Geschäftsaussichten Kontron baut Stellen ab, Großaktionär Ennoconn prüft Pflichtangebot

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Kontron vermeldet im ersten Quartal 2026 zwar ein organisches Umsatzwachstum, Restrukturierungen müssen dennoch durchgeführt werden. Im Fokus liegt dabei der Bereich GreenTec, in dem 500 Stellen abgebaut werden. Derweil prüft Großaktionär Ennocon die Abgabe eines Pflichtangebots.

Symbolbild: Kontron schaut positiv aufs Jahr 2026, muss jedoch restrukturieren.(Bild:  KI-generiert)
Symbolbild: Kontron schaut positiv aufs Jahr 2026, muss jedoch restrukturieren.
(Bild: KI-generiert)

Es gibt positive und nicht so positive Nachrichten vom Kontron-Konzern. Die positiven Nachrichten: Das Unternehmen hat im ersten Quartal 2026 ein organisches Umsatzwachstum von 1,7 Prozent auf 363,7 Millionen Euro erzielt, wie es am 7. Mai 2026 mitteilte.

Die nicht so positiven Nachrichten: Das operative Ergebnis wurde jedoch durch Restrukturierungsaufwendungen von 8,5 Millionen Euro für den Abbau von 339 Stellen belastet; eine Maßnahme, die bereits umgesetzt wurde. Und damit ist es nicht genug. Die Verantwortlichen kündigten außerdem ein umfassendes Restrukturierungsprogramm im Bereich GreenTec an, das noch ansteht.

Das umfasst einen Abbau von 500 Stellen bis zum August 2026. Mit den Restrukturierungsmaßnahmen wolle man rund 30 Millionen Euro jährlich einsparen. Die Einmalkosten für die Umsetzung dieses Plans belaufen sich auf geschätzte 25 Millionen Euro. Ziel sei die nachhaltige Verbesserung der Profitabilität über margenstarke Wachstumsfelder, wird mitgeteilt. Die GreenTec-Sparte soll bereits im vierten Quartal 2026 wieder in die Gewinnzone zurückkehren.

Entkonsolidierung und starke Divisionen

Die Zahlen für das erste Quartal wurden um die Entkonsolidierung des COM-Geschäfts (19,4 Millionen Euro) und den Verkauf des IT-Services-Geschäfts in Ungarn und Bulgarien (8,6 Millionen Euro) bereinigt. Besonders stark wuchsen in dem Zeitraum die Divisionen Aerospace und Defense (plus 25,2 Prozent) sowie Transportation (plus 27,8 Prozent).

Kontrons Ziel ist weiterhin die strategische Neuausrichtung. Im ersten Quartal wurden beispielsweise 56 Prozent aller Entwicklungsaufwendungen im Bereich Software + Solutions durchgeführt. In diesem Bereich sind mittlerweile 66 Prozent aller Mitarbeitenden in der Entwicklung tätig. Zudem erreichte der Auftragsbestand ein Rekordniveau von rund 2.544 Millionen Euro (31. Dezember 2025: 2.495 Millionen Euro) bei einer Book-to-Bill-Ratio von 1,13.

Der operative Cashflow lag im ersten Quartal bei minus 9,1 Millionen Euro (Vorjahr: plus 2,8 Millionen Euro) und reflektiert insbesondere den temporären Aufbau von Lagerbeständen im Zuge der aktuellen Lieferkettenstörungen. Nicht ausgelieferte Kundenbestellungen (Delinquent Backlog) von 32,8 Millionen Euro im ersten Quartal aufgrund gestörter Lieferketten sollen bis Jahresende abgebaut werden.

Aussicht auf das Geschäftsjahr: verhalten bis optimistisch

Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet Kontron trotz fehlender 75 Millionen Euro Umsätze der im Jahr 2025 veräußerten Einheiten einen Umsatz leicht über Vorjahresniveau, was einem organischen Wachstum von 8 Prozent entspricht. Der Vorstand rechnet mit einem bereinigten EBITDA von 225 Millionen Euro vor Restrukturierungsaufwendungen von rund 25 Millionen Euro. Von weiterem Umsatzwachstum über Akquisitionen nimmt Kontron aufgrund der aktuellen unsicheren Wirtschaftslage Abstand.

Pflichtangebot von Ennocon?

Parallel dazu könnte Kontron vor einem möglichen Pflichtangebot des Großaktionärs Ennoconn stehen. Das taiwanische Unternehmen aus dem Foxconn-Umfeld teilte im Rahmen einer Ad-hoc-Mitteilung mit, dass der Verwaltungsrat das Überschreiten der Beteiligungsschwelle von 30 Prozent an Kontron genehmigt habe. Diese könnte sowohl durch weitere Aktienkäufe als auch infolge des laufenden Aktienrückkaufprogramms von Kontron erreicht werden. Für den Fall eines Pflichtangebots erwägt Ennoconn nach Unternehmensangaben derzeit einen Angebotspreis von 23,50 Euro je Aktie. (sb)

(ID:50840900)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung