Künstliche Verknappung und Preisabsprachen? Sammelklage gegen Samsung, SK Hynix und Micron wegen DRAM-Preisen

Von Sebastian Gerstl 2 min Lesedauer

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Im US-Bundesstaat Kalifornien wurde gegen Micron, SK Hynix und Samsung eine Sammelklage eingereicht. Der Vorwurf: Die drei weltgrößten Speicherhersteller sollen auf Absprache die DRAM-Produktion künstlich verknappt haben, um starke Preisanstiege zu rechtfertigen.

Haben Samsung, Sk Hynix und Micron ihre dominierende Stellung im Speichermarkt genutzt, um DRAM-Vorräte künstlich zu verknappen und damit stark ansteigende Preise zu rechtfertigen? In Kalifornien haben Verbraucher diesen Vorwurf erhoben und deswegen ein kartellrechtliches Verfahren per Sammelklage angestoßen.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Haben Samsung, Sk Hynix und Micron ihre dominierende Stellung im Speichermarkt genutzt, um DRAM-Vorräte künstlich zu verknappen und damit stark ansteigende Preise zu rechtfertigen? In Kalifornien haben Verbraucher diesen Vorwurf erhoben und deswegen ein kartellrechtliches Verfahren per Sammelklage angestoßen.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Samsung, SK Hynix und Micron sehen sich in den USA mit einer Sammelklage konfrontiert. Die Klage wurde am 25. Juni 2026 vor einem Bundesgericht im nördlichen Bezirk Kaliforniens eingereicht und als Kartellverfahren eingestuft.

Bei den Klägern handelt es sich um Endverbraucher, in erster Linie Privatpersonen und kleinere Unternehmen. Sie werfen den drei Speicherherstellern vor, das Angebot an herkömmlichem DRAM seit 2022 gezielt eingeschränkt zu haben. Dadurch seien die Preise in den vergangenen vier Jahren um rund 700 Prozent gestiegen. Die Unternehmen hätten Produktionskürzungen mit Bestandsmanagement begründet, tatsächlich aber koordiniert das Angebot verknappt, heißt es in der Klage.

Ein zentraler Punkt der Vorwürfe ist die stärkere Ausrichtung auf High-Bandwidth Memory, kurz HBM. Diese Speicherchips werden vor allem in KI-Rechenzentren eingesetzt und sind wegen der hohen Nachfrage besonders lukrativ. Nach Darstellung der Kläger ging die Verlagerung zulasten klassischer DRAM-Produkte, die unter anderem in PCs, Smartphones und anderen elektronischen Geräten verwendet werden.

Marktstruktur erschwert Ausweichmöglichkeiten

Die Kläger verweisen darauf, dass Samsung, SK Hynix und Micron zusammen mehr als 90 Prozent des weltweiten DRAM-Marktes kontrollieren sollen. Neue Wettbewerber könnten demnach kaum kurzfristig einspringen, weil moderne Speicherfabriken Milliardeninvestitionen erfordern, jahrelange Aufbauzeiten haben und fertige Chips lange Qualifizierungsprozesse bei Kunden durchlaufen müssen.

Die Klage knüpft auch an frühere Verfahren gegen Speicherhersteller an. In den 2000er-Jahren hatten Samsung und Hynix in den USA Geldstrafen wegen DRAM-Preisabsprachen akzeptiert, während Micron durch Kooperation mit den Ermittlern einer Strafe entging. Die Kläger sehen in der aktuellen Entwicklung ein weiteres Muster in einem Markt, der auch in der Vergangenheit regelmäßig von hohen Preisfluktuationen und damit verbundenen Absprachevorwürfen betroffen war. Die aktuelle Teuerungsrate ist allerdings aufgrund ihrer anhaltenden Dauer in der Geschichte des Speichermarktes ein Novum.

Zugleich unterscheidet sich die Lage von früheren Fällen, weil die Nachfrage nach Speicher durch KI-Anwendungen stark gestiegen ist. Die Hersteller verweisen nach den Berichten auf Kapazitätserweiterungen durch neue Fabriken und Produktionslinien. Die Kläger fordern unter anderem ein Ende der mutmaßlichen Angebotsbeschränkungen, Schadenersatz in dreifacher Höhe sowie die Erstattung von Prozesskosten.(sg)

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