Was braucht es, um elektronische Komponenten über Jahre hinweg in gleichbleibender Qualität und hoher Verfügbarkeit zu liefern? Darüber sprechen Lukas Franz, Key Account Manager von Zettler Electronics, und Annette Landschoof, Produktmanager Pemco bei Schukat, im Interview.
Bild 1: Der Zettler-Produktionsstandort Xiamen.
(Bild: Zettler)
In der Elektronikindustrie sind die Anforderungen an Zuverlässigkeit und Langlebigkeit besonders hoch. Was bedeutet Qualität für Zettler?
Lukas Franz: Für Zettler bedeutet Qualität, Vertrauen zu schaffen. Das erreichen wir durch zuverlässige Produkte, stabile Prozesse, hohe Fertigungsstandards und eine enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden und Vertriebspartnern. Unser Ziel ist es, langfristige Lösungen zu liefern, die auch unter anspruchsvollen Einsatzbedingungen dauerhaft überzeugen.
Qualität entsteht nicht erst in der Fertigung. Wie zeigt sich Ihr Qualitätsanspruch bereits in der Entwicklung neuer Produkte?
Lukas Franz: Bereits zu Beginn einer Entwicklung arbeiten die Abteilungen von Produkt- und Qualitätsmanagement eng mit den Entwicklungsabteilungen zusammen. Anforderungsdefinitionen, Konstruktion, Prototypen- und Praxistest werden bereits früh bei einer Neuentwicklung berücksichtigt. Durch Simulationen, umfangreiche Tests und dem Einfließen von Erfahrungswerten, werden Schwachstellen bereits vor Markteinführung identifiziert. Die enge Zusammenarbeit und das damit verbundene Feedback unserer Kunden und Vertriebspartner spielt dabei ebenfalls eine wichtige Rolle.
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Wodurch zeichnen sich Ihre Fertigungsprozesse aus?
Lukas Franz: Unsere Fertigungsprozesse zeichnen sich durch einen hohen Automatisierungsgrad und konsequente Qualitätssicherung aus. Automatisierte Produktionslinien gewährleisten eine reproduzierbare Fertigungsqualität, während automatisierte End-of-Line-Tests das Erkennen von Fehlern frühzeitig feststellen.
Welche Anforderungen stellen Sie an Zettler in Bezug auf Produktqualität und Produktionsstandards?
Annette Landschoof: In der professionellen Elektronik sind Relais kritische Bauteile, die oft über die langfristige Zuverlässigkeit des Gesamtsystems entscheiden. Genau darum legen wir großen Wert auf klar definierte Qualitäts- und Produktionsstandards.
Unsere Anforderungen lassen sich im Wesentlichen in drei Punkten zusammenfassen:
Das Wichtigste ist die technische Produktqualität im Dauerbetrieb. Unsere Kunden erwarten von den Relais eine hohe mechanische und elektrische Lebensdauer sowie konstante Schaltleistungen. Außerdem muss die Fehlerrate niedrig sein, damit Ausfälle in den Endgeräten vermieden werden. Die Komponenten müssen robust genug sein, um thermischen oder elektrischen Belastungen in industriellen Umgebungen standzuhalten.
Der zweite Aspekt betrifft die Produktionsstandards. Für stabile Prozesse ist eine ISO 9001-Zertifizierung der Fertigungsstätten die Mindestvoraussetzung. Ebenso wichtig ist es, dass die Relais über alle relevanten internationalen Zulassungen (VDE, UL etc.) und Umweltrichtlinien (RoHS, REACH etc.) verfügen. Und wir fordern eine lückenlose Rückverfolgbarkeit (Traceability). Im modernen Lieferkettenmanagement müssen Chargen- und Produktionscodes transparent dokumentiert sein. Zettler erfüllt diese Anforderungen zuverlässig. Die Stabilität in der Produkt- und Prozessqualität bildet die Basis unserer Zusammenarbeit.
Zettler produziert an mehreren internationalen Standorten. Nach welchen Kriterien entscheiden Sie, in welchem Land ein Produkt gefertigt wird?
