Zum 50. Geburtstag – Teil 2 Wie Steve Jobs Apple verlor – und zum Weltkonzern machte

Von Antonio Funes 7 min Lesedauer

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Steve Jobs gründete Apple mit, wurde aus dem eigenen Unternehmen verdrängt und kehrte Jahre später zurück. Mit Produkten wie iMac, iPod und iPhone machte er Apple zu einem der prägendsten Technologiekonzerne der Moderne.

Steve Jobs prägte Apple über Jahrzehnte hinweg – zunächst als Mitgründer, später als zurückgekehrter CEO und treibende Kraft hinter Produkten wie iMac, iPod und iPhone. Das Bild zeigt Jobs in seiner typischen Präsentationsrolle im charakteristischen schwarzen Rollkragenpullover.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Steve Jobs prägte Apple über Jahrzehnte hinweg – zunächst als Mitgründer, später als zurückgekehrter CEO und treibende Kraft hinter Produkten wie iMac, iPod und iPhone. Das Bild zeigt Jobs in seiner typischen Präsentationsrolle im charakteristischen schwarzen Rollkragenpullover.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Am 1. April 2026 jährte sich der Gründungstag von Apple zum 50. Mal. Im Jahr 1976 waren es die drei Gründer Steve Jobs, Steve Wozniak und Ronald Wayne, die das Fundament für den heutigen Weltkonzern legten. Zur Vita von Steve Wozniak und Ronald Wayne hatten wir bereits einen Artikel veröffentlicht – heute wollen wir uns das Leben von Steve Jobs genauer ansehen, der schon im Herbst 2011 verstorben ist.

Aufgrund der Fülle an Dingen, die Steve Jobs vor allem als CEO von Apple zu verantworten hatte, können wir nicht auf alle Details eingehen. Trotzdem haben wir viele Einblicke in das Leben von Steve Jobs aufbereitet und schildern dabei freilich auch die Zeit vor der Apple-Gründung.

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Adoption kurz nach der Geburt

Geboren wurde Steve Jobs am 24. Februar 1955 in San Francisco, und sein Leben startete dramatisch. Denn seine Eltern, die damals Anfang 20 waren, waren nicht verheiratet. Der Vater, Abdulfattah Jandali, war syrischer Herkunft und studierte damals Politik. Steve Jobs’ amerikanische Mutter hieß Joanne Carole Schieble und hatte schweizerische Wurzeln. Beide gingen davon aus, dass aus ihren Elternhäusern einer Heirat niemals zugestimmt werden würde. Als unverheiratetes Paar wäre das Aufziehen eines Kindes in der damaligen Zeit enorm schwer gewesen, erst recht als multikulturelle Familie. Daher gaben sie ihren Sohn zur Adoption frei, wobei Joanne Schieble ein Akademiker-Paar als Adoptiveltern suchte.

Steve landete schließlich bei der Familie Jobs mit Paul Reinhold Jobs, der deutsche Wurzeln hatte, und seiner Frau Clara, die aus Armenien stammte. Das Ehepaar Jobs hatte allerdings keinen akademischen Hintergrund – daher bestand Joanne Schieble darauf, dass die Adoptiveltern ihrem Sohn eine Collegeausbildung versprechen. Die Familie Jobs lebte in Mountain View in Santa Clara County (Kalifornien), unmittelbar nordwestlich von San José und etwa 45 Kilometer südöstlich von San Francisco. Erst mit Anfang 20 erfuhr Steve Jobs von seinen leiblichen Eltern sowie von seiner leiblichen Schwester, Mona Simpson, die eine erfolgreiche Schriftstellerin geworden ist. Steve Jobs’ leibliche Eltern konnten nämlich im Jahr 1956 entgegen ihrer eigenen Befürchtungen doch heiraten, im Juni 1957 ging dann Mona als Tochter aus der Ehe hervor.

Schulzeit, Teilzeitstudent und die Apple-Gründung

Steve Jobs entpuppte sich schon früh als lernbegabt – er konnte vor seiner Einschulung lesen und war vom Schulstoff eher unterfordert. Er durfte dann eine Klasse überspringen. Nach seinem Highschool-Abschluss studierte er für ein Semester am Reed College in Portland (Oregon), führte sein Studium aber ab dem zweiten Semester nicht mehr weiter, sondern besuchte nur noch Vorlesungen, die ihn persönlich interessierten. In seiner Unizeit probierte Steve Jobs auch die damals bereits verbotene Droge LSD und nannte dies im Nachhinein als eines der wichtigsten Dinge, die er in seinem Leben getan habe.

