Steve Wozniak entwickelte die Technik hinter den ersten Apple-Computern, Ronald Wayne half bei der Gründung – und stieg schon nach zwölf Tagen wieder aus. Ein Blick auf zwei Apple-Mitgründer, die oft im Schatten von Steve Jobs stehen.
Am 1. April 1976 wurde Aplle gegründet, unter anderem von Steve Wozniak und Ronald Wayne.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)
Am 1. April 2026 war es genau 50 Jahre her, dass der heutige Weltkonzern Apple gegründet wurde. Für uns ist das ein guter Anlass, auf das Leben der drei Gründer von Apple zu blicken, was wir in zwei getrennten Artikeln machen. In diesem Artikel wird es um Steve Wozniak und Ronald Wayne gehen. Um den dritten Gründer, den bereits verstorbenen Steve Jobs, kümmern wir uns in einem zweiten Teil.
Ronald Wayne lernte Steve Jobs während dessen Zeit bei Atari kennen. Steve Wozniak wiederum kannte Jobs bereits zuvor aus dem Umfeld gemeinsamer Technik- und Bastelinteressen. Vor allem Wozniak und Jobs vertieften ihre Beziehung in der Freizeit bei einer Gruppe von Technik-Enthusiasten, die als Homebrew Computer Club bekannt wurde und mehrere für die Computerbranche wichtige Persönlichkeiten hervorbrachte.
Obwohl Steve Jobs und Steve Wozniak zur Gründung von Apple am 1. April 1976 jeweils 45 Prozent Unternehmensanteil auf sich vereinten und Ronald Wayne mit nur zehn Prozent der Anteile als Nebenfigur erscheint, wäre Apple ohne Ronald Wayne vielleicht nie entstanden – er verließ Apple aber auch schon sehr rasch und stand nie im großen Fokus der Öffentlichkeit. Da es nur wenige Informationen zu seinem Leben gibt, fassen wir das Wichtigste zu ihm in aller Kürze zusammen.
Ron Wayne wurde am 17. Mai 1934 in Cleveland (Ohio) geboren. Er war bei der Apple-Gründung bereits über 40, die beiden Mitstreiter erst Anfang und Mitte 20. Dafür hatte Wayne bereits einige Erfahrung im Geschäftsleben gesammelt und kannte daher viele Fallstricke. Wayne gelang es vor der Apple-Gründung obendrein, zwei unterschiedliche Charaktere zusammenzubringen: Steve Wozniak lag vor allem das Hacken und Basteln im Blut, Steve Jobs hingegen hatte einen Blick für die Zukunft und wollte Visionen verwirklichen.
Ronald Wayne unterstützte Jobs und Wozniak in der frühen Gründungsphase unter anderem bei organisatorischen und geschäftlichen Fragen. Das Startkapital von Apple betrug 1.300 US-Dollar. Das allererste Logo von Apple stammt übrigens aus der Feder von Ron Wayne und zeigt die Szene der Legende, laut der Isaac Newton unter einem Baum sitzend von einem fallenden Apfel inspiriert wurde.
Ronald Wayne konnte von der positiven Entwicklung von Apple allerdings nicht profitieren. Denn durch schlechte Erfahrungen im Geschäftsleben und die drohende Gefahr, bei einem Misserfolg privat haften zu müssen, ließ er sich bereits zwölf Tage nach der Gründung von Apple eine vergleichsweise geringe Summe auszahlen.
Aus Waynes Zeit nach Apple ist nicht viel bekannt, außer dass er zu Atari zurückkehrte und später einen Laden für Briefmarken und Münzen führte. Er äußerte sich aber bereits mehrfach dahingehend, dass er trotz des entgangenen Reichtums nicht verbittert sei. 2010 sagte er sogar, dass ihn das Tempo eines Millionärslebens möglicherweise umgebracht hätte. Ronald Wayne, der bald seinen 92. Geburtstag feiern wird, lebt nun zurückgezogen in einem kleinen Ort in Nevada.
Steve Wozniak: Humanität als prägender Faktor
Kommen wir zu Steve Wozniak, der eigentlich Stephen Gary Wozniak heißt, aber auch den Spitznamen „The Woz“ trägt. Am 11. August des Jahres 1950 erblickte er in Sunnyvale (Kalifornien) das Licht der Welt. Der Name Wozniak rührt von den polnischen Wurzeln seines Vaters Jacob Francis Wozniak, der als Ingenieur beim Luft- und Raumfahrtunternehmen Lockheed arbeitete. Die Mutter von Steve Wozniak hieß Margaret Elaine.
