Treiber raus, Gehäuse bleibt Es muss nicht immer die komplette Leuchte getauscht werden

Von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 2 min Lesedauer

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Bei der LED-Sanierung wird oft die gesamte Anlage ausgetauscht, obwohl Gehäuse, Masten und Kabel noch verwendbar sind. Eine von Signify finanzierte Auswertung der Universität Oxford hat nun 50 dokumentierte Projekte untersucht. Die Auswertung zeigt, wann sich der Erhalt rechnet und wo die Datenbasis dünn bleibt.

Wenn das LED-Leuchtmittel defekt ist, wird oft die gesamte Leuchte inklusive Elektronik ausgetauscht. Ein Problem ist dabei der begrenzte Zugang zu Ersatzteilen.(Bild:  Signify)
Wenn das LED-Leuchtmittel defekt ist, wird oft die gesamte Leuchte inklusive Elektronik ausgetauscht. Ein Problem ist dabei der begrenzte Zugang zu Ersatzteilen.
(Bild: Signify)

Wer eine Beleuchtung modernisiert, ersetzt häufig die gesamte Anlage. Selbst dann, wenn Gehäuse, Masten und Verkabelung noch funktionieren. Eine Auswertung der Universität Oxford und des Vereins Academics for Circular Economy nimmt das genauer unter die Lupe. Sie betrachtet 50 öffentlich dokumentierte Beleuchtungsprojekte mit zirkulärem Ansatz aus zehn Sektoren, darunter Krankenhäuser, Flughäfen, Tunnel und kommunale Infrastruktur. Der Bericht „From energy efficiency to resource efficiency“ wurde von Signify finanziert.

Was die untersuchten Fälle zeigen

37 der 50 Projekte (74 Prozent) berichten von Vorteilen bei Investitions-, Wartungs- oder Finanzierungskosten. In 31 Fällen ging es um Nutzungsdauer und Lebensdauerunterstützung, in 26 um weiterverwendete Anlagenteile oder Materialien. 23 Projekte vermieden Betriebsunterbrechungen, in 20 blieb ein vollständiger Austausch aus.

Energieeinsparungen meldeten laut Signify 36 Projekte, im Schnitt 59,5 Prozent. Wie viel davon auf die LED-Technik und Steuerung zurückgeht und wie viel auf den zirkulären Ansatz, geht aus dem Bericht nicht hervor. Nur acht der 50 Fälle diskutieren überhaupt Produkt-Emissionsvorteile.

Beispiel Dublin Port Tunnel: Dort wurden rund 1.800 Lichtpunkte innerhalb der bestehenden Infrastruktur modernisiert. Signify schätzt, dass dadurch gegenüber einem vollständigen Austausch etwa drei Millionen Euro an Investitionskosten eingespart wurden. Es handelt sich um eine Schätzung des Unternehmens.

Wenn Elektronik eine Rolle spielt

Laut Bericht bestimmt die Lebensdauer der Lichtquelle nicht die Lebensdauer des Systems. LED-Packages verlieren allmählich Lichtstrom, Treiber und andere elektronische Komponenten können ausfallen. Ist das defekte Teil nicht zugänglich oder nicht lieferbar, wird oft die ganze Leuchte ersetzt. Die EU-Ökodesign-Verordnung für Lichtquellen (EU) 2019/2020 verlangt bereits austauschbare Lichtquellen und Betriebsgeräte in Leuchten. Die ESPR (EU) 2024/1781 soll künftig Anforderungen an Austauschbarkeit und Recyclingfähigkeit ergänzen. Die konkreten Beleuchtungsregeln werden erst nach 2029 erwartet.

Noch gibt es Hürden und Einschränkungen

Der Bericht hält Hindernisse für eher systemisch als technisch. Er nennt Produktdesign, begrenzten Zugang zu Ersatzteilen und Reparaturinformationen sowie Lücken bei Finanzierung, Eigentum, Daten und Fachwissen. Er rät auch nicht zum pauschalen Erhalt. Retrofit, Reparatur, Wiederaufbereitung und Austausch sollen nach Leistung, Kosten und Gesamtlebenszyklus abgewogen werden. Ein Teil der Belege stammt von Lieferanten und Planern, etwa Angaben zu Kosten oder vermiedenem Stahl. Die Modellrechnung eines Dritten zu 27 bis 45 Prozent weniger Material und Emissionen bezeichnