Smarte Geräte gehören für viele längst zum Alltag. Dabei sind am beliebtesten Multimedia-Geräte und smarte Musiksysteme, gefolgt von Sprachassistenten. Gleichzeitig hemmen konkrete Sicherheitsbedenken viele Verbraucher beim Kauf weiterer smarter Produkte, so eine Studie von Reichelt Elektronik.
Smart Home: Smarte Geräte werden immer beliebter. Doch das Sicherheitsrisiko bleibt.
65 Prozent der von Reichelt Elektronik befragten 1.000 Verbraucher in Deutschland gaben an, dass sie mindestens ein smartes Gerät nutzen. Besonders beliebt sind dabei Multimedia-Geräte wie Smart-TVs und smarte Musiksysteme (57 %), gefolgt von Sprachassistenten wie Amazon Alexa oder Google Home (46 %) sowie Sicherheitslösungen wie Überwachungskameras, Rauchmelder oder smarte Türschlösser (26 %). Lichtsteuerungen, die in der letzten Smart-Home-Studie aus dem Jahr 2024 noch mit 37 Prozent auf dem dritten Platz landeten, fielen dieses Jahr mit 25 Prozent etwas zurück.
Der mit Abstand meistgenannte Grund für die Anschaffung smarter Produkte ist der Wunsch nach mehr Komfort im eigenen Zuhause (45 %). Dahinter folgen praktische Funktionen wie Fernzugriff oder Prozessautomatisierung (38 %) sowie die Absicht, Energie- und sonstige Kosten durch beispielsweise smarte Heizungssteuerung einzusparen (31 %). 26 Prozent wollen diesen Bereich noch weiter ausbauen und den gesamten Energieverbrauch im Zuhause steuern sowie Solaranlagen überwachen. Technikbegeisterung treibt immerhin jeden Vierten (ebenfalls 26 %) zum Kauf.
Smart Home lohnt sich, ist aber nicht unersetzlich
Dass sich die Investition lohnt, bestätigt eine deutliche Mehrheit: 51 Prozent der Nutzer berichten, durch smarte Geräte tatsächlich Geld gespart zu haben, etwa bei Heiz- oder Stromkosten. Als größten Vorteil nennen die Befragten jedoch mehr Komfort (51 %) – noch vor dem Einsparpotenzial (39 %). Zudem schätzen sie eine höhere Effizienz im Alltag (35 %).
Obwohl 62 Prozent der Befragten antworten, dass Smart Home ihr Leben leichter macht, gilt es für viele als nicht als unersetzlich: 47 Prozent bezeichnen smarte Produkte als „nettes Extra, aber nicht unverzichtbar". Zudem möchten sich 51 Prozent nicht zu stark von smarten Geräten abhängig machen.
Als größte Nachteile werden insgesamt die Abhängigkeit von Internetverbindung und Stromversorgung (39 %), hohe Preise (34 %) sowie Datenschutzbedenken (28 %) genannt. Positiv zeigt sich dabei, dass viele der bisher genannten Hürden deutlich abgenommen haben. So bezeichneten 2024 noch 46 Prozent der Befragten hohe Preise als Nachteil smarter Produkte. 2026 sind es nur noch 34 Prozent. Auch Fehler und Ausfälle werden seltener als Problem wahrgenommen (38 % in 2024 vs. 26 % in 2026).
Besonders deutlich ist die Verbesserung beim Thema Inkompatibilität: Während 2024 noch 29 Prozent die fehlende Kompatibilität mit anderen Produkten oder Systemen bemängelten, sind es heute nur noch 15 Prozent. Das könnte darauf hinweisen, dass die Interoperabilität smarter Produkte in den vergangenen Jahren spürbar besser geworden ist. Ebenso ist die Kritik an komplizierter Installation (27 % in 2024 vs. 18 % in 2026) und komplizierter Bedienung (23 % in 2024 vs. 13 % in 2026) deutlich zurückgegangen.
Diese Zahlen belegen: Smart Home ist für viele kein Neuland mehr, sondern ein selbstverständlicher Teil des Alltags und der Umgang damit ist für viele mittlerweile Routine.
