Humanoide Roboti Fraunhofer IOSB eröffnet drei Experimentierlabore für humanoide Roboter

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

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Wo helfen zweibeinige Roboter wirklich und wo stoßen sie an Grenzen? Das Fraunhofer IOSB lädt Firmen, Kommunen und Behörden ein, die Technik selbst zu erproben und eigene Anwendungsfälle zu entwickeln.

Einsatz auf dem Acker: Wie sich humanoide Systeme mit schweren landwirtschaftlichen Maschinen vernetzen lassen, wird in Ilmenau erprobt.(Bild:  Fraunhofer IOSB)
Einsatz auf dem Acker: Wie sich humanoide Systeme mit schweren landwirtschaftlichen Maschinen vernetzen lassen, wird in Ilmenau erprobt.
(Bild: Fraunhofer IOSB)

Humanoide Roboter gelten derzeit als große Hoffnung der Automatisierung. Sie sollen dort einspringen, wo Maschinen bislang scheitern: in Umgebungen, die für Menschen gebaut wurden, in wechselnden Produktionsabläufen, bei Inspektionen oder in der Landwirtschaft. Ob aus diesem Versprechen tatsächlich Nutzen erwächst, will das Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB nun praktisch klären.

Dafür hat das Institut das Humanoid Robots Experience Lab an den Standorten Karlsruhe, Lemgo und Ilmenau eingerichtet. Anwenderinnen und Anwender aus Industrie, Handwerk, Landwirtschaft, Kommunen, von Blaulichtorganisationen sowie aus dem Verteidigungs- und Sicherheitsbereich können die Technik erleben, Einsatzszenarien testen und gemeinsam mit den Forschenden konkrete Anwendungen entwickeln. Im Mittelpunkt stehen realistische Potenziale, technische Grenzen und Sicherheitsfragen. Kennenlernen lässt sich das Lab bei geplanten Opening Events. Den Auftakt macht Lemgo am 23. September 2026

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Mehr als Maschinen auf zwei Beinen

Für IOSB-Institutsleiter Professor Jürgen Beyerer reicht die Frage weit über die Mechanik hinaus. „Bei humanoiden Robotern geht es um mehr, als Maschinen auf zwei Beine zu stellen“, sagt er. Entscheidend sei, wie Künstliche Intelligenz künftig in einer Welt handeln könne, die nicht perfekt vorbereitet sei und in der Menschen die Verantwortung behalten sollten. „Wir können uns heute noch gar nicht vorstellen, was da noch alles auf uns zukommt. Aber wir können beginnen, es systematisch erfahrbar, erprobbar und gestaltbar zu machen“, so Beyerer.

Das Lab versteht sich als standortübergreifende Plattform für Erprobung, Demonstration und Transfer. Interessierte lernen die Technik anhand konkreter Vorführungen kennen, diskutieren Einsatzszenarien und entwickeln mit Fachleuten aus Robotik, KI, Sensorik und Mensch-Maschine-Interaktion erste Schritte in Richtung Pilotanwendung. Das Angebot reicht vom ersten Ausprobieren über die Bewertung von Machbarkeit und Sicherheitsanforderungen bis zu tragfähigen Anwendungsfällen und Roadmaps.

Drei Standorte, drei Schwerpunkte

Die Aufgaben verteilen sich klar. Karlsruhe konzentriert sich auf unstrukturierte, sicherheitskritische Umgebungen – etwa in Verteidigung, ziviler Sicherheit, Katastrophenschutz und Bauwesen. Dabei stehen heterogene Roboter-Teams und deren Zusammenspiel mit Menschen im Vordergrund. Lemgo widmet sich der industriellen Automation, insbesondere Manipulations- und Handling-Aufgaben in produktionsnahen Umgebungen. Ilmenau adressiert Assistenz und Inspektion in Landwirtschaft, kommunaler Daseinsvorsorge und kritischer Infrastruktur, mit Fokus auf Vernetzung und simulationsgestützte Entwicklung.

Ein relevantes Thema bleibt die verlässliche Autonomie: Die Roboter sollen ihre Umwelt erfassen, Situationen einordnen und im Team mit Menschen agieren, sicher und nachvollziehbar. Anwender können eigene Fragen einbringen: Wo unterstützen humanoide Roboter sinnvoll, welche Fähigkeiten fehlen noch, welche Sicherheitsaspekte zählen?(mc)

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