Klimaneutrale Leiterplatten Globale und lokale Projekte für den CO2-Ausgleich

Von Johann Wiesböck

Beta LAYOUT gleicht ab sofort das entstandene CO2 seiner Leiterplatten aus. Darüber hinaus können sich Kunden mit einem freiwilligen Beitrag an Umweltprojekten beteiligen.

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Grüne Leiterplatte: Gemeinsame Sichtprüfung durch Mitarbeiter in der Produktion.
Grüne Leiterplatte: Gemeinsame Sichtprüfung durch Mitarbeiter in der Produktion.
(Bild: Beta LAYOUT)

Bei den in Deutschland hergestellten Leiterplatten aus dem PCB-POOL wird das entstandene CO2 von Beta LAYOUT ausgeglichen. Wer dieses Modell unterstützen möchte, kann seiner Bestellung noch einen beliebig hohen Umweltbeitrag hinzufügen. Der Beitrag wird dann ohne zusätzliche Abzüge für die Umsetzung der aktuellen und künftigen Schutzprojekte verwendet.

Ab einem Betrag von 10 Euro bekommen Kunden einen persönlichen Baumcode und können so die Entwicklung des gepflanzten Baumes mittels Baumtagebuch und Geolokalisierung nachverfolgen. Beta LAYOUT arbeitet mit treedom zusammen, einer Organisation, die sich vor allem durch Transparenz auszeichnet und die nicht nur weltweit Bäume pflanzt, sondern auch die lokale Wirtschaft durch Sozialprojekte nachhaltig stärkt.

Berechnung klimaneutraler Leiterplatten

Um eine klimaneutrale Leiterplatte anbieten zu können, ist eine systematische Analyse der potenziellen Umweltwirkungen sowie der Energiebilanz bei der Produktion von Leiterplatten notwendig. Sowohl der Herstellungsprozess als auch die verwendeten Materialen sind global vergleichbar und bereits seit Jahrzehnten etabliert.

Eine interne Auswertung wissenschaftlicher Fachliteratur hat Beta LAYOUT die benötigten Informationen zu den Umweltwirkungen und Energiebilanz bei der Produktion von Leiterplatten geliefert. Aufgrund der guten Datengrundlage und Anwendbarkeit konnte auf eine aufwendige eigene Bilanzierung verzichtet werden. Wichtig ist, dass die wissenschaftlichen Daten belastbar sind und Elektronik nicht zu allgemein, sondern die Leiterplatte differenziert betrachtet wird.

Die Berechnungsgrundlage bietet eine Studie der „The Hong Kong Polytechnic University“ aus dem Jahr 2018. Das Buch „Environmental Carbon Footprints – Industrial Case Studies“ beinhaltet zahlreiche Fallstudien und Bewertungen des CO2-Abdrucks von verschiedenen Branchen. Darin enthalten ist ein 67-seitiges Kapitel, in dem der CO2-Fußabdruck von Leiterplatten genauer bestimmt wird. Die unabhängigen Wissenschaftler haben hierfür die Produktion eines Leiterplattenherstellers analysiert, der in der Studie zwar nicht namentlich erwähnt wird, jedoch werden z. B. Prozesse und Herstellungsmaterialien der Leiterplatte erläutert, die einen Vergleich zu unserer Produktion hinreichend zulassen.

Würzburger Technologietage Leiterplatte und Baugruppe

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Die Themen der Technologietage Leiterplatte & Baugruppe vermitteln Ihnen die fachliche Kompetenz zur effektiven Lösung aktueller und zukünftiger Aufgaben.

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Die Berechnung gliedert sich in die „Raw material stage“ und die „Manufacturing stage“ und zeigt, dass ca. 42,3 Prozent des CO2-Verbrauchs allein auf die Herstellung des Basismaterials FR4 entfällt und ca. 27,3 Prozent allein auf den Energiebedarf bei der Herstellung der Leiterplatte. Dies sind die beiden größten Posten in der Bilanz. Der berechnete Wert beläuft sich auf ca. 288 kg CO2 / m2 gefertigter Leiterplatte. Dieser Wert ist eine begründete Annäherung an den CO2-Verbrauch der Produktion und dient Beta LAYOUT als Richtschnur.