Wi-Fi dominiert, Matter und Zigbee weitgehend unbekannt
Wenn es um die Frage geht, wie smarte Geräte miteinander kommunizieren, zeigt sich ein klares Bild: Bekannte und alltagsnahe Standards dominieren, während spezialisierte Smart-Home-Protokolle noch wenig verbreitet sind. Wi-Fi ist mit großem Abstand der meistgenutzte Verbindungsstandard: 85 Prozent der Befragten geben an, ihn aktiv zu verwenden. Bluetooth folgt auf Platz zwei mit 72 Prozent aktiver Nutzung.
Anders sieht es bei spezifischen Smart-Home-Protokollen aus. Matter, der vergleichsweise neue und herstellerübergreifende Konnektivitätsstandard, ist 63 Prozent der Befragten völlig unbekannt, nur acht Prozent nutzen ihn aktiv. Ähnlich verhält es sich mit Zigbee (ebenfalls 63 % ohne Kenntnis, 8 % aktive Nutzung) und Z-Wave (64 % unbekannt, 6 % aktive Nutzung). Etwas bekannter ist Thread: Immerhin 32 Prozent haben davon gehört, auch wenn nur zehn Prozent das Übertragungsprotokoll tatsächlich einsetzen.
Eine Ausnahme bildet Home Assistant: Mit 24 Prozent aktiver Nutzung und einem Bekanntheitsgrad von 68 Prozent (bekannt oder genutzt) ist die Open-Source-Plattform unter den spezifischen Smart-Home-Lösungen am weitesten verbreitet.
Sicherheit spielt eine zentrale Rolle
Bei den Sicherheitsanforderungen an Smart-Home-Produkte zeigen die Befragten hohe Ansprüche: 80 Prozent legen großen Wert auf regelmäßige Sicherheitsupdates seitens der Hersteller, 79 Prozent auf eine verschlüsselte Datenübertragung zwischen Gerät und Server und 78 Prozent auf transparente Datenschutzrichtlinien. Auch die Möglichkeit zur lokalen Datenverarbeitung ohne Cloud-Speicherung (69%), Zertifizierungen durch unabhängige Sicherheitsorganisationen (71 %) sowie die Offline-Nutzbarkeit der Geräte (71 %) sind für eine deutliche Mehrheit wichtig.
Stand: 08.12.2025
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Gleichzeitig hemmen konkrete Sicherheitsbedenken viele Verbraucher beim Kauf weiterer smarter Produkte: 39 Prozent fürchten einen Hackerangriff oder unbefugten Zugriff auf ihre Geräte, 35 Prozent haben Angst vor Datendiebstahl oder Missbrauch persönlicher Daten. Jeweils 34 Prozent sorgen sich um Ausfälle mit sicherheitsrelevanten Folgen sowie um mangelnde Transparenz darüber, wie ihre Daten verwendet oder weitergegeben werden. 31 Prozent sind besorgt über mögliche Abhörfunktionen in Sprachassistenten.
Smart Home wird alltäglich
Zwei Drittel der Deutschen nutzen smarte Geräte, mehr als die Hälfte spart damit nachweislich Geld. Gleichzeitig sind Probleme wie hohe Preise, Inkompatibilität oder komplizierte Bedienung deutlich seltener geworden. Smart Home ist für viele kein Neuland mehr, sondern ein selbstverständlicher Teil des Alltags. Was bleibt, ist eine klare Erwartung der Verbraucher an die Branche: mehr Sicherheit, mehr Transparenz, mehr Vertrauen.
Arno Doncks, Product Manager Home Security & Smart Home bei Reichelt Elektronik, sagt: „Die Studie zeigt: Smart Home hat die Hype-Phase hinter sich gelassen und ist im deutschen Alltag angekommen. Die gesunkenen Hürden bei Preis, Kompatibilität und Bedienung belegen zudem, dass die Branche in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte gemacht hat. Die nächste Aufgabe ist dabei klar: Wer das verbleibende Potenzial ausschöpfen möchte, muss das Vertrauen der Verbraucher in Datensicherheit und Datenschutz gewinnen – denn hier liegen nach wie vor die größten Vorbehalte.“
Die Umfrage wurde im Juni 2026 vom Umfrageinstitut OnePoll im Auftrag von Reichelt Elektronik durchgeführt. Befragt wurden 1.000 Verbraucher in Deutschland. (mk)