Software und Services

Car-as-a-Service – die Zukunft der Automobilindustrie

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Der Wartungsstatus des Motors steht in der Cloud

Die Wartungshistorie des Fahrzeugs könnte in der Cloud geführt werden. Die zugehörigen Daten blieben dann auch bei Weiterverkauf des Fahrzeugs mit dem Fahrzeug verbunden. Ein Beispiel dafür ist das TRUEngine-Programm von General Electric. Es hilft den Betreibern von GE-Motoren, die Vermarktbarkeit der Assets zu maximieren und gleichzeitig die umfassende und qualifizierte Unterstützung durch GE zu gewährleisten. Durch die TRUEngine-Online-Datenbank sollen Anbieter und Käufer in der Lage sein den Qualifikationsstatus eines Triebwerks anhand der Seriennummer zu überprüfen.

Ford arbeitet darüber hinaus mit einem Autoversicherer zusammen, um die Fahrleistung zu verfolgen und weiter zu melden, damit gegebenenfalls eine bessere tarifliche Einstufung erfolgen kann. Diese Serviceleistungen verhelfen Ford zu Monetarisierungsmöglichkeiten und zu wiederkehrenden Umsätzen. Gleichzeitig steigt die Kundenbindung nicht nur für Ford, sondern für das gesamte Netzwerk – etwa für den Versicherungspartner.

Hersteller von Elektrofahrzeugen, so etwa BMW, greifen diese Ideen ebenfalls auf und arbeiten mit Betreibern von Ladestationen zusammen, etwa mit Coulomb Technologies. Das Dashboard der betreffenden Fahrzeuge ist mit einer Karte der Ladestationen ausgestattet und erlaubt es, einen Ladeplatz an jeder Station zu reservieren. In Zukunft sind Fahrer zudem in der Lage, ihre Nutzungsprofile in der Cloud aufzuzeichnen und abzuspeichern und dann einfach für das Fahrzeug herunterzuladen, das sie gerade fahren.

Das ist mit den Roaming-Profilen von Smartphones vergleichbar. Sobald der Fahrer sich an seinem Fahrzeug anmeldet, könnten die passenden Einstellungen für Sitze, Heizung, Radio und Ähnliches heruntergeladen werden. Damit das Modell „Plattform + Apps + Services“ funktioniert, ist aber eine jederzeit und überall vorhandene Internet-Verbindung notwendig.

Drei-Punkte-Plan für Car-as-a-Service

Autoherstellern winken also attraktive Umsatzsteigerungen durch die Umstellung auf ein softwaregesteuertes Geschäftsmodell. Doch wie lässt sich dieser Wandel voranteiben? Nach unserer Einschätzung müssen Autohersteller dafür folgende Herausforderungen meistern:

1. Produkt-Packaging und Geschäftsmodelle neu konzipieren. Die Modelle müssen berücksichtigen, wie Kunden ihre Autos und die zugehörigen Apps und Serviceleis-tungen nutzen wollen. Wie am Beispiel von Ford Sync gezeigt, werden Autohersteller ihre Kunden stärker segmentieren und maßgeschneiderte Angebote nach dem Modell „Plattform + Apps + Services“ zu abgestuften Preisen anbieten müssen.

2. Berechtigungen nachverfolgen und verwalten. Jeder Fahrer und jedes Auto können unterschiedlich ausgestattet werden – je nach Geräteplattform mit zugehörigen Apps und Services. Auf der obersten Ebene wird zwischen unterschiedlichen Bezugsmodellen unterschieden: Try-Before-You-Buy, Abomodelle, Freemium-Modelle, Pay-By-Use, reiner Kauf usw. Dies kann sehr schnell recht kompliziert werden. Doch die Nachverfolgung und Verwaltung der Kundenberechtigungen ist eine wesentliche Voraussetzung für die Umsetzung des Modells „Plattform + Apps + Services“.

3. Den Lebenszyklus der Apps, Geräteplattform und Berechtigungen automatisieren. Diese Lifecycle-Prozesse umfassen: Installation und Aktivierung der Apps, Abo-Management, Update von Firmware und Apps, Bereitstellen der Geräteplattform, Konfigurationsverwaltung, Geräteüberwachung und Fernverwaltung; App-Upgrades und sonstige Änderungen an Berechtigungen. Eine Internetverbindung ist wesentliche Voraussetzung für die Automatisierung von Firmware- und Hardware-Updates. Denn viele der genannten Prozesse sind darauf angewiesen, dass Daten mit dem Fahrzeug jederzeit ausgetauscht werden können.

Einige Dinge sind natürlich einfacher gesagt als getan. Insbesondere dann, wenn die Autohersteller kaum oder wenig Erfahrung mit softwaregesteuertes Geschäftsmodellen besitzen. Wer den Wandel erfolgreich vollziehen und die damit verbundene zehnfache Marktkapitalisierung erreichen will, kommt an einer detaillierten Planung nicht vorbei.

* * Bashyam Anant leitet bei Flexera Software das Produktmanagement für Backoffice-Lösungen für Softwarehesteller und Hersteller von Hightech-Geräten. Zuvor war er als Director of Product Management für die Audience Products Platform von Yahoo! zuständig.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

(ID:40117380)