist die Bezeichnung der Währung, die Bezeichnung Yuan nutzen Chinesen meist, um einen bestimmten Betrag zu beziffern. (sb)
Stand: 08.12.2025
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