Die globalen Fertigungskapazitäten für Halbleiter dürften einer Studie der Yole-Group zufolge bis 2030 um jährlich 4,3 % steigen. Während der EU-Raum seine Produktion überwiegend für den Binnenraum sichert, legt vor allem ein Land massiv zu: Chinas Anteil an den globalen Foundry-Kapazitäten soll von 21 auf 30 % wachsen.
Globale Foundry-Kapazitäten 2024. Bis 2030 soll China seinen Anteil an der weltweiten Ferrtigungsoption für Chips auf 30% ausbauen, mutmaßt die Yole Group. Dabei soll vorrangig der eigene nationale Bedarf bedient werden.
(Bild: Yole Group)
Getrieben von einem massiven Bedarf an Halbleitern für künstliche Intelligenz und den Ausbau von Kapazitäten in Rechenzentren sollen die weltweiten Fertigungskapazitäten für Halbleiter bis zum Jahr 2030 um jährlich 4,3 % anwachsen. Zu diesem Schluss kommt der „Status of the Semiconductor Foundry Industry“ Report der Yole-Group, eine auf globale Marktanalysen spezialisierte Consulting-Firma. Umfangreiche Investitionen und staatliche Förderprogramme in vielen Schlüsselregionen befördern diese Entwicklung nachhaltig. Die anhaltende Fragmentierung der Lieferketten erhält so neue Dynamik, ausgelöst durch geopolitische Spannungen und nationale Sicherheitsstrategien.
China sei dieser Studie zufolge allen anderen Nationen voran der stärkste Treiber dieser Entwicklung. Die Volksrepublik hält bislang 21 % der globalen Fertigungskapazitäten, obwohl der eigene Wafer-Bedarf nur bei 5 % liegt. Die Yole Group erwartet, dass Chinas Anteil bis 2030 auf über 30 % steigt. Damit würde die Nation andere starke halbleiterfertigende Nationen wie Taiwan (derzeit noch führend mit 24 % des Weltmarktanteils an Fertigungsstätten), Südkorea (aktuell bei 19 %) oder Japan (14 % im Jahr 2024) teilweise deutlich hinter sich lassen.
Viele der neuen Anlagen stehen internationalen Anbietern offen. Dennoch bleibe die Auslastung unter dem globalen Durchschnitt. Chinas Expansionsstrategie ziele Analysten zufolge auf eine stärkere Unabhängigkeit und technologische Souveränität ab.
Deutliches Ungleichgewicht zwischen Halbleiter-Nachfrage und -Produktion
Die USA dominieren 57 % der weltweiten Wafer-Nachfrage, besitzen jedoch nur 10 % der Foundry-Kapazitäten im Inland. Die Lücke wird durch Fertigungsdienstleister in Taiwan, Japan und China geschlossen. Trotz massiver Subventionen scheint die Aufholjagd der US-Anbieter nur schleppend voranzukommen. Kritiker warnen, dass die inländische Kapazitätserweiterung ohne ausreichend Nachfrage nur zu niedrigen Auslastungsraten führen könnte.
Taiwan hält aktuell 23 % der Kapazitäten, bedient aber lediglich 4 % der globalen Wafer-Nachfrage. Die führenden Foundries wie TSMC und UMC beliefern vor allem den US-Fabless-Markt, wo führende Chip-Unternehmen ohne eigene Fertigungsstätten wie Qualcomm, Broadcom, AMD oder NVIDIA ihren Hauptsitz haben.
Südkorea wiederum gleicht Kapazitäten und Nachfrage mit jeweils 19 % nahezu aus, was der starken inländischen Elektronikindustrie zu verdanken ist. Diese ausgeglichene Struktur stützt jedoch vor allem regionale Produktionsnetzwerke.
In Europa und Japan bleibt das Verhältnis von Kapazität zu Nachfrage relativ konstant. Europäische Foundries, gestützt durch den EU-Chips Act, konzentrieren sich vornehmlich auf heimische Halbleiterhersteller. Langfristige Investitionssicherheit entsteht hier durch enge Verzahnung mit Automotive- und Industriepartnern. Doch der Anteil am globalen Foundry-Markt bewegt sich unverändert im einstelligen Prozentbereich.
Aktueller Stand der globalen Halbleiter-Wertschöpfungskette.
(Bild: Yole Group)
Südostasien – angeführt von Singapur und Malaysia – steuert rund 6 % der weltweiten Kapazitäten bei, betreibt jedoch keine nationalen Foundry-Champion. Alle Anlagen sind im Besitz ausländischer Konzerne, was die regionale Abhängigkeit unterstreicht. Die Auslastung orientiert sich stark an Aufträgen aus Übersee. In Kombination mit Chinas Expansionskurs wird die Rolle der ASEAN-Standorte künftig noch stärker als Zulieferer fungieren.
Trotz Überkapazität drohe keine Überproduktion
Trotz Befürchtungen einer Überkapazität rechnet Yole-Group nicht mit einer ernsthaften Überproduktion. Die globale Auslastung soll um 70 % verbleiben – ein Niveau, das als neues Normal gilt. Ohne eine parallele Zunahme der Endmarktnachfrage bleiben hohe Kapitalrenditen aber fraglich. Anleger und Politik stehen somit vor der Herausforderung, Kapazitätsaufbau und Nachfrageentwicklung enger zu verzahnen.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Die kommenden fünf Jahre werden entscheidend für die geopolitische und ökonomische Ausrichtung des Foundry-Sektors sein, schlussfolgert der Bericht. Chinas rascher Kapazitätsausbau, kombiniert mit Europas Bemühungen um strategische Autonomie, zeichnet ein Bild intensiven Wettbewerbs. Für Branchenprofis gelte es daher es, Investitionsrisiken und regionale Förderbedingungen sorgfältig abzuwägen. (sg)