1974 kehrte er nach Kalifornien zurück und heuerte beim 1972 gegründeten Unternehmen Atari an, das später vor allem für Videospiel-Automaten, Videospiele, Spielekonsolen und Heimcomputer bekannt wurde. Der Weg von Steve Jobs in die Computerbranche bahnte sich schon in seiner Jugend an. Denn das Silicon Valley, in dem der Schmelztiegel der US-Computerindustrie lag, war quasi um die Ecke und hatte eine Strahlkraft in die ganze Region. Eine der Silicon Valley-Firmen war auch Hewlett-Packard, wo wiederum Steve Wozniak arbeitete. Jobs kannte Wozniak bereits zuvor aus dem Umfeld gemeinsamer Technikinteressen; später trafen beide auch im Homebrew Computer Club auf Gleichgesinnte. Der Club hatte das Ziel, moderne Technik möglichst vielen Leuten zugänglich zu machen.

Steve Jobs konnte Wozniak 1975 dazu überreden, bei einem Spieleprojekt für Atari mitzuhelfen, bei dem innerhalb von nur vier Tagen das Spiel Breakout entstand. Es heißt, er habe 700 US-Dollar erhalten, von denen er 350 US-Dollar an Wozniak weitergab. Später behauptete Wozniak, Jobs habe von Atari 5.000 US-Dollar erhalten.

Ein Jahr später, auch mit Unterstützung des deutlich älteren Ronald Wayne, wurde dann Apple gegründet. Wayne war bereits 40, Steve Wozniak 25 und Steve Jobs 21 Jahre alt. Jobs und Wozniak hatten bei der Gründung jeweils 45 Prozent Anteile an der Firma. Wayne verkaufte seine 10-Prozent-Anteile nur wenige Tage nach der Gründung von Apple an Jobs und Wozniak, da er kalte Füße bekam und die Privathaftung im Falle eines Misserfolgs scheute.

Jobs verlässt Apple und gründet NeXT

Nach dem Apple I sorgte der Apple II ab 1977 dafür, dass Apple sich zu einer der wichtigsten Firmen entwickelte, die Heimcomputer anboten. 1980 brachte Apple den Apple III auf den Markt und ging im selben Jahr an die Börse. 1984 folgte mit dem Macintosh ein Rechner, der grafische Benutzeroberflächen im Massenmarkt prägte.

Nur ein Jahr später entstand aber ein Machtkampf zwischen Steve Jobs und John Sculley, den Jobs 1983 von Pepsi abwarb und als Geschäftsführer für Apple anstellte. Jobs zog dabei den Kürzeren und verließ Apple 1985 zusammen mit weiteren hochkarätigen Angestellten. Er gründete daraufhin die Computerfirma NeXT, musste aber bis zum 1. Juli 1987 mit der Veröffentlichung eines ersten Computers warten. Dies war das Ergebnis eines Vergleichs, den John Sculley durch eine Klage erreichte. Sculley unterstellte Jobs nämlich, dass er für seine neue Firma Apple-Geschäftsgeheimnisse ausnutzen würde. Apple erhielt durch den Vergleich auch Einsicht in die Prototyp-Entwicklungen von NeXT.

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Die NeXT-Computer setzten sich, obwohl sie sehr leistungsfähig waren, aber nur in wissenschaftlichen Kreisen nennenswert durch. Steve Jobs wollte sich nach einigen Jahren mehr auf den Softwarebereich von NeXT konzentrieren und verkaufte den Hardware-Sektor seiner Firma daher im Jahr 1993. Die Belegschaft schrumpfte von über 500 auf nur noch 200. Zwei Jahre später wurde Steve Jobs zum Milliardär – aber nicht wegen NeXT.

Zum Milliardär dank einer spielenden Lampe

Zeitgleich mit der Gründung von NeXT übernahm Steve Jobs die Computeranimationssparte von Lucasfilm, aus der später Pixar hervorging. Geleitet wurde der Bereich unter anderem von Edwin Catmull. Im selben Jahr veröffentlichte Pixar den legendären, computeranimierten Kurzfilm Luxo, Jr., auch bekannt unter „Die kleine Lampe“, bei dem eine für damalige Verhältnisse fotorealistisch wirkende Schreibtischlampe zum Leben erweckt wird und mit einem Ball spielt. 1995 kam es dann in Zusammenarbeit mit Disney zu einem Welterfolg für Pixar, nämlich mit dem computeranimierten Film „Toy Story“.

Als Pixar an die Börse ging, wurde Steve Jobs durch seine Firmenanteile zum Milliardär. Nachdem Disney im Jahr 2006 schließlich Pixar übernahm, wurde Steve Jobs in den Verwaltungsrat von Disney aufgenommen und erhielt durch seine Pixar-Anteile zudem sechs Prozent der Disney-Aktien.

