Data-Center-Infrastruktur Wenn Kupfer und Rechenzentrumstechnik zur Diebesware werden

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Der Boom beim Bau von Rechenzentren macht sich nicht nur bei den Verfügbarkeiten von unterschiedlichsten Chips, Strom und Kühlwasser bemerkbar. In den USA geraten mittlerweile klassische Infrastrukturkomponenten ins Visier von Frachtdieben.

Hardware für Rechenzentren ist begehrt - nicht nur bei Betreibern der Data Centers.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Hardware für Rechenzentren ist begehrt - nicht nur bei Betreibern der Data Centers.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Wir erleben es tagtäglich an jeder Stelle in der Elektronikindustrie: Der allgegenwärtige KI-Hype, von dem sich nahezu jeder ein Scheibchen Erfolg abschneiden möchte, hat sich zu einem gewaltigen Investitions-Boom entwickelt, für den große Mengen Hardware benötigt werden. Der Ausbau von Rechenzentren wiederum sorgt dafür, dass jederzeit Waren im Millionenwert unterwegs sind. Server, Kabel, Stromversorgungstechnik und weitere Komponenten sind auf Straßen, Gleisen, Wasserwegen und in der Luft unterwegs. Und genau diese Fracht rückt offenbar in das Beuteschema organisierter Diebstähle.

In der Nähe von Chicago hat das Cook County Sheriff’s Office laut einem Bericht von Tom’s Hardware einen gestohlenen Trailer mit Kupferdraht im Wert von rund 300.000 US-Dollar sichergestellt. Das Material kann freilich nicht nur, aber auch unter anderem für die Stromversorgung von Servern genutzt werden. Der Trailer wurde auf einem Truck Yard gefunden; lokalisiert wurde er dem Bericht zufolge über einen GPS-Tracker.

An demselben Standort war laut dem Betreiber des Truck Yards bereits eine Woche zuvor ein weiterer gestohlener Trailer abgestellt worden. Darin befand sich Rechenzentrums-Equipment im Wert von rund 1 Million US-Dollar. Die beiden Trailer waren zuvor in unterschiedlichen Bundesstaaten als gestohlen gemeldet worden: der Trailer mit Kupferdraht in Alabama, der zweite in Florida.

Lieferkette wird zum Sicherheitsfaktor

Der Fall zeigt, dass nicht nur die Hersteller der Technologien vom Investitions-Boom profitieren möchten, sondern mittlerweile auch Diebe. Oft drehen sich die Diskussionen um Rechenzentren und KI um GPUs, Energiebedarf, Netzanschlüsse oder Kühlung. Inzwischen entstehen auch bei Verkabelung, Stromverteilung und weiterer Infrastruktur neue Risiken in der physischen Lieferkette.

Für Diebe sind solche Lieferungen wegen ihres Warenwerts attraktiv. Wie mit dem Diebesgut weiter verfahren werden soll, steht hingegen auf einem anderen Blatt. Denn spezialisierte Rechenzentrumskomponenten lassen sich schwerer weiterverkaufen als klassische Konsumgüter. Server und andere professionelle Ausrüstung sind häufig mit Seriennummern versehen und an Nachweise wie Rechnungen oder Garantieunterlagen gebunden. Die heiße Ware lässt sich nicht einfach verschieben.

Trotzdem macht der Fall deutlich: Mit dem Ausbau von KI- und Cloud-Infrastruktur steigt nicht nur der Bedarf an Halbleitern, Speicher und Energie. Auch scheinbar weniger spektakuläre Komponenten werden zu gefährdeter Fracht auf der Straße. (sb)

(ID:50887359)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung