Über mehrere Monate des Jahres 2025 wollte EMS Scout mittels einer Umfrage herausfinden, wie zufrieden die OEMs mit ihrem EMS-Dienstleister sind und was sie verbessern können. Die Ergebnisse geben einen interessanten Einblick und zeigen: Zufriedenheit ist kein Ruhekissen für EMS.
Die Verantwortlichen von EMS Scout wollen die OEM-Umfrage in den kommenden Jahren für Langzeitergebnisse fortführen.
OEMs sind überwiegend mit ihrem EMS-Dienstleister zufrieden, doch die Kommunikation mit dem Partner und seine Flexibilität bleiben Schwachstellen – das ist eine der gewichtigeren Aussagen einer Umfrage von EMS Scout unter OEMs. Grundsätzlich wird die Zusammenarbeit mit EMS-Dienstleistern insgesamt positiv bewertet. Gleichzeitig aber machen die Ergebnisse deutlich, dass insbesondere bei Kommunikation, Transparenz und Flexibilität weiterhin Verbesserungspotenzial besteht.
Grundlage der Auswertung ist eine Umfrage von EMS Scout, an der zwischen Juni und Oktober 2025 insgesamt 142 Unternehmen teilgenommen haben. Befragt wurden OEMs unterschiedlicher Branchen, Unternehmensgrößen und Einkaufsvolumina. Ihnen wird auffallen, dass weniger als 150 Unternehmen nur einen kleinen Prozentsatz der OEM-Community ausmachen, zu der allein in Deutschland geschätzt mehrere Tausend gehören. Deswegen wollen die Initiatoren der Umfrage, Michael Künsebeck und Matthias Holsten von EMS Scout, diese Umfrage jährlich wiederholen. So lassen sich Trends verfolgen, wertvolle Schlüsse ziehen und möglicherweise auch weitere Teilnehmer gewinnen. Sollten Sie Interesse an der vollen Umfrageauswertung haben, dann sollten Sie EMS Scout diesbezüglich kontaktieren.
Zufriedenheit mit Einschränkungen
Die Mehrheit der befragten OEMs gibt an, mit ihren EMS-Partnern grundsätzlich zufrieden zu sein. Auf dieser sollte sich allerdings nicht ausgeruht werden, denn sie ist nicht gleichbedeutend mit reibungslosen Abläufen. Vielmehr zeigt die Umfrage ein differenziertes Bild: Während Qualität und technische Kompetenz vielfach als solide eingeschätzt werden, geraten operative Aspekte stärker in den Fokus der Kritik.
Genauer: Kommunikation stellt ein zentrales Problemfeld dar. OEMs bemängeln im Rahmen der Umfrage unter anderem eine mangelnde Transparenz bei Lieferterminen, unzureichende proaktive Information bei Verzögerungen sowie Abstimmungsprobleme bei Änderungen im laufenden Projekt. Gerade in einem Umfeld volatiler Lieferketten und kurzfristiger Anpassungen gewinnt dieser Aspekt enorm an Bedeutung, wenn es um die eigene Liefersicherheit geht.
Flexibilität und Lieferfähigkeit unter Druck
Eng damit verbunden sind Themen wie Flexibilität und Terminzuverlässigkeit. Viele OEMs erwarten von ihren EMS-Partnern eine höhere Reaktionsfähigkeit bei kurzfristigen Bedarfsänderungen sowie ein belastbares Beschaffungs- und Lieferzeitmanagement. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass diese Erwartungen nicht immer erfüllt werden können. Das geschieht weniger aus mangelndem Willen, sondern aufgrund struktureller Herausforderungen entlang der Lieferkette.
In diesen Kontext fällt auch der Blick auf Digitalisierung und KI. Beide Faktoren spielen in den Investitionsüberlegungen der OEMs durchaus eine Rolle. Der Handlungsdruck wird jedoch überwiegend als mittel- bis langfristig eingeschätzt und konkrete Anforderungen an ein erweitertes Leistungsportfolio der EMS-Dienstleister formuliert bislang nur eine Minderheit der OEMs. Der Anspruch an technologische Weiterentwicklung wächst dennoch.
Box-Building bleibt Randthema
Ein weiteres, interessantes Ergebnis der Umfrage zeigt, dass komplettes Box-Building weiterhin nur von einem vergleichsweise kleinen Teil der OEMs an EMS-Dienstleister vergeben wird. Für viele EMS-Anbieter bleibt dieser Bereich damit ein Differenzierungsmerkmal, jedoch kein flächendeckender Marktstandard.
Event-Tipp
Das Managementtreffen für die EMS-Branche
Der EMS-Tag gilt als eines der wichtigsten Managementtreffen der Branche, bei dem aktuelle Veränderungen, erfolgversprechende Strategien, generelle Managementfragen und wichtige technologische Entwicklungen in der Elektronikwelt analysiert und diskutiert werden. Das Programm bietet praxisorientierte Vorträge und interessante Einblicke in den EMS-Markt.
Trotz der insgesamt positiven Grundstimmung signalisiert rund ein Drittel der Befragten, dass sie es für wahrscheinlich halten, innerhalb der nächsten sechs Monate einen neuen EMS-Partner zu suchen. Diese Wechselbereitschaft steht in einem gewissen Spannungsverhältnis zur geäußerten Zufriedenheit und verweist darauf, dass operative Schwächen langfristig die Stabilität von Kundenbeziehungen gefährden können.
Geopolitische Faktoren hingegen spielen aus Sicht der befragten OEMs derzeit eine untergeordnete Rolle. Knapp 80 Prozent sehen keinen oder nur geringen Einfluss der aktuellen US-Politik auf ihre Geschäftsbeziehungen zu EMS-Dienstleistern. Die Ergebnisse der EMS-Scout-Umfrage zeichnen das Bild einer Branche, die aus OEM-Sicht solide arbeitet, sich aber zunehmend an höheren Maßstäben messen lassen muss. Kommunikation, Transparenz und Flexibilität entwickeln sich zu entscheidenden Kriterien für die Zusammenarbeit und damit zu zentralen Stellschrauben für EMS-Anbieter, die ihre Kundenbeziehungen langfristig sichern wollen. (sb)
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.