Rückkehr zu Apple macht Jobs zum Star

Wir kehren zurück in das Jahr 1996, also kurz nach dem Börsengang von Pixar. Steve Jobs wechselte damals zurück zu Apple, und zwar bedingt dadurch, dass Apple seine Firma NeXT für gut 400 Millionen US-Dollar aufkaufte. 1997 löste er den vorigen Apple-CEO Gil Amelio ab, wurde zum vorübergehenden Geschäftsführer und sorgte dafür, dass Apple mehrere Produkte, Entwicklungsprojekte sowie Wohltätigkeitsprogramme einstellte, um Kosten zu sparen.

Das ehemalige NeXT-Betriebssystem wurde mit einigen Anpassungen schließlich als Mac OS X veröffentlicht und zum Standardbetriebssystem für Macintosh-Computer. 1998 konnte Apple mit dem ersten iMac wieder auf die Erfolgsspur zurückkehren. Ab dem Jahr 2001 startete unter Jobs, der damals auch zum vollwertigen CEO ernannt wurde, eine Wandlung. Apple war damals ein Computerhersteller, der eher Profianwender im Fokus hatte. Mit Jobs neuer Strategie wurde Apple zu einem Weltkonzern, der breite Bevölkerungsschichten ansprach.

Denn 2001 kam der Musikplayer iPod auf den Markt, es folgte dann 2007 das Produkt, das inzwischen wohl am engsten mit Apple in Verbindung gebracht wird, nämlich das iPhone. 2010 legte Apple mit dem ersten iPad nach. Spätestens mit dem Erfolg durch das iPhone war Steve Jobs zu einer Art Star unter den CEOs im Techsektor geworden. Nach seiner Rückkehr zu Apple war das Gehalt von Steve Jobs übrigens eher symbolischer Natur: Er bekam einen US-Dollar pro Jahr. Allerdings erhielt er andere Zuwendungen, unter anderem einen Privatjet und umfangreiche Aktienoptionen und Aktienpakete – 2010 besaß Steve Jobs mehr als fünf Millionen Apple-Aktien.

2011 musste er dann aber aus persönlichen Gründen die Verantwortung abgeben, nachdem er bereits fast das komplette Jahr 2009 pausiert hatte. Tim Cook übernahm zunächst kommissarisch, nach einigen Monaten wurde er auch offiziell zum CEO von Apple ernannt. Die Gründe für Steve Jobs’ Rückzug schildern wir im letzten Abschnitt, in dem es um sein Privatleben geht.

Privatleben und Krebserkrankung

Bis zum 18. März 1991, als Steve Jobs im Alter von 36 Jahren Laurene Powell heiratete, hatte er mehrere Beziehungen, aus denen auch ein Kind hervorging, nämlich Lisa Brennan-Jobs, die 1978 geboren wurde. Zusammen mit seiner Ehefrau Laurene bekam Steve Jobs drei Kinder. Was den Glauben angeht, so war er Anhänger des Buddhismus. Kulturell war er von Bob Dylan begeistert, hatte aber auch die Beatles als Vorbild für seine geschäftliche Arbeit entdeckt. Denn er erkannte in den Beatles vier jeweils völlig verschiedene Persönlichkeiten, zwischen denen es auch sehr viel Reibung gab, was aber durch eine gute Teamarbeit in der Summe sogar ein Vorteil war, da man sich gegenseitig nicht nur rieb, sondern ergänzte.

Steve Jobs war bei vielen Dingen seiner Zeit voraus – eine Sache war seine Ernährung, denn er beschäftigte sich schon während seines Studiums intensiv mit alternativen Ernährungsformen und lebte zeitweise vegetarisch, vegan oder fruktarisch. Seine Ansichten zum Körperwohl wurden ihm aber möglicherweise zum Verhängnis. Denn nachdem im Jahr 2003 ein Tumor in Steve Jobs’ Bauchspeicheldrüse entdeckt wurde, verweigerte er für mehr als neun Monate die übliche Behandlung und vertraute auf Akupunktur und Fruchtsäfte. Im Juli 2004 wurde der Tumor dann operativ entfernt, allerdings verschlechterte sich sein Gesundheitszustand in den folgenden Jahren weiter. Steve Jobs bereute im Nachhinein, dass er nicht auf die Ärzte gehört hatte. 2009 kam es zu einer Lebertransplantation, was auch der Grund für seine lange Pause in diesem Jahr war. Am 5. Oktober 2011 verstarb Steve Jobs schließlich zu Hause – seine Familie war damals bei ihm. Beerdigt wurde er auf dem Alta Mesa Memorial Park, einem konfessionslosen Friedhof in Santa Clara (Kalifornien). Steve Jobs wurde 56 Jahre alt. (sb)

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