Roboter in Serienfertigung Ubtech baut in China einen Humanoiden alle zehn Minuten

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

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Ubtech hat in Liuzhou eine Fabrik für jährlich mehr als 10.000 humanoide Roboter eröffnet. Roboter übernehmen dort selbst Teile der Logistik. Doch Kapazität und tatsächlich verkaufte Stückzahlen liegen noch weit auseinander.

Roboter bauen Roboter: In der neuen Ubtech-Fabrik übernehmen automatisierte Systeme selbst Teile der Materialversorgung und Logistik für die Produktion humanoider Roboter.(Bild:  Ubtech)
Roboter bauen Roboter: In der neuen Ubtech-Fabrik übernehmen automatisierte Systeme selbst Teile der Materialversorgung und Logistik für die Produktion humanoider Roboter.
(Bild: Ubtech)

Am 12. September 2026 nahm der Roboterhersteller Ubtech im südchinesischen Liuzhou seine neue Fabrik für humanoide Roboter in Betrieb. Die 14.000 Quadratmeter große Anlage ist auf eine Jahreskapazität von mehr als 10.000 Robotern ausgelegt. Nach Angaben des Unternehmens soll im laufenden Betrieb alle zehn Minuten ein fertiges System die Montagelinie verlassen. Gefertigt werden unter anderem die zweibeinigen Modelle der Walker-S-Serie sowie die rollenden Roboter Cruzr S2 und Cruzr Y1.

Produktion ist noch weit unterhalb ihrer Möglichkeiten

Kapazität ist allerdings nicht mit Absatz gleichzusetzen. Im gesamten Jahr 2025 verkaufte Ubtech 1.079 Full-Size-Humanoide. Im ersten Halbjahr 2026 waren es bereits 921 Systeme. Der Umsatz mit diesen Robotern und zugehörigen Dienstleistungen stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1.445 Prozent auf 590,3 Millionen Yuan. Damit steuerte das Geschäft erstmals 46,5 Prozent zum Konzernumsatz bei.

Die neue Fabrik zeigt damit auch, wohin sich der Wettbewerb bei humanoiden Robotern verschiebt. Während Hersteller lange vor allem einzelne Prototypen und Pilotprojekte demonstrierten, bauen mehrere Anbieter inzwischen Produktionskapazitäten für größere Stückzahlen auf. Bei Ubtech ging die Serienfertigung des Walker S2 bereits 2025 an den Start. Ende des Jahres verfügte das Unternehmen nach eigenen Angaben über eine annualisierte Produktionskapazität von mehr als 6.000 ausgewachsenen humanoiden Robotern.

Starkes Wachstum, aber noch immer Verluste

Der schnelle Umsatzanstieg bedeutet noch nicht, dass sich das Geschäft bereits selbst trägt. Ubtech setzte im ersten Halbjahr insgesamt rund 1,27 Milliarden Yuan um, schrieb aber weiterhin rote Zahlen. Der Verlust belief sich auf 338,8 Millionen Yuan. Gleichzeitig investierte der Hersteller 303,1 Millionen Yuan in Forschung und Entwicklung.

Auch die Auftragslage deutet darauf hin, dass Ubtech über reine Demonstrationsprojekte hinauskommen will. Für 2025 meldete das Unternehmen Aufträge für humanoide Roboter im Wert von mehr als 1,4 Milliarden Yuan. Das entspricht allerdings weder bereits verbuchtem Umsatz noch ausgelieferten Robotern.

Industriekunden testen die Systeme inzwischen auch außerhalb Chinas. Airbus kaufte Anfang 2026 einen Walker S2 und untersucht gemeinsam mit Ubtech mögliche Anwendungen in der Flugzeugproduktion. In Deutschland erhielt Rossmann im März ebenfalls einen Walker S2. Der Händler testet den Roboter über das Jahr 2026 hinweg in seinem Logistikzentrum in Burgwedel. Ubtech zufolge hat der deutsche Vertriebspartner Terra Robotics inzwischen mehrere Dutzend Full-Size-Humanoide bestellt.

Damit liefert die Fabrik in Liuzhou zunächst vor allem eines: die technische Grundlage, um deutlich höhere Stückzahlen zu fertigen. Ob Ubtech die Kapazität von mehr als 10.000 Robotern pro Jahr tatsächlich auslasten kann, hängt nun weniger von der Montagelinie als von genügend Anwendungen und zahlenden Kunden ab. (mc)

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