Automatisierung und Robotik Schunk und Bosch entwickeln industrietaugliche Roboterhände für Humanoide

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

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Schunk und Bosch bündeln ihre Kompetenzen, um eine neue Generation von Roboterhänden zu konstruieren. Diese sollen in humanoiden Systemen eingesetzt werden und hochflexible Handgriffe in Produktion und Logistik übernehmen.

Ein humanoider Roboter entnimmt ein Getränk aus dem Regal und stellt es auf dem Tresen bereit. Die Demonstration auf der Bosch Connected World 2026 zeigte zentrale Fähigkeiten humanoider Systeme in einem konkreten Handhabungsprozess.(Bild:  SCHUNK SE & Co. KG)
Ein humanoider Roboter entnimmt ein Getränk aus dem Regal und stellt es auf dem Tresen bereit. Die Demonstration auf der Bosch Connected World 2026 zeigte zentrale Fähigkeiten humanoider Systeme in einem konkreten Handhabungsprozess.
(Bild: SCHUNK SE & Co. KG)

Die Schunk SE & Co. KG und die Robert Bosch Robotics GmbH arbeiten künftig bei der Entwicklung neuer Technologien eng zusammen. Beide Unternehmen haben eine vertragliche Kooperation geschlossen, um gemeinsam eine industrietaugliche Roboterhand zu entwerfen. Dieser neuartige Endeffektor soll sich nahtlos in verschiedene humanoide Robotersysteme integrieren lassen. Die Konstrukteure lassen dabei gezielt die spezifischen Anforderungen aus diversen Wirtschaftsbranchen in das Vorhaben einfließen. Auf dieser Grundlage wollen die Partner völlig neue Einsatzmöglichkeiten für automatisierte Prozesse in der Produktion und in der Logistik schaffen.

Die Grenzen klassischer Greifer überwinden

In der modernen Fertigung nehmen Roboterhände eine absolute Schlüsselrolle ein. Viele alltägliche Aufgaben in der Produktion und der Logistik verlangen es, dass Maschinen unterschiedlichste Objekte, Formen und Materialien sicher handhaben. Klassische Greifsysteme stoßen bei dieser enormen Varianz oft an ihre technischen Grenzen und können komplexe Handgriffe nur eingeschränkt ausführen. Eine humanoide Roboterhand agiert hingegen als flexibler Endeffektor, der die menschliche Anatomie nachahmt und dadurch eine wesentlich höhere Anpassungsfähigkeit besitzt. Im Mittelpunkt der neuen Partnerschaft steht nun die gemeinsame Entwicklung eines ersten Prototyps sowie der dafür notwendigen Basistechnologien. Die Ingenieure wollen den Prototyp anschließend direkt in konkreten industriellen Anwendungen erproben.

Startschuss für eine Entwicklungskooperation zwischen SCHUNK und Bosch: Jürgen Müller (CEO, Robert Bosch Robotics GmbH), Dr. Stefan Waschul (Fertigungsvorstand des Geschäftsbereichs Vehicle Motion, Robert Bosch GmbH), Timo Gessmann (CTO, SCHUNK) und Falk Bäurle (COO/CFO, SCHUNK) bei der Vertragsunterzeichnung.(Bild:  SCHUNK SE & Co. KG)
Startschuss für eine Entwicklungskooperation zwischen SCHUNK und Bosch: Jürgen Müller (CEO, Robert Bosch Robotics GmbH), Dr. Stefan Waschul (Fertigungsvorstand des Geschäftsbereichs Vehicle Motion, Robert Bosch GmbH), Timo Gessmann (CTO, SCHUNK) und Falk Bäurle (COO/CFO, SCHUNK) bei der Vertragsunterzeichnung.
(Bild: SCHUNK SE & Co. KG)

Bei dem ehrgeizigen Vorhaben bringen beide Partner ihre individuellen Stärken in eine gemeinsame Plattform ein. Der globale Technologiekonzern Bosch steuert sein umfassendes Know-how aus den Bereichen Mechanik, Feinmechanik und Elektronik bei. Darüber hinaus liefert Bosch tiefgehende Expertise in der Softwareentwicklung sowie im Bereich der künstlichen Intelligenz. Komplettiert wird dieser Beitrag durch wertvolle Erfahrungen in der Industrialisierung und Skalierung von Produkten. Das Unternehmen nutzt zudem seine breite Branchenkenntnisse, um die spezifischen Anforderungen des Marktes frühzeitig im Entwicklungsprozess zu verankern.

Auf der anderen Seite bringt der Greiftechnikspezialist Schunk seine gebündelte Kompetenz aus der flexiblen Automatisierungstechnik in das Projekt ein. Das Unternehmen verfügt über rund 20 Jahre praktische Erfahrung bei der Konstruktion und Entwicklung humanoider Hände. Durch diese Bündelung des Wissens soll eine Industriehand entstehen, die flexibel für alle humanoiden Robotertypen einsetzbar ist

Erster Prototyp auf der Messe in Berlin präsentiert

Dass diese ehrgeizigen Pläne bereits konkrete Formen annehmen, demonstrierten die Partner kürzlich in Berlin. Auf der Bosch Connected World 2026 imJuni 2026 präsentierten die Unternehmen einen praxisnahen Showcase. Dieser Demonstrator machte exemplarisch greifbar, wie schnell sich innovative Robotik-Anwendungen durch eine partnerschaftliche Zusammenarbeit realisieren lassen. Das System veranschaulichte eindrucksvoll die zentralen Fähigkeiten moderner humanoider Systeme.

Dazu zählten unter anderem die präzise Wahrnehmung der räumlichen Umgebung, das sichere Greifen und Handhaben verschiedenster Objekte sowie die fehlerfreie Ausführung eines vollständigen, komplexen Prozesses. Für diese Demonstration kombinierten die Ingenieure einen humanoiden Roboter direkt mit einer anthropomorphen Roboterhand von Schunk. (mc)

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