Industrielle Bildverarbeitung GMSL2-Kameras sichern präzise Edge-KI über lange Distanzen

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KI-gestützte Objekterkennung setzt verlässliche Bilddaten voraus. Spezielle GMSL2-Module überbrücken selbst unter rauen Bedingungen lange Kabelstrecken ohne Datenverlust. Das ermöglicht präzise Echtzeitanalysen in autonomen Systemen.

Produktneuheit: Innodisk kündigt GMSL2-Kameramodule und Adapterboard-Serie an.(Bild:  Innodisk)
Produktneuheit: Innodisk kündigt GMSL2-Kameramodule und Adapterboard-Serie an.
(Bild: Innodisk)

Wenn KI-Anwendungen direkt an der Edge laufen, steigen die Anforderungen an die verbundene Hardware spürbar. Zwar wächst die Rechenleistung moderner Plattformen kontinuierlich, doch die Bildverarbeitung benötigt zeitgleich hochauflösende Signale mit geringer Latenz. In mobilen Arbeitsmaschinen, Robotern oder Fertigungsstraßen sitzen die Kameras oft etliche Meter vom Steuerrechner entfernt. Herkömmliche Schnittstellen stoßen bei diesen Strecken rasch an Grenzen.

Die Schnittstellentechnik Gigabit Multimedia Serial Link, kurz GMSL2, löst dieses Nadelöhr. Über Koaxialkabel überträgt die Technologie Bilddaten verlustarm über Distanzen von bis zu 15 Metern. Spezielle FAKRA-Steckverbinder sichern die physische Verbindung ab, sodass Erschütterungen oder elektromagnetische Feldstörungen die Übertragung nicht beeinträchtigen.

Gute Bildqualität trotz extremer Lichtwechsel

Ein Beispiel für diesen Ansatz sind die GMSL2-Kameramodule von Innodisk. Sie arbeiten mit dem Sony-Bildsensor ISX031 und liefern Auflösungen von bis zu 13 Megapixeln. Ein integrierter Signalprozessor gleicht starke Helligkeitsunterschiede aus. Durch High Dynamic Range und eine Funktion zur Unterdrückung von LED-Flimmern bleiben relevante Details selbst beim Wechsel zwischen praller Sonne und dunklen Bereichen erhalten. Auch gepulste Lichtquellen in Fabrikgebäuden stören die Auswertung dadurch nicht. Für die Algorithmen bedeutet das eine verlässlichere Objekterkennung.

Neben der Signalgüte zählt in der Praxis die mechanische Widerstandsfähigkeit. Kameras in rauen Umgebungen müssen Staub, Strahlwasser sowie starke Temperaturwechsel klaglos überstehen. Schutzarten bis IP67 oder IP69K qualifizieren die Module für den Dauereinsatz an Baumaschinen, Bergbaugeräten, Hafenfahrzeugen oder autonomen Transportrobotern.

Sensorfusion schafft vollständige Umgebungsmodelle

Damit Entwickler die Hardware schnell in Betrieb nehmen können, vereinfachen passende Adapterboards die Anbindung an Systeme wie Nvidia Jetson Orin. Das verkürzt Entwicklungszeiten deutlich. Zudem unterstützen moderne Module den synchronen Betrieb mehrerer Einheiten. Auf dieser Basis entstehen 360-Grad-Sichtsysteme oder eine Sensorfusion, bei der das Kamerasignal mit Daten von Radar- und Lidar-Sensoren verschmilzt. Aus diesen Informationen entsteht ein präzises Umgebungsmodell, das autonomen Fahrzeugen sichere Navigationsentscheidungen erlaubt.

Der Trend zeigt, dass sich die Komponenten immer starker zu geschlossenen Edge-KI-Systemen verbinden. Hersteller kombinieren Kameras, Beschleuniger, Rechner und passende Software zu abgestimmten Paketen. Durch engere Kooperationen zwischen den Entwicklern der jeweiligen Teilkomponenten entsteht eine stabile Basis für die Automatisierung in Logistik, Industrie und Robotik.  (mc)

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