Wozniak wurde in seiner Jugend von einer Roman-Buchreihe mit einem Science-Fiction-Setting namens Tom Swift beeinflusst, in der ein junger Held anderen Menschen mit technischen Mitteln hilft. Er beschäftigte sich in seiner Jugend daher mit Themen, die sich um Humanität und Philosophie drehten. Die Funkamateur-Prämisse, Menschen in Not zu helfen, beeindruckte ihn. Er nahm sie auch als eine Art Vorlage für seine Denkweise, die er noch immer propagiert.
Bei den Basteleien mit Elektronik half ihm auch sein Vater, der ihm einige Dinge aus den Bereichen der Elektrotechnik und Mathematik beibrachte. Mit 13 Jahren gewann Steve Wozniak einen Schülerwettbewerb, nachdem er einen transistorbasierten Taschenrechner gebaut hatte. Es folgen erste Entwürfe für selbstgebaute Computer. Da existierende Computer zu teuer waren, entwarf er auch Pläne, um bestimmte Computer mit weniger Mikrochips als im Original nachzubauen.
Stand: 08.12.2025
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Studium, Basteleien und Breakout mit Steve Jobs
Bei seinem Studium in Berkeley (einige Kilometer östlich von San Francisco) beschäftigte sich Wozniak mit Computertechnik und begeisterte sich für Hardware-Basteleien. Mit einem selbstgebauten TV-Störsender fuchste er etwa seine Kommilitonen, und er baute schon mit 19 Jahren und kleinen Mitteln einen Computer, den er Cream Soda Computer nannte.
Wozniaks Mutter sorgte dafür, dass ein Reporter sich den Computer anschaute, stolperte bei der Vorführung aber über ein Kabel, sodass der Computer zerstört wurde. Trotzdem erschien ein Bericht über das Projekt in der Presse. Der Computer war technisch auf einem Level wie die damals erhältlichen professionellen Bausätze.
Nach dem Studium arbeitete Wozniak ab dem Jahr 1972 bei HP (Hewlett-Packard). Als ihn der bei Atari arbeitende Steve Jobs um Hilfe bat, in nur vier Tagen ein Videospiel ähnlich dem heute als Klassiker bekannten Pong zu entwickeln, willigte Wozniak ein, da er ohnehin hobbymäßig Videospiele programmierte. Dabei entstand das Spiel Breakout, bei dem man eine Art Schläger steuert, von dem eine Kugel abprallt, um dann im oberen Bereich des Spielfeldes nach und nach eine Mauer aus Blöcken zu zerstören. Umgesetzt wurde das Spiel aber nicht als klassisches Programm, sondern in Form von elektronischen Schaltkreisen mit 45 Transistor-Transistor-Logik-Bauteilen. Breakout erschien im Jahr 1976, also im gleichen Jahr, in dem Apple dann auch gegründet wurde.
Apple I als Projekt eines Computer-Clubs
Schon ein Jahr vor der Entwicklung von Breakout ging Wozniak erstmals zum Homebrew Computer Club, den wir bereits erwähnt haben. Dieser Club war nicht nur einfach ein Schmelztiegel für Menschen, die damals noch eher abfällig als Nerds oder Geeks bezeichnet wurden. Vielmehr war das Ziel, die Technik rund um Computer möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen, wobei der Kern der Teilnehmer aus begeisterten Bastlern und Programmierern bestand. Wozniak startete sofort durch und entwarf an nur einem Abend die Pläne für einen Computer, den er dann eher heimlich Stück für Stück zusammenbaute.
Das Vorbild war der Altair 8800, ein Heimcomputer, der mit Kippschaltern bedient wurde. Wozniak baute einen von den Funktionen her ähnlichen Computer, der allerdings mit einer Bürotastatur bedienbar war und an einen Monitor angeschlossen werden konnte. Dies war mehr als bemerkenswert, da man am Altair 8800, der von einem ganzen Team entwickelt worden war, weder Bildschirm noch Tastatur verwenden konnte. Der Altair 8800 zeigte lediglich per LEDs die getroffenen Einstellungen und Ergebnisse an, die man über die Kippschalter festgelegt hatte.
Wozniaks Computer war am Ende der Apple I, der dann auch mit der Gründung von Apple ab April 1976 kommerziell vertrieben wurde und 666,66 US-Dollar kostete. Dies war zwar gute 170 US-Dollar mehr als ein Altair 8800, aber für das Gebotene trotzdem vergleichsweise preiswert. Man muss sich zwar vor Augen führen, dass der Preis heute etwa 3.700 US-Dollar entspricht – für einen Computer Mitte der 1970er-Jahre mit einer kleinen Zielgruppe war der Preis aber sogar niedrig. Die ersten Exemplare entstanden dabei noch in der Garage von Steve Jobs im Eigenbau. Seinen eigentlichen Hauptjob bei HP kündigte Steve Wozniak erst einige Monate nach der Apple-Gründung. Bei Apple wurde er Leiter für Forschung und Entwicklung.
In der ersten Unternehmensphase von Apple hat Wozniak persönlich einige Hundert Exemplare des Apple I zusammengebaut. Er programmierte in dieser Zeit zudem die meiste Software für die Apple-Computer. Der Apple II verkaufte sich über mehrere Jahre hinweg sehr gut, doch der Apple III und das Projekt Lisa galten wirtschaftlich als problematisch und belasteten Apple – der erste Macintosh im Jahr 1984 brachte die Wende und trug später entscheidend zur Entwicklung grafischer Benutzeroberflächen im Massenmarkt bei.
Dramatisch wurde es aber schon vor der Veröffentlichung des Macintoshs, denn Steve Wozniak wollte im Februar 1981 ein kleines Privatflugzeug fliegen, eine Beechcraft Bonanza, für die er nur begrenzte Flugerfahrung hatte. Beim Start verunglückte er und litt in der Folge eine Weile unter einer schweren Beeinträchtigung seines Kurzzeitgedächtnisses. Es fiel ihm schwer, Dinge zu behalten, die gerade erst gesagt oder getan worden waren. Es entstand eine Lebenskrise, bei der er sogar unter einem Pseudonym an die Universität in Berkeley zurückkehrte, um 1982 seinen Abschluss nachzuholen.
Bei Apple wollte er weniger Verantwortung übernehmen und nur als Ingenieur arbeiten sowie durch seine Persönlichkeit für Motivation sorgen. Denn in der Öffentlichkeit war Steve Wozniak bereits bekannt. Vier Jahre nach dem Flugzeugabsturz verringerte Steve Wozniak seine Arbeitszeiten bei Apple deutlich, um sich eigenen Projekten zu widmen. Mit der Entwicklung einer Universalfernbedienung sorgte er bei Steve Jobs für Ärger, da er für das Design die gleiche Firma engagierte, die Gehäuse für den Apple IIc entwarf, nämlich frog design (gegründet in Altensteig, Schwarzwald). Jobs drohte der Firma daraufhin mit dem Entzug der Aufträge.
Wozniak nach seinem Rückzug und heute
Wozniak war seit seinem Quasi-Rückzug bei Apple bei vielen weiteren Unternehmen und Projekten tätig, etwa Anfang der 2000er-Jahre bei einer Firma, die GPS-basierte Produkte entwickelte. Seine humanistische Einstellung, Menschen helfen zu wollen und auch Technik für möglichst viele Menschen positiv zu nutzen, hat er stets beibehalten. Er trennte sich schon früh von großen Teilen seiner Apple-Aktien, wobei er viele davon im Wert von mehreren Millionen US-Dollar sogar an Mitarbeiter verschenkte. Er sah nicht ein, warum es finanziell zwischen der Führungsebene und dem Rest der Belegschaft eine so große Diskrepanz gab. Zu seiner Lebenseinstellung gibt es auch ein Zitat: „Ich wollte nie reich sein. Ich wollte nur gute Dinge bauen.“
Wozniak sponsorte viele Projekte, unter anderem besorgte er Ende der 1980er-Jahre Computer für Schulen in der damaligen UdSSR, als der Kalte Krieg endete. Auch bei modernen Technologien betont Wozniak häufig, dass Technik möglichst vielen Menschen dienen sollte. Geehrt wurde Steve Wozniak bereits mehrfach, unter anderem 1985 mit der National Medal of Technology unter dem damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan. Zum Ehrendoktor wurde er 2004 an der North Carolina State University sowie 2011 an der Michigan State University ernannt, 2014 erhielt er an der University of Technology in Sydney den Status eines außerordentlichen Professors. Große Tech-Unternehmen sieht er kritisch, vor allem was die Macht rund um Daten angeht. Er ist ein Verfechter eines Rechts auf Reparatur sowie der Kontrolle über persönliche Daten.
Verheiratet war Steve Wozniak bereits mehrfach, aus einer frühen Ehe hat er drei Kinder sowie fünf Enkelkinder. Wozniak lebt nun in einem Vorort von Silicon Valley. Dank seiner Bekanntheit ist er gefragt und verdient durch Auftritte und Gastbeiträge Geld. Auf seiner eigenen Website schreibt Wozniak übrigens direkt als ersten Eintrag zu seinen Lebensfakten, dass er ein lebenslanger Scherzkeks (lifelong prankster) sei, was seine Einstellung zum Leben wohl besonders treffend beschreibt. (sb)