Das Unternehmen bemüht sich bereits seit Jahren, die Produktion möglichst effizient und nachhaltig zu gestalten. Beispielsweise bezieht man zu 100 Prozent Ökostrom, wodurch die CO2-Bilanz der produzierten Leiterplatten wahrscheinlich inzwischen sogar unter diesem Wert liegt. Dennoch wurde mit dem Wert weitergerechnet, da es weniger um einen möglichst genauen Wert gehe, sondern um einen positiven Einfluss auf Umwelt und Klima zu haben.

Wie viel CO2 wird benötigt und wie wird es kompensiert?

Beta LAYOUT geht von einem Verbrauch von ca. 288 kg CO2 / m2 gefertigter Leiterplatte aus. Anhand der Produktionsmengen in den vergangenen Jahren konnte man das voraussichtliche Produktionsvolumen für das Jahr 2022 abschätzen und hat den dadurch entstehenden CO2-Verbrauch bereits kompensiert. Kunden, die in Deutschland produzierten Leiterplatten bestellen, kaufen kompensierte, CO2-neutrale Leiterplatten. Jetzt haben sie im Bestellprozess auch die Möglichkeit, Beta LAYOUT zusätzlich mit einem frei wählbaren Betrag bei seinen Bemühungen zu unterstützen.

Klimaneutrale Leiterplatte: Grafische Visualisierung der beispielhaften Pflanzaktionen von Beta LAYOUT.
Klimaneutrale Leiterplatte: Grafische Visualisierung der beispielhaften Pflanzaktionen von Beta LAYOUT.
(Bild: Beta LAYOUT)

Ein Partner für die Kompensation ist treedom, die sich durch Transparenz auszeichnet und nicht nur weltweit Bäume pflanzt, sondern auch die lokale Wirtschaft durch Sozialprojekte nachhaltig stärkt. Im neuen PCB-POOL-Wald hat Beta LAYOUT bisher 570 Bäume gepflanzt, die ca. 221.800 kg CO2 binden werden. Hinzu kommt Pflanzaktion in Aarbergen. Zusammen mit den eigenen Mitarbeitenden und der zuständigen Revierförsterei wurden dort über 1000 Douglasien gepflanzt.

Im Jahr 2021 wurden in Summe ca. 1.570 Bäume gepflanzt und somit bereits ca. 456.300 kg CO2 kompensiert. Das übertrifft die „nötige“ Kompensationsmenge, um für das Jahr 2022 eine „klimaneutrale Leiterplatte“ anzubieten. Und die Aarbergener Leiterplattenspezialisten werden auch in Zukunft in Vorleistung treten. Die nächsten Projekte sind schon in Planung.

Herausforderungen bei recyclebaren Leiterplatten

Beim Elektronikdienstleister Beta LAYOUT wird Energie effizient eingesetzt und der Ressourcenverbrauch minimiert. Dennoch hat die Herstellung von Leiterplatten eine negative Umweltauswirkung, die aktuell unvermeidbar ist. Eines der Hauptprobleme ist die fehlende Recyclebarkeit von Faserverbundmaterialien wie FR4.

Aufgrund dessen arbeitet Beta LAYOUT neben den Umweltschutzprojekten auch an der Entwicklung eines wiederverwendbaren Materials mit gleichen mechanischen, thermischen und dielektrischen Eigenschaften. Derzeit werden vielversprechende Ansätze mit der Verwendung von PEEK (Polyetheretherketon) verfolgt. Als Teil der Forschungsgruppe Bayern Innovativ forscht man außerdem an der Anwendbarkeit von biobasierten- bzw. biologisch abbaubaren Trägermaterialien.

In Deutschland müssen Unternehmen höchste Umweltschutzanforderungen erfüllen. Seit 2015 wird Beta LAYOUT im Rahmen der Zertifizierung nach ISO 14001 (Umweltmanagementsystemnorm) hinsichtlich des Ressourcenmanagements wie z. B. Wasser- und Energieverbrauch bewertet und durch den TÜV SÜD zertifiziert. Dieser Status muss jedes Jahr erneuert werden, was nur mittels kontinuierlicher Verbesserung der Prozesse und des Maschinenparks möglich ist.

„Als Leiterplattenhersteller mit eigenen Produktionen in Deutschland haben wir optimale Möglichkeiten und den größten Hebel, um die Belange des Umwelt- und Ressourcenschutzes in unserer Entwicklung zu priorisieren. Wir können kontinuierlich Ideen und Prozesse verbessern, mit dem Fokus darauf Energie zu sparen und die Umweltauswirkungen zu reduzieren. Wir haben die Kontrolle über die relevanten Prozesse, von der die Auswahl der Lieferanten für unser Basismaterial bis hin zur umweltfreundlichen und wiederverwertbaren Verpackung“, sagt Simon Schüßler, Projektmanager bei Beta LAYOUT.

Regionale und überregionale Schutzprojekte

Klimaneutrale Leiterplatten durch regionale Aufforstung von Beta LAYOUT in Zusammenarbeit mit HessenForst: Gernot Seeger, Geschäftsführer; Simon Schüßler, Produktmanager; Ulrich Möhn, Revierförster HessenForst (v.l.n.r.).
Klimaneutrale Leiterplatten durch regionale Aufforstung von Beta LAYOUT in Zusammenarbeit mit HessenForst: Gernot Seeger, Geschäftsführer; Simon Schüßler, Produktmanager; Ulrich Möhn, Revierförster HessenForst (v.l.n.r.).
(Bild: Beat LAYOUT)

Der Elektronikdienstleister Beta LAYOUT stellt sich gleich mit mehreren selbst organisierten regionalen und überregionalen Schutzprojekten seiner Verantwortung, unseren Planeten als lebenswerten Ort für Menschen, Tiere und Pflanzen zu erhalten. Charakteristisch für den Rheingau-Taunus-Kreis, Hauptsitz der Beta LAYOUT, ist der hohe Waldanteil. Durch extreme Hitzeperioden und Borkenkäferbefall entstehen dort jedoch immer mehr kahle Waldbereiche.

In Kooperation mit HessenForst haben die Mitarbeiter von Beta LAYOUT solche Flächen nachhaltig aufgeforstet und im vergangenen Frühling über 1000 Douglasien im Aarbergener Gemeindewald gepflanzt. Weitere Projekte durch Beta LAYOUT umfassen die Schaffung eines sicheren Zuhauses für Vögel und Fledermäuse. Mithilfe von BUND e. V. wurden Wohnstätten für Schwalben an den Produktionsgebäuden angebracht. Mehr Informationen und weitere Schutzprojekte finden Sie auf der Website www.beta-layout.com/co2-ausgleich.

Was bringt ein junger Baum?

Ein junger Baum ist ein erster Schritt, der in einem Ökosystem notwendig ist, um sich entwickeln zu können. Zum Zeitpunkt des Einpflanzens hat der kleine Sprössling noch wenig CO2 gebunden, mit jedem Jahr und jedem Baum nimmt der positive Einfluss jedoch zu. Wenn wir keine Bäume pflanzen, Ökosysteme stärken oder Lebensräume schaffen, können wir weder jetzt noch in Zukunft eine Verbesserung erwarten.

Die Menschheit verbraucht in kürzester Zeit Ressourcen, deren Entwicklung hunderte von Jahren gebraucht hat. Natur funktioniert viel langsamer als unsere Technik. Dieses Defizit werden wir nicht mehr aufholen können. Jedoch können wir einen ersten Schritt in die richtige Richtung gehen und für uns ist jeder Baum ein solcher Schritt. Eine Lebensdauer von 40 Jahren ist für einen Baum nicht ungewöhnlich, in dieser Zeit bindet er ca. 300 kg CO2. Der Anfang ist also gemacht.

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