Die hohe Nachfrage nach Halbleiterchips hat dem Neubiberger Leistungs-IC-Spezialist Infineon ein Rekordergebnis für das Fiskaljahr 2022 beschert. Mit einem positiven Ausblick auf 2023 hebt das Unternehmen seine langfristigen Finanzziele deutlich an – und will mit einer Milliardeninvestition in eine neue Chipfabrik in Dresden seine Führungsposition langfristig sicherstellen. Schon winkt ein lukrativer Liefervertrag mit Opel-Mutterkonzern Stellantis.
Um das erwartete beschleunigte Wachstum bei Analog-/Mixed-Signal und Leistungshalbleitern zu ermöglichen, plant Infineon, seine 300 Millimeter Fertigungskapazitäten weiter auszubauen. Geplanter Fertigungsstandort ist Dresden.
(Bild: Infineon Technologies)
Infineon profitiert von einer global starken Nachfrage besonders nach Leistungshalbleitern. Nach einem Rekordgeschäftsjahr 2022 hebt das Unternehmen seine langfristigen Finanzziele deutlich an und plant eine Großinvestition in ein neues Werk in Dresden: Rund fünf Milliarden Euro will der Konzern in den Ausbau seiner Fertigungskapazitäten stecken und bis zu 1.000 Arbeitsplätze schaffen. Bis Herbst 2026 könnte das Werk den Plänen zufolge produktionsbereit sein. Unter Vollauslastung soll es für bis zu fünf Milliarden Umsatz pro Jahr sorgen.
„Dekarbonisierung und Digitalisierung sorgen für strukturell steigenden Halbleiterbedarf“, erklärte Hanebeck. Infineon werde davon überproportional profitieren. „Diese Dynamik hat sich weiter beschleunigt, daher ist jetzt der richtige Zeitpunkt, uns ein noch ambitionierteres Zielgeschäftsmodell zu geben.“ Nur wenige Stunden vor der Verkündung seiner Geschäftszahlen hatte Infineon bereits einen anstehenden Milliardenauftrag gemeldet. Die Neubiberger unterzeichneten mit dem Opel-Mutterkonzern Stellantis eine Absichtserklärung für die Lieferung von Siliziumkarbid-Halbleitern für Elektroautos mit einem „potenziellen Beschaffungsvolumen“ von „deutlich mehr als 1 Milliarde Euro“.
Erst vergangenes Jahr hat Infineon die Produktion in einem neuen Werk im österreichischen Villach gestartet. Im Frühjahr kündigte der Konzern zudem den Ausbau der Fertigung in Indonesien an. Darauf folgte im Oktober 2022 die offizielle Eröffnung einer neuen Fabrik für Leistungshalbleiter-Module in Cegléd in Ungarn. Mit der angekündigten Investition in Dresden verbreitere Infineon „vorausschauend die Basis für unseren beschleunigten profitablen Wachstumskurs“, sagte Konzernchef Jochen Hanebeck.
Positiver Ausblick für 2023: mehr Umsatz, höhere Margen
Angesichts der anhaltenden Nachfrage nach seinen Produkten plant Infineon für 2023 mit einem weiteren Umsatzanstieg. Künftig will der Konzern fiskaljährlich 10 statt bisher 9 Prozent mehr Umsatz machen. Gleichzeitig hebt das Unternehmen seine Segmentergebnismarge von 19 auf 25 Prozent an und geht von einem Free-Cash-Flow von 10 bis 15 Prozent vom Umsatz aus.
So reagiert der deutsche Weltmarktführer für Leistungs-ICs auf seine positiven Geschäftszahlen, die der Konzern jetzt vorgelegt hat. Im nun abgeschlossenen vierten Quartal des Geschäftsjahres 2022 hat Infineon bei einem Gesamtumsatz von 4,143 Milliarden Euro ein Segmentergebnis von 1,058 Milliarden Euro eingefahren, was einer Segmentergebnis-Marge von 25,5 Prozent ntspricht. Der Free-Cash-Flow erreicht 709 Millionen Euro.
Fast 30 Prozent Umsatzplus gegenüber Fiskaljahr 2021
Über das gesamte Geschäftsjahr 2022 hat Infineon einen Umsatz von 14,218 Milliarden Euro erwirtschaftet – ein sattes Plus von 29 Prozent gegenüber Vorjahr. Das Segmentergebnis liegt bei 3,378 Milliarden Euro, was einem Plus von 63 Prozent gegenüber Vorjahr entspricht. Entsprechend stieg auch die Segmentergebnis-Marge von 18,7 Prozent im Vorjahr auf 23,8 Prozent und der Free-Cash-Flow erhöhte sich auf 1,648 Milliarden Euro (Vorjahr 1,574 Milliarden Euro).
Für das nächste Jahr erwartet Infineon im ersten Quartal einen Umsatz von 4,0 Milliarden Euro (bei einem EUR/USD-Wechselkurs von 1,00) und eine Segmentergebnis-Marge von 25 Prozent. Für das gesamte nächste Fiskaljahr geht der Konzern von einem Umsatz von etwa 15,5 Milliarden Euro aus, bei einem Spielraum von 500 Millionen Euro. Die bereinigte Bruttomarge soll bei etwa 45 Prozent liegen, die Segmentergebnis-Marge bei etwa 24 Prozent.
Freuen sich über überaus erfolgreiche Geschäfte: Die Mitglieder der Infineon-Geschäftsführung Andreas Urschitz (CMO), Dr. Sven Schneider (CFO), Jochen Hanebeck (CEO), Constanze Hufenbecher (CDTO) und Dr. Rutger Wijburg (COO) (von links nach rechts).
(Bild: WWW.tobias-eble.de)
Die guten Zahlen geben Infineon Spielraum für Investitionen: Hier plant der Konzern mit etwa 3,0 Milliarden Euro. Ein Großteil davon soll in die Erweiterung der Chipfertigungskapazität in Dresden fließen. Nach eigenen Angaben hat der Aufsichtsrat der weiteren Planung für den Neubau eines Werks für Analog-/Mixed-Signal und Leistungshalbleiter auf 300-Millimeter-Wafern für etwa 5 Milliarden Euro zugestimmt. Voraussetzung ist allerdings eine „angemessene öffentliche Förderung“.
Neues Werk in Dresden – falls ausreichend Subventionen fließen
Nachdem Prozessorhersteller Intel mit einer erheblichen öffentlichen Förderung im Rahmen des EU Chips Act für den Bau seines geplanten Mega-Chipzentrums in Magdeburg rechnen kann, ist auch im Falle Infineons mit einer Subvention zu rechnen. Für den Intel-Campus sollen rund 5 Milliarden Euro Zuschuss fließen – das entspricht fast einem Drittel der initialen Gesamtinvestition von 17 Milliarden Euro.
Infineon geht davon aus, dass der Free-Cash-Flow unter Einbeziehung der geplanten Frontend-Gebäudeerweiterungen voraussichtlich etwa 0,8 Milliarden Euro betragen wird, der bereinigte Free-Cash-Flow soll demnach bei etwa 1,5 Milliarden Euro liegen.
Stand: 08.12.2025
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