Unternehmensneuigkeiten aus Japan Denso zieht Rohm-Angebot zurück, aber die Partnerschaft wird ausgebaut

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Im Hin und Her um den japanischen Leistungshalbleiter-Hersteller Rohm wurde Ende April 2026 zumindest vonseiten des Automobilzulieferers Denso ein Strich gezogen. Die strategische Partnerschaft zwischen beiden Unternehmen aber wird noch intensiviert.

Denso will sich aktuell nicht mehr an Rohm beteiligen, dafür vertiefen die Unternehmen ihre strategische Partnerschaft.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Denso will sich aktuell nicht mehr an Rohm beteiligen, dafür vertiefen die Unternehmen ihre strategische Partnerschaft.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Denso hat das Angebot zum Erwerb von Anteilen an Rohm zurückgezogen, wie beide Unternehmen Ende April 2026 im Rahmen ihrer Investorenkommunikation mitteilten. Die Entscheider des japanischen Automobilzulieferers Denso hatten im März 2026 Interesse an einer Übernahme des Halbleiterherstellers bekundet. Rohm teilte mit, dass eine Prüfung durch einen Sonderausschuss aus unabhängigen Direktoren nicht zu einer Zustimmung geführt habe und somit die eigene Prüfung des Angebots beendet sei.

Densos Verantwortliche begründeten den Rückzug damit, dass eine Fortsetzung des Angebots zum jetzigen Zeitpunkt nicht zwingend zur Steigerung des eigenen Unternehmenswerts beitragen würde. Das bedeutet allerdings nicht, dass Denso und Rohm jetzt komplett eigene Wege gingen.

Die Unternehmen hatten im Mai 2025 eine strategische Partnerschaft im Halbleiterbereich vereinbart und konzentrierten sich im Rahmen dessen auf die Nutzung ihrer Synergien im Bereich der analogen ICs für Automotive. Densos Systemintegrationsfähigkeiten in dieser Sparte wurden dabei mit Rohms Halbleitertechnologien kombiniert, die ursprünglich für den Consumer-Markt entwickelt wurden. Die Partnerschaft zielte auf die Elektrifizierung und Intelligenz von Fahrzeugen ab.

Vertiefung der strategischen Partnerschaft

Im Zuge der Gespräche über das Übernahmeangebot hätten beide Unternehmen ein gemeinsames Verständnis entwickelt, dass die Kombination ihrer Stärken Mehrwert schaffen könne, so Rohm. „Die Ergebnisse durch die Kombination von Densos Stärken bei der Umsetzung der strengen Anforderungen des Automobilsektors in Halbleiter mit der Stärke von Rohm, fortschrittliche Technologien aus dem Consumer-Markt in verschiedenen Märkten einzusetzen, kann die Wettbewerbsfähigkeit in Technologie und Fertigung weiter stärken“, heißt es daher in der Mitteilung.

Die beiden Unternehmen haben vereinbart, ihre Zusammenarbeit nach dem Rückzug des Übernahmeangebots auszubauen. Die Kooperation soll nun nicht nur den Automobilbereich, sondern auch Consumer- und Industrieanwendungen umfassen. Geplant sind Maßnahmen wie Produktentwicklung und -lieferung, IP-Sharing, gegenseitige Nutzung fortschrittlicher Fertigungskapazitäten sowie verstärkter Personalaustausch.

Gespräche über Geschäftsintegration mit Toshiba und Mitsubishi Electric laufen

Rohm teilte zudem mit, dass man sich weiterhin auf den zweiten mittelfristigen Management-Plan „Moving Forward to 2028“ konzentriere, der im November 2025 vorgestellt wurde. Parallel dazu würden die im März 2026 angekündigten Gespräche über eine Geschäftsintegration mit dem Halbleitergeschäft von Toshiba Electronic Devices & Storage sowie dem Power-Device-Geschäft von Mitsubishi Electric fortgesetzt. „Durch die angemessene Prüfung verschiedener strategischer Optionen, einschließlich einer weiteren Vertiefung der strategischen Partnerschaft mit Denso, wird das Unternehmen bestrebt sein, den Unternehmenswert für seine Aktionäre und andere Stakeholder zu maximieren“, so Rohm.

Der Vorgang zeigt zugleich, wie stark sich Japans Halbleiterindustrie derzeit strategisch neu sortiert. Im Fokus stehen insbesondere Automotive-, Analog- und Leistungshalbleiter sowie die gemeinsame Nutzung von Fertigungs- und Entwicklungskapazitäten. Dass Rohm parallel Gespräche mit Toshiba Electronic Devices & Storage und Mitsubishi Electric fortführt, unterstreicht den Konsolidierungs- und Kooperationsdruck innerhalb der Branche. (sb)

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