Wi-Fi 8 im Test Rohde & Schwarz und Broadcom validieren erste Wi-Fi-8-Prototypen

Von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 2 min Lesedauer

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Noch deutlich vor der endgültigen Ratifizierung des IEEE-Standards hat Rohde & Schwarz in seinem Signalisierungstester CMX500 erste Wi-Fi-8-HF-Tests im Signalisierungsmodus implementiert. Validiert wurden Prototypen eines Wi-Fi-8-Geräts von Broadcom.

Prototypen von Wi-Fi-8-Geräten des Herstellers Broadcom wurden mithilfe des Signalisierungstesters CMX500 von Rohde & Schwarz validiert.(Bild:  Rohde & Schwarz)
Prototypen von Wi-Fi-8-Geräten des Herstellers Broadcom wurden mithilfe des Signalisierungstesters CMX500 von Rohde & Schwarz validiert.
(Bild: Rohde & Schwarz)

Während Wi-Fi 7 (802.11be) in den Markt rollt, wirft der Nachfolger Wi-Fi 8 (IEEE 802.11bn) bereits seine Schatten voraus. Um Entwicklern eine frühzeitige Validierung zu ermöglichen, hat Rohde & Schwarz in seinem Multitechnologie-Tester CMX500 erste Wi-Fi-8-Testfunktionen implementiert und diese nun anhand eines WLAN-Prototypen von Broadcom verifiziert.

Paradigmenwechsel hin zu UHR

Bislang stand bei neuen WLAN-Generationen fast immer die Steigerung der maximalen Datenrate im Vordergrund. Wi-Fi 8 hingegen zielt primär auf eine konsistente, hochzuverlässige Verbindungsstabilität in sehr dicht belegten Frequenzspektren ab. Dieser Bereich wird als Ultra-High Reliability (UHR) zusammengefasst und ist für anspruchsvolle IoT-, VR- und Industrieanwendungen essenziell.

Als Basis übernimmt Wi-Fi 8 die grundlegenden PHY-Parameter von Wi-Fi 7 mit Frequenzen bis 7,125 GHz, Kanalbandbreiten bis 320 MHz, 4.096-QAM-Modulation sowie Multi-Link-Operation, führt jedoch auf der PHY- und MAC-Schicht neue Technologien ein, die Entwickler und Messtechniker vor Herausforderungen stellen.

Neue Testherausforderungen mit DRU und UEQM

Im Rahmen der Signalisierungstests mit dem Broadcom-Prototypen validiert der CMX500-Tester unter anderem zwei wesentliche Neuerungen des 802.11bn-Standards:

  • Distributed Resource Units (DRU): Diese Funktion wurde entwickelt, um die physikalischen Begrenzungen der Leistungsdichte (Power Spectral Density, PSD) zu umgehen. In der Messtechnik müssen Anwender nun über dRU-Messungen validieren, wie effektiv ein Endgerät seine Uplink-Sendeleistung tatsächlich erhöht, um die Verbindungsstabilität zu garantieren.
  • Ungleiche Modulation (Unequal Modulation, UEQM): Um den Durchsatz in asymmetrischen oder schwierigen Empfangssituationen zu optimieren, erlaubt Wi-Fi 8, dass jede MIMO-Verbindung ein eigenes Modulationsverfahren nutzt. Mittels UEQM-Analyse lässt sich überprüfen, ob der Prüfling die Modulation anhand der spezifizierten Modulations- und Codierungsverfahren (MCS-Kombinationen) dynamisch und fehlerfrei anpasst.

Ein Setup für Mobilfunk und WLAN

Die Tests im Signalisierungsmodus erlauben es Entwicklern, die Leistung der neuen PHY-Features realistisch abzubilden. Da moderne Endgeräte fast immer zellulare und nicht-zellulare Funkstandards kombinieren, ist die Testumgebung im CMX500 als One-Box-Lösung ausgelegt. So lassen sich neben Wi-Fi 7 und 8 im selben Setup auch parallele Tests für LTE, 5G NR (SA/NSA) sowie Non-Terrestrial Networks (NTN) und Direct-to-Cell durchführen. (heh)

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