Den Ingenieuren von McLaren und den Tüftlern von LEGO ist etwas bislang Einzigartiges gelungen. Aus hunderttausenden Klemmbausteinen und mehr als 700 LEGO-Motoren haben sie den heckgetriebenen Mittelmotor-Hybrid-Supersportwagen McLaren P1 in Originalgröße nachgebaut. Dabei handelt es sich um den ersten großen LEGO-Modellbau, der Kurven fahren kann. Das bewies Formel-1-Rennfahrer Lando Norris auf der Strecke in Silverstone.
Der echte McLaren P1 und der LEGO-Modellbau: Von den Maßen her kommt das Modell dem Original ziemlich nah.
Wenn Sie ein großer LEGO-Enthusiast wären und alle Zeit und alle LEGO-Bauelemente der Welt hätten, was würden Sie dann bauen? Einen riesigen Sternenzerstörer? Eine umfangreiche Enterprise? Oder vielleicht doch … ein Auto, weil Sie schon in Ihrer Jugend davon geträumt haben, mit einem Auto durch Klemmbausteinstädte zu cruisen?
Den Plan mit dem Auto haben die Ingenieure von Autohersteller McLaren und vor allem die Tüftler von LEGO in die Tat umgesetzt. Im September 2024 präsentierten sie ein lebensgroßes Modell des McLaren P1, eines heckgetriebenen Mittelmotor-Hybrid-Supersportwagens, der zwischen den Jahren 2013 und 2015 produziert wurde. Dieser lebensgroße LEGO-Modellbau verfügt über die Maße 4.980 mm x 2.101 mm x 1.133 mm (L/B/H) und sticht im Vergleich mit dem Original vornehmlich nur in der Länge heraus. Der McLaren P1 hat die Maße 4.588 mm x 1.946 mm x 1.188 (L/B/H).
Der Clou an diesem LEGO-Modellbau ist nicht nur, dass er dem Original vom Umfang her sehr nah kommt, sondern dass er auch gefahren werden kann. Das hat Rennfahrer Lando Norris vom McLaren-Formel-1-Team auf dem legendären Silverstone Circuit bewiesen – standesgemäß unter britischem Himmel.
342.817 LEGO-Technic-Teile im Einsatz
Wenn Sie das Fahrzeug gerne kaufen wollen, dann müssen Sie sicherlich etwas tiefer in die Tasche greifen. Denn zusätzlich zu den geschätzt rund 150.000 Euro an Materialkosten kommt natürlich noch ein ideeller Wert hinzu. Der P1-Modellbau wurde unter anderem realisiert, um damit das neue 1:8-LEGO-Modell des P1 zu bewerben. Der Satz kommt mit einem mittleren dreistelligen Betrag etwas günstiger.
Nun aber einmal heran an die technischen Daten des McLaren P1 aus Klemmbausteinen. Laut eigenen Angaben hat es 23 Spezialisten aus den Bereichen Design, Technik und Bau von LEGO und McLaren Automotive 8.344 Stunden gekostet, das lebensgroße Modell zu entwickeln und zu konstruieren. Aufgewendet wurden dafür 342.817 LEGO-Technic-Teile, die etwa 380 Kilogramm auf die Waage bringen. Das komplette Modell wiegt schließlich 1.220 Kilogramm, denn Elemente wie die Reifen, das Lenkrad oder die Batterie sind freilich nicht aus den Klemmsteinen, aus denen LEGO-Träume gemacht sind.
Die Tüftler mussten sich dabei unter anderem der Herausforderung stellen, ein flexibles Baumuster zu finden, das die Nachahmung der Kurven des P1 erlaubt, denn auf Kohlefaserteile wollten sie nicht zurückgreifen. Deswegen nutzten sie 393 verschiedene Arten von LEGO-Technic-Elementen. Elf davon wurden speziell für dieses Modell des McLaren P1 entworfen.
Atemberaubend: Die Lenkung
Das Modell an sich wäre jedoch nicht so besonders und speziell, wenn es sich dabei nicht um den ersten großen LEGO-Modellbau handeln würde, der sich fahren und um Kurven lenken lässt. Wenig verwunderlich also war es dann Lando Norris, der das Fahrzeug einmal über die knapp sechs Kilometer des Silverstone Circuits lenken durfte, um die Kurvenlenkung auszuprobieren.
Natürlich fuhr der LEGO-P1 nicht so schnell wie ein Formel-1-Auto und auch nicht so schnell wie der echte P1 mit seinem V8-Motor, dessen Höchstgeschwindigkeit bei elektronisch abgeregelten 350 km/h liegt. Der LEGO-P1 schaffte es in Silverstone auf knapp 65 km/h. Bei der Lenkung hatte Norris übrigens keine Bedenken, ihn besorgten eher die wackelnden Außenspiegel des Modellbaus, als er über die Kerbs der Rennstrecke gefahren ist.
Das Fahrzeug verfügt über einen Elektromotor, der aus Funktionsbatterien von LEGO Technic sowie einer E-Auto-Batterie besteht. Genauer: Zum Einsatz kommen acht Motorpakete mit jeweils 96 LEGO-Power-Functions-Motoren, was wiederum bedeutet, dass 768 Motoren dafür sorgen, dass sich der Modellbau bewegt; übrigens weiter als jedes andere LEGO-Modell zuvor. Je nachdem, welche Motoren im Detail genutzt wurden, lag die Leistung wahrscheinlich bei rund 3 bis 3,5 kW. Zum Vergleich: Der Elektromotor des P1, der zusätzlich zum 3,8-Liter-V8 verbaut ist, bringt allein 132 kW.
„McLarens Fachwissen im Automobil- und Ingenieurbereich war von unschätzbarem Wert und hat uns geholfen, ein Modell zu produzieren, das dem originalen McLaren P1™ so authentisch wie möglich entspricht. So konnten wir einen Traum Wirklichkeit werden lassen“, reüssiert Lukáš Horák, Senior Project Manager of Installations der LEGO Group, nach dem erfolgreichen Abschluss des Projekts. (sb)
Stand: 08.12.2025
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