Studie der Deutschen Bahn Welche Auswirkungen haben autonome Fahrzeuge auf den ÖPNV?

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

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Die Deutsche Bahn hat in Zusammenarbeit mit dem KIT, ioki, dem DLR und Prognos die Studie „Autonomes Fahren – Schlüssel für die Mobilität von morgen“ veröffentlicht, die anhand von verschiedenen Szenarien für 2045 untersuchte, welchen Nutzen autonomes Fahren bringen kann.

Autonome Fahrzeuge können die Qualität im ÖPNV massiv verbessern, so eine Studie im Auftrag der DB Regio.(Bild:  Deutsche Bahn)
Autonome Fahrzeuge können die Qualität im ÖPNV massiv verbessern, so eine Studie im Auftrag der DB Regio.
(Bild: Deutsche Bahn)

Autonome Shuttles und Busse können Deutschlands öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) verbessern. Das verdeutlichte eine Studie im Auftrag von DB Regio, der Regionalverkehrssparte der Deutschen Bahn. Flächendeckend eingesetzt würde autonomes Fahren das Angebot für die Fahrgäste optimieren, die Verkehrsbelastung in Städten reduzieren und ländliche Gegenden besser anbinden.

Laut der Studie bringt es kaum Vorteile, wenn die Technologie nur dazu genutzt wird, das vorhandene Angebot an Bussen autonom fahren zu lassen. Auch privatwirtschaftlich betriebene Robotaxis bringen kaum Verbesserung, im Gegenteil: Der Verkehr würde in Metropolen um bis zu 40 Prozent zunehmen, und im ländlichen Raum würde das Mobilitätsangebot nicht verbessert. Den größten Nutzen brächte autonomes Fahren laut Studie dann, wenn es in den ÖPNV integriert, dieser zusätzlich ausgebaut und neu strukturiert wird. Eine zentrale Rolle in diesem für 2045 berechneten Szenario spielen selbstfahrende Shuttles. Sie bringen Fahrgäste entweder direkt ans Ziel oder sind Zubringer zum Zug und zu optimierten Buslinien, die schneller und direkter unterwegs sind als heute. „Autonomes Fahren ist mehr als Technik – es ist eine Chance, Mobilität effizient und wirtschaftlich nachhaltig zu gestalten“, betont Prof. Meike Jipp, Bereichsvorständin für Energie und Verkehr des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt und erklärt: „Unser Forschungsansatz geht davon aus, dass Mobilität nicht rational, sondern tief verwurzelt in Routinen und Emotionen ist. Menschen verändern ihre Gewohnheiten nur, wenn das neue Angebot verlässlich, attraktiv und in ihr Alltagsleben passt. Das Daseinsvorsorge-Szenario zeigt: Mit einem integrierten, flächendeckenden ÖPNV-System schaffen wir nicht nur mehr Lebensqualität – wir stärken auch die deutsche Wirtschaft. Durch die Etablierung eines europäischen Marktes für autonome Mobilität entstehen neue, hochwertige Arbeitsplätze und Wertschöpfung. Die Zukunft der Mobilität beginnt in den Köpfen der Menschen.“

Reise- und Wartezeiten enorm verkürzen

Ginge man davon aus, dass rund eine Million autonome Shuttles und Busse unterwegs wäre, lägen die durchschnittlichen Wartezeiten der Fahrgäste bis zum Einstieg bei 5 Minuten in Metropolen und bei 13 Minuten im ländlichen Raum. Letzteres wäre eine Zeitersparnis von 50 Prozent im Vergleich zu heutigen Wartezeiten. Die Reisezeiten entsprächen nahezu denen des Pkw und wären in Metropolen teilweise sogar kürzer.

Mit einem derartigen Angebot – so die Studie – ließen sich wesentlich mehr Menschen dazu motivieren, auf ein eigenes Auto verzichten und auf den ÖPNV umsteigen: Der Anteil an der gesamten Verkehrsleistung, die öffentliche Verkehrsmittel erbringen, würde sich auf 35 Prozent mehr als verdoppeln.

Die Grafik zeigt, wie autonomes Fahren die Qualität im öffentlichen Nahverkehr verbessern kann. Sie vergleicht verschiedene Szenarien (Status quo, Basis-, Wettbewerb- und Daseinsvorsorge-Szenario) in Metropole, Stadt und Land anhand von Kriterien wie Zeit von Wunsch bis Einstieg, Fahrzeit im Vergleich zum Pkw, Entfernung zur Haltestelle und Anzahl der Umstiege. (Bild:  Deutsche Bahn)
Die Grafik zeigt, wie autonomes Fahren die Qualität im öffentlichen Nahverkehr verbessern kann. Sie vergleicht verschiedene Szenarien (Status quo, Basis-, Wettbewerb- und Daseinsvorsorge-Szenario) in Metropole, Stadt und Land anhand von Kriterien wie Zeit von Wunsch bis Einstieg, Fahrzeit im Vergleich zum Pkw, Entfernung zur Haltestelle und Anzahl der Umstiege.
(Bild: Deutsche Bahn)

Weniger Belastung durch Straßenverkehr

Für die Gesellschaft wäre der potenzielle Gewinn im Vergleich zur heutigen Situation enorm: Die Belastung durch den Straßenverkehr würde in Städten und Metropolen um bis zu 11 Prozent sinken. Gleichzeitig könnte die öffentliche Hand ihre Zuschüsse zum ÖPNV trotz des massiv ausgebauten Angebots um 20 Prozent reduzieren. Möglich wird das durch technologische Effizienzgewinne und stärkere Nutzerfinanzierung. Autofahrer würden laut 2045 beim Umstieg auf den ÖPNV durchschnittlich 170 Euro pro Monat sparen. (se)

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