Lukas Franz: Die Entscheidung für einen Fertigungsstandort basiert auf mehreren Faktoren. Neben den technischen Anforderungen eines Produkts berücksichtigen wir insbesondere die vorhandenen Fertigungskompetenzen, die Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte, die Nähe zum Kunden sowie Aspekte der Lieferkette und Logistik. Unser Ziel ist es, für jedes Produkt den Standort zu wählen, der die beste Kombination aus Qualität, Effizienz und Lieferfähigkeit bietet.
Welche Bedeutung hat Polen für Sie als europäischer Produktionsstandort?
Lukas Franz: Polen hat für uns eine wichtige strategische Bedeutung als europäischer Produktionsstandort. Das Land verbindet eine hohe industrielle Kompetenz und gut ausgebildete Fachkräfte mit einer sehr guten geografischen Lage innerhalb Europas. Dadurch profitieren wir von kurzen Lieferwegen zu unseren europäischen Kunden und einer effizienten Einbindung in unsere Supply Chain.
Wie stellen Sie sicher, dass an allen Fertigungsstandorten dieselben Qualitätsstandards gelten?
Lukas Franz: Einheitliche Qualitätsstandards stellen wir durch harmonisierte Prozesse, klare Vorgaben und ein zentrales Qualitätsmanagement sicher. Alle Standorte arbeiten nach denselben Spezifikationen, Prüfplänen und Freigabeprozessen.
Ergänzend sorgen regelmäßige interne und externe Audits sowie ein kontinuierlicher Austausch zwischen den Werken dafür, dass diese Standards konsequent eingehalten und weiterentwickelt werden. So gewährleisten wir unabhängig vom Standort eine gleichbleibend hohe Produktqualität.
Inwiefern beeinflussen Rückmeldungen aus der Distribution Ihre Produktions- und Qualitätsprozesse?
Lukas Franz: Durch die Vielfalt an Kunden in allen Bereichen ist die Rückmeldung aus der Distribution ein wichtiger Bestandteil unserer Produktions- und Qualitätsprozesse. Hinweise zu Anwendungen, Handling oder möglichen Optimierungspotenzialen werden analysiert und bei Bedarf in Verbesserungsmaßnahmen umgesetzt.
Stand: 08.12.2025
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Qualität in der Produktion ist ein Aspekt. Aber wie stellt Schukat sicher, dass die Bauteile auch zuverlässig und pünktlich beim Kunden ankommen?
Annette Landschoof: Unser Kerngeschäft ist die Liefersicherheit. Wir bieten hohe Lagerkapazitäten an und können eine Vorratshaltung vonr drei bis zwölf Monaten. Hinzu kommen Konsignationslager, detaillierte Lieferpläne sowie ein vollautomatisiertes Lager, das Bestellungen in der Regel innerhalb von zwei Stunden abwickelt. Da wir nah am Hersteller sind, erkennen wir Unregelmäßigkeiten in der Lieferkette frühzeitig. Das hat sich insbesondere während der Pandemie bewährt, als wir trotz globaler Engpässe volle Lager hatten und unsere Kunden durchgehend versorgen konnten. Dies ist nur durch langjährige, vertrauensvolle Partnerschaften mit Herstellern wie Zettler möglich.
Welche gemeinsamen Ziele haben Sie sich für die nächsten Jahre in puncto Qualität, Fertigungsprozesse und Lieferfähigkeit gesetzt?
Lukas Franz: Unsere Ziele für die kommenden Jahre liegen in der konsequenten Weiterentwicklung der Prozesse und der Absicherung der Qualität auf einem hohen Niveau. Gleichzeitig arbeiten wir daran, unsere Lieferfähigkeit weiter zu stärken – insbesondere durch eine noch robustere Supply Chain und eine höhere Flexibilität in der Produktion. So stellen wir sicher, dass wir auch in einem zunehmend dynamischen Marktumfeld zuverlässig liefern können.
Annette Landschoof: Die Ziele von Zettler decken sich exakt mit unserer Philosophie als Distributor. Während Zettler die Prozesse in der Fertigung optimiert, sehen wir unsere Aufgabe darin, diese Stabilität nahtlos bis zum Endkunden zu verlängern. Was die Lieferfähigkeit betrifft, flankieren wir Zettlers robustere Supply Chain durch eine gezielte, tiefe Lagerhaltung bei uns im Haus. Unser gemeinsames Ziel ist es, dem Kunden auch in volatilen Zeiten maximale Verfügbarkeit und kürzeste Lieferzeiten zu bieten.