Rollbares OLED-Display Samsung Display plant Serienstart für das erste Halbjahr 2028

Von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 2 min Lesedauer

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Faltbare Displays (Foldables) sind bereits massenmarkttauglich. Samsung Display will Gerüchten zufolge bis zum ersten Halbjahr 2028 sogenannte Rollables auf den Markt bringen. Die technischen Anforderungen an diese neue Displaygeneration sind hoch.

Unter der Bezeichnung „Rollable Flex” hat Samsung Display bereits Prototypen eines rollbaren OLED-Displays vorgestellt.(Bild:  Samsung Display)
Unter der Bezeichnung „Rollable Flex” hat Samsung Display bereits Prototypen eines rollbaren OLED-Displays vorgestellt.
(Bild: Samsung Display)

Der Markt für flexible Displays steht vor einem entscheidenden Umbruch. Während faltbare Smartphones (Foldables) mit der mittlerweile achten Generation ihren Status als etablierter Standard im Premiumsegment gefestigt haben und Tri-Fold-Konzepte bei Geräten von Huawei die aktuelle technologische Spitze markieren, kommen vermehrt Gerüchte über Rollables auf. Laut Berichten von The Elec und Marktdaten von Omdia plant Samsung Display die Serienfertigung eines 10-Zoll-Rollable-OLEDs für das erste Halbjahr 2028. Mit einer angestrebten Pixeldichte von 440 ppi und einem Seitenverhältnis von 16:9 stößt das Panel in Leistungsbereiche vor, die bisher klassischen starren High-End-Displays vorbehalten waren.

Die Besonderheiten beim rollbaren Display

Im Gegensatz zu den etablierten Foldables, die mit statischen Biegeradien arbeiten, müssen beim Roll-Prinzip die mechanischen Lasten über die gesamte Paneloberfläche dynamisch bewältigt werden. Ein zentraler Aspekt der Hardware-Entwicklung ist es, die sogenannte neutrale Phase zu kontrollieren. In einem mehrschichtigen Displayverbund treten beim Biegen oder Rollen an der Außenseite enorme Zugspannungen auf, während die Innenseite gestaucht wird (Druckspannung).

Die neutrale Phase bezeichnet jene theoretische Schichtebene im Zentrum des Materialstapels, die bei Verformung vollkommen spannungsfrei bleibt. Bei einem rollbaren Display müssen die empfindlichsten Bauteile, insbesondere die extrem spröden anorganischen Schichten der TFT-Backplane und der Dünnfilmverkapselung, durch exakte Abstimmung der Schichtdicken und Elastizitätsmodule exakt in dieser neutralen Zone positioniert werden. Nur so lässt sich verhindern, dass mikroskopische Risse die optoelektronische Funktion bereits nach wenigen Zyklen zerstören.

Dünnfilmverkapselung und Displayansteuerung

Um diese Stabilität zu erreichen, setzt Samsung Display auf einen komplexen Hybrid-Stack aus weiterentwickeltem Ultra Thin Glass (UTG) und neuartigen, molekular verstärkten Polyimid-Substraten. Parallel dazu musste die Dünnfilmverkapselung (Thin Film Encapsulation, TFE) grundlegend überarbeitet werden. Die nun eingesetzten Multilayer-Strukturen müssen eine Wasserdampfdurchlässigkeit (WVTR) garantieren, die selbst unter permanenter mechanischer Torsion stabil bleibt.

Zudem erfordert die Ansteuerung eines Displays, dessen aktive Fläche sich während des Betriebs kontinuierlich verändert, eine neue Generation von Display-Treiber-ICs (DDICs). Diese müssen die Pixelspeisung latenzfrei mit der motorisierten Auszugskinematik synchronisieren, um Bildartefakte während der Transformation zu verhindern. Hierbei müssen Mikro-Aktoren die Rotationsgeschwindigkeit der Wickelspindel in Echtzeit an den variierenden Rollenradius anpassen, um eine konstante Zuglast auf den Display-Stack zu gewährleisten und mechanischen Stress zu minimieren. (heh)

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