Fokus auf Physical AI On Semiconductor übernimmt Synaptics für 7 Milliarden US-Dollar

Von Sebastian Gerstl 2 min Lesedauer

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In der größten Firmenübernahme seiner Geschichte will On Semiconductor den auf Wireless-, IoT- und Edge-KI-Anwendungen spezialisierten Halbleiterhersteller Synaptics übernehmen. Ziel der Akquise ist, das Portfolio mit Onsemis bestehendem Leistungshalbleiter- und Sensorikgeschäft zu verbinden, um speziell Anwendungen im Physical-AI-Bereich zu adressieren.

Ausrichtung auf Physical AI: Mit der Übernahme von Synaptics will sich On Semiconductor an der Schnittstelle zwischen den Bereichen Leistungselektronik (Power), Sensorik, vernetztem Computing und Steuerung positionieren. (Bild:  On Semiconductor)
Ausrichtung auf Physical AI: Mit der Übernahme von Synaptics will sich On Semiconductor an der Schnittstelle zwischen den Bereichen Leistungselektronik (Power), Sensorik, vernetztem Computing und Steuerung positionieren.
(Bild: On Semiconductor)

On Semiconductor, generell auch einfach als Onsemi bezeichnet, hat eine verbindliche Vereinbarung zur Übernahme von Synaptics geschlossen. Die Transaktion erfolgt vollständig durch ein Aktien-Gegengeschäft. Demnach sollen Synaptics-Aktionäre sollen je Synaptics-Aktie 1.350 Onsemi-Anteilsscheine erhalten. woraus sich ein effektiver Kaufpreis von 7 Milliarden US-Dollar ergibt. Es handelt sich aufgrund der Höhe der Transaktion um die teuerste Firmenübernahme in der Geschichte des Power- und Sensorik-Spezialisten.

Strategisch will Onsemi mit der Übernahme sein Profil über Leistungselektronik und Sensorik hinaus erweitern. Synaptics bringt dafür Lösungen für Edge-AI-Computing, Mensch-Maschine-Schnittstellen und drahtlose Konnektivität ein.

Edge AI als Erweiterung des Systemgeschäfts

Im Mittelpunkt steht das von den Unternehmen als „Physical AI“ bezeichnete Konzept. Gemeint sind Systeme, die Daten lokal erfassen, verarbeiten und in Echtzeit darauf reagieren können, etwa in Fahrzeugen, Industrieanlagen, Robotik oder AR/VR-Anwendungen.

„Da künstliche Intelligenz über die Cloud hinaus in die physische Welt vordringt, einschließlich der Automobil- und Industriebranche, wird die nächste Innovationsphase von Systemen abhängen, die in Echtzeit wahrnehmen, entscheiden, handeln und sich anpassen können“, sagt Hassane El-Khoury, CEO von Onsemi. „Dieser Wandel hin zur physischen KI erfordert, dass die Bereiche Stromversorgung, Sensorik, vernetzte Rechenleistung und Steuerung nahtlos zusammenarbeiten..Durch die Übernahme von Synaptics positioniert sich Onsemi an der Schnittstelle dieser vier Säulen, wodurch wir ein deutlich größeres Potenzial im Bereich der künstlichen Intelligenz erschließen können, das über KI-Rechenzentren hinausgeht und sich bis hin zu Edge-Anwendungen erstreckt. Diese Transaktion würde uns umgehend vernetzte Rechenkapazitäten verschaffen, die Reichweite unserer Software und unseres Ökosystems erweitern und Onsemi in die Lage versetzen, einen größeren Mehrwert zu bieten, da Kunden zunehmend nach intelligenten Systemen suchen.“

Eine wichtige Rolle spielt dabei Synaptics’ Astra-Plattform. Sie kombiniert KI-Prozessoren und Neural Processing Units mit Funktechnologien wie Wi-Fi, Bluetooth und GPS sowie einem Software-Stack für die Entwicklung vernetzter Edge-AI-Anwendungen.

Onsemi erwartet durch die Übernahme jährliche Synergien von rund 200 Millionen US-Dollar und einen positiven Beitrag zum Non-GAAP-Gewinn je Aktie innerhalb von 18 Monaten nach Abschluss. Der Abschluss wird für Mitte 2027 erwartet und steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Synaptics-Aktionäre sowie regulatorischer Freigaben.

Aufgrund der hohen Bewertung der Synaptics-Anteile knickte der Börsenkurz von Onsemi nach Bekanntgabe der Übernahmepläne um etwa 12 Prozent ein. Es handelt sich um den größten Kursverlust des Unternehmens seit der Corona-Pandemie im Jahr 2020.

(sg)

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