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Zukunftspläne von Hindernissen und Bedenken geprägt
Dahinter stehen auch Sorgen um die Mitbestimmung bei Siemens. Beunruhigt waren die Arbeitnehmervertreter unter anderem von Kaesers Überlegungen, die ertragreiche Medizintechnik mit Namen „Healthineers“ in den USA an die Börse zu bringen. Ihre Befürchtung: Das Unternehmen würde künftig aus den USA heraus gesteuert, am bisherigen Sitz der Medizintechnik in Erlangen verbliebe nur eine GmbH - und die Mitbestimmung wäre ausgehöhlt. Aus ähnlichen Gründen machen Beschäftigte und IG Metall auch Front gegen eine Fusion des Industriegase-Anbieters Linde mit dem US-Konzern Praxair.
Aber auch an anderer Stelle rumort es: Erst kürzlich machten Berichte über eine mögliche Allianz der Zugsparten von Siemens und dem kanadischen Flugzeug- und Bahnkonzern Bombardier die Runde. Der Druck in der Branche ist mit der Fusion der beiden größten chinesischen Zughersteller zum neuen Giganten CRRC massiv gewachsen. Siemens und Bombardier schweigen bisher zu Berichten über angeblich schon weit gediehene Gespräche, in die auch die Bundesregierung involviert sein soll.
Einem Zusammenschluss stünden aber wohl Hürden entgegen - allen voran kartellrechtlicher Art: Mit Siemens und Bombardier sowie der französischen Alstom beherrschen nur drei Anbieter den europäischen Markt. Täten sich zwei von ihnen zusammen, könnte das gravierende Folgen für Kunden wie die Deutsche Bahn haben, es wäre also wohl mit hohen Auflagen zu rechnen. Bei Arbeitnehmervertretern in Deutschland wiederum dürfte eine Allianz wohl nur dann auf Zustimmung stoßen, wenn Siemens die Oberhand im zusammengeschlossenen Unternehmen behielte.
Weiteres Beispiel: Das Geschäft mit mechanischen Antrieben – eine der Baustellen des Konzerns – wird eigenständig, um schneller auf den harten Preisdruck und aufkommende Konkurrenz aus Asien reagieren zu können. Wer nicht vor jeder Entscheidung in München anrufen muss, kann agiler am Markt auftreten, so Kaesers Kalkül.
Von wichtigen Investoren bekommt er Lob für seine Strategie. „Die Börse liebt keine Konglomerate, wir Investoren lieben klare Geschäftsmodelle“, sagt Fondsmanager Christoph Niesel von Union Investment. Er kann sich deshalb gut vorstellen, dass die Zugsparte, ähnlich wie zuvor auch schon das Windkraftgeschäft von Siemens, in ein Joint Venture eingebracht wird und Siemens damit wieder ein Stück flexibler wird.
Über kurz oder lang, so ist Niesel überzeugt, wird aus dem noch immer breit aufgestellten Dax-Konzern - von Gasturbinen und fossilen Kraftwerken über die Antriebstechnik bis hin zu Bahn- und Gebäudetechnik - ein auf Technologie, Digitalisierung und Software fokussiertes Unternehmen. Deshalb glaubt Niesel auch nicht, dass an Mutmaßungen um eine Abspaltung der digitalen Fabrik etwas dran ist. Gerade dieses zukunftsträchtige Geschäft dürfte der Kern des neuen Siemens sein, ist der Fondsmanager überzeugt.
Elektrotechnik
200. Geburtstag von Werner von Siemens
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