IT-Gehäuse

Wie die Digitalisierung das IT-Gehäuse verändert

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Vom Standard abweichend können Netzwerkschränke durch verschiedene Dimensionen, mit besonderen Verschlussmechanismen oder auch als offene Rahmengestelle bei sehr hohem Kabelvolumen verwendet werden. Letzteres ist insbesondere in Versuchs- oder Testumgebungen von beispielsweise Geräteherstellern der Fall, damit sie schneller und flexibler bestückt und geändert werden können.

Die Zugänglichkeit von allen Seiten verhindert zwar einen Zugriffsschutz, erleichtert aber die Verkabelung. Denn vor allem in Bezug auf das aufkommende Datenvolumen gehört ein strukturiertes Kabelmanagement bei zunehmender Kabeldichte aktuell zu einer der größten Herausforderungen. Parallel sind Anforderungen an die Kabelverlegung, wie zum Beispiel die Einhaltung der Mindestbiegeradien, gestiegen.

Insbesondere sollten hier die Produkt- und Installationsnormen EN 50173 und EN 50174 eingehalten werden. Unabhängige Messlabore wie zum Beispiel die GHMT zertifizieren entsprechende Verkabelungssysteme. Gleichzeitig ist die Technologie im Bereich Lichtwellenleiter und Kupfer besser geworden und bietet wesentlich höhere Datenübertragungsraten.

Serverschränke werden hauptsächlich in Rechenzentren zur Aufnahme handelsüblicher Server verwendet. Entsprechend können die Breiten individuell ausfallen, je nach Raumbeschaffenheit, zur Verfügung stehender Fläche, speziellen Anforderungen an die Verkabelung oder bestehenden RZ-Infrastrukturen. Bei den Abmessungen der Serverschränke entwickelt sich jedoch ein Trend zu mehr Tiefe.

Waren vor zehn Jahren noch 900 mm Tiefe ausreichend, geht der Standard in den letzten Jahren zu 1200 mm. Die Tendenz ist mit 1300 oder gar 1400 mm sogar steigend. Auch die Höhe der Serverschränke hat zugenommen.

Bei üblicherweise 19 Zoll bewegen sich die Höheneinheiten zunehmend in Richtung 56 HE. Das entspricht damit einer Höhe von 2,60 m. Der Grund hierfür liegt ganz profan an den Kosten: mehr Rechenzentrumsfläche bedeutet höhere Investitionen.

Allerdings steigt mit der Höhe – sowie mit zunehmender Leistungsdichte der Server – auch die Anforderung an die Zuladung der Schränke. Bei aktuell standardmäßigen 1500 kg wachsen auch die Anforderungen an die Belastbarkeit der Schränke. Auch hier ist die Tendenz steigend. Im Bereich der dynamischen Lasten, zum Beispiel mit Rollen, liegt die Grenze oft zwischen 800 bis 1000 kg.

Klimatisierung auf Schrankebene liegt im Trend

Allgemein haben Anforderungen auch in Form von Zulassungen und Zertifizierungen zugenommen. Weiterentwicklungen in der Technologie, wie zum Beispiel der Rundfunktechnik, machen Industrieschränke zudem über elektromagnetische Möglichkeiten angreifbar. Um einen gesonderten, zertifizierten Schutz vor Bränden, Staub, Rauch, EM-Störungen, Wasser oder Explosionen zu gewährleisten, sind beispielsweise autarke IT-Sicherheitsgehäuse entstanden.

Diese Minirechenzentren bieten eine integrierte Klimatisierung und unterbrechungsfreie Stromversorgung. Zum Beispiel können Batterien die Racks im Notfall mit Strom versorgen und so kurzzeitige Ausfälle komplett überbrücken. Bei längeren Stromausfällen werden sie automatisch geregelt heruntergefahren.

Besonders hervorzuheben sind hier Feuerwiderstandsklassen und der Brandschutz. Oftmals kommen System- und Löschanlagen mit Novec 1230 zum Einsatz. Die Klimatisierung ist zunehmend abhängig von den räumlichen Gegebenheiten und den Anforderungen an Leistungen und Redundanzen. Neben klassischen Klimatisierungslösungen auf Raumebene wie der Luftkühlung setzt sich deswegen mehr und mehr die Klimatisierung auf Schrankebene durch.

Zum Einsatz kommen verschiedene Anwendungen wie Sidecooler oder Rücktürlösungen, also die Unterbringung eines Wärmeübertragers neben beziehungsweise hinter dem Rack. Hier sind Leistungen von über 30 kW pro Serverschrank realisierbar. Im Vergleich dazu liegt die Leistungsgrenze bei luftgekühlten Serverschränken mit Einhausungen bei 10 bis 12 kW pro Rack.

* Thomas Wermke ist Bereichsleiter bei SCHÄFER Ausstattungssysteme und verantwortet damit SCHÄFER IT-Systems in Betzdorf.

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