Angespannter Speichermarkt Kunden ordern schon für 2027: Samsung warnt vor Verschärfung der Speicherkrise

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Samsung warnt vor einer weiteren Verschärfung der globalen Speicherkrise. Kunden ordern bereits Chips für 2027, während die Lieferfähigkeit angespannt bleibt. Der Grund: Die Nachfrage nach Speicher für KI-Anwendungen übersteigt die Prognosen.

Samsungs Portfolio im Rahmen der GTC 2026 von Nvidia(Bild:  Samsung Electronics)
Samsungs Portfolio im Rahmen der GTC 2026 von Nvidia
(Bild: Samsung Electronics)

Samsung Electronics hat im Rahmen eines Earnings Calls zum vierten Quartal 2025 vor einer weiteren Verschärfung der globalen Speicherkrise gewarnt. „Anders als in den Vorjahren erhalten wir bereits jetzt Bestellungen für 2027 von GPU- und ASIC-Entwicklern sowie von Hyperscalern, die sich Sorgen um Versorgungsengpässe machen“, sagte Kim Jaejune, Leiter des Speichergeschäfts bei Samsung, in der Fragerunde nach der Präsentation der Quartalszahlen am 24. April 2026. „Basierend auf den bisher eingegangenen Bestellungen wird die Versorgungslücke im Verhältnis zur Nachfrage 2027 voraussichtlich noch größer als 2026.“

Versorgung bleibt eingeschränkt

Samsung begründet die anhaltende Knappheit mit den langen Vorlaufzeiten für neue Fabrikerweiterungen, die nötig sind, um die strukturell gestiegene Nachfrage nach Speicher zu decken. Ein wesentlicher Treiber bleibt dabei KI: Insbesondere Anwendungen rund um große Modelle und sogenannte agentenbasierte Systeme treiben den Bedarf an Speicherbandbreite weiter nach oben.

Die Knappheit spiegelt sich auch in den Preisen wider. Samsung verweist auf gestiegene durchschnittliche Verkaufspreise (ASPs) und eine weiterhin angespannte Angebotslage. Die Halbleitersparte erzielte im ersten Quartal eine operative Marge von 66 Prozent – ein Ausdruck der hohen Nachfrage bei gleichzeitig begrenztem Angebot.

Streik könnte Versorgungsprobleme verschärfen

Die angespannte Versorgungslage könnte sich durch einen angekündigten Generalstreik bei Samsung Electronics weiter verschärfen. Die Gewerkschaft Samsung Group United Union hat für den 21. Mai bis 7. Juni 2026 einen 18-tägigen Streik angekündigt, an dem sich bis zu 40.000 Beschäftigte beteiligen könnten. Hintergrund ist ein Streit um Bonuszahlungen. Selbst wenn der Streik nach 18 Tagen endet, könnte die Produktion weitere zwei bis drei Wochen brauchen, um wieder auf Normalniveau zu laufen. In einem bereits angespannten Markt könnte selbst eine kurzfristige Unterbrechung als Katalysator für weitere Preisanstiege wirken.

Rekordgewinne bei Samsung – aber eigene Mobilsparte leidet

Samsung Electronics meldete für das erste Quartal 2026 einen Umsatz von 133,9 Billionen Won und einen operativen Gewinn von 57,2 Billionen Won – ein Anstieg um 69 beziehungsweise 756 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Halbleitersparte trug mit 53,7 Billionen Won den Großteil zum operativen Gewinn bei.

Doch die Knappheit trifft Samsung auch intern: Die Mobilsparte warnte, dass die Beschaffungskosten für Speicher im ersten Quartal stark gestiegen seien und im zweiten Quartal weiter steigen dürften. Der operative Gewinn der Mobile- und Netzwerksparte lag bei 2,8 Billionen Won und damit unter dem Vorjahreswert, trotz gestiegener Umsätze.

Logistikkosten steigen durch Nahost-Konflikt

Samsung verwies zudem auf steigende Logistikkosten infolge geopolitischer Spannungen im Nahen Osten, wie unter anderem Nikkei Asia berichtet. Steigende Ölpreise treiben die globalen Transportkosten nach oben. „Wir ergreifen Maßnahmen, um die Auswirkungen steigender Logistikkosten durch langfristige Partnerschaften mit See- und Luftfrachtanbietern sowie alternative Transportmethoden zu minimieren“, sagte CFO Park Sooncheol. „Unser Ziel ist es, Wettbewerbsfähigkeit und Lieferfähigkeit langfristig abzusichern.“ (sb)

(ID:50833303)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung