Rohstoffe Australien baut Seltene-Erden-Lieferkette außerhalb Chinas aus

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

Arafura Rare Earths hat die finale Investitionsentscheidung für das Nolans-Projekt im australischen Northern Territory getroffen. Der Baustart ist für September 2026 geplant. Das Projekt gilt als eines der wichtigsten westlichen Vorhaben zum Aufbau Seltener-Erden-Lieferketten außerhalb Chinas.

Arafura selbst betont, dass die finale Finanzierung des Projekts noch einzelne ausstehende Schritte umfasst, darunter weitere Finanzierungsvereinbarungen und Zustimmungen der Aktionäre.(Bild:  Arafura)
Arafura selbst betont, dass die finale Finanzierung des Projekts noch einzelne ausstehende Schritte umfasst, darunter weitere Finanzierungsvereinbarungen und Zustimmungen der Aktionäre.
(Bild: Arafura)

Die Volksrepublik China dominiert weiterhin große Teile der weltweiten Verarbeitung seltener Erden und hat Exportkontrollen zuletzt mehrfach verschärft. Regierungen und Industrieunternehmen in Australien, Europa, Südkorea und den USA versuchen deshalb zunehmend, ihre Lieferketten gezielt zu diversifizieren.

In diesem Kontext positioniert sich Arafura mit dem Nolans-Projekt. Die Anlage rund 135 Kilometer nördlich von Alice Springs soll Australiens erste vollständig integrierte „Ore-to-Oxide“-Seltene-Erden-Anlage werden. Das bedeutet: Förderung, Verarbeitung und Trennung der Seltene-Erden-Oxide sollen direkt im Land erfolgen, statt die Materialien wie bislang häufig zur Weiterverarbeitung nach Asien zu exportieren.

Rohstoffe für Elektromotoren und Windkraftanlagen

Die geplante Zielkapazität liegt bei 4.440 Tonnen Neodym-Praseodym-Oxid (NdPr) pro Jahr. Das Material wird unter anderem für Hochleistungsmagnete in Elektrofahrzeugen und Windkraftanlagen sowie für Verteidigungs- und Hochtechnologieanwendungen benötigt.

Große Teile der geplanten Produktion sind bereits über langfristige Abnahmeverträge abgesichert. Zu den Partnern gehören unter anderem Hyundai und Kia aus Südkorea, Siemens Gamesa aus Deutschland sowie Traxys in Europa und den USA. Nach Angaben von Arafura sind damit bereits 93 Prozent des angestrebten Offtake-Volumens gebunden.

Geopolitisches Rohstoffprojekt

Das Unternehmen beschreibt Nolans ausdrücklich als Teil einer geopolitisch motivierten Neuordnung globaler Rohstoffketten. In der Projektmitteilung verweist Arafura auf Initiativen wie das US-australische Critical Minerals Framework sowie internationale Programme zur Verringerung von Single-Source-Abhängigkeiten.

Unterstützt wird das Projekt dabei nicht nur von privaten Investoren, sondern auch durch staatlich flankierte Finanzierung. Neben australischen Institutionen sind unter anderem südkoreanische, kanadische und deutsche Partner beteiligt. Export Finance Australia stellte zudem eine unverbindliche Absichtserklärung über mögliche Abnahmen von bis zu 500 Tonnen NdPr pro Jahr für eine strategische Rohstoffreserve aus.

Die Verantwortlichen von Arafura heben hervor, dass mit dem integrierten Verarbeitungsmodell ein deutlich größerer Teil der Wertschöpfung im eigenen Land verbleiben soll. Nach Unternehmensangaben könnten bis zu 95 Prozent der Wertschöpfungskette innerhalb Australiens abgebildet werden.

Wirtschaftlichkeit bleibt Herausforderung

Trotz der strategischen Bedeutung bleibt die wirtschaftliche Tragfähigkeit westlicher Seltene-Erden-Projekte ein Diskussionsthema. Der Markt wird weiterhin stark von chinesischen Produzenten mit vergleichsweise niedrigen Kosten dominiert. Gleichzeitig argumentieren Befürworter, dass resiliente Lieferketten und geopolitische Versorgungssicherheit inzwischen einen strategischen Eigenwert besitzen, der über reine Kostenbetrachtungen hinausgeht. Arafura selbst teilt mit, dass die finale Finanzierung des Projekts noch einzelne ausstehende Schritte umfasst, darunter weitere Finanzierungsvereinbarungen und Zustimmungen der Aktionäre. (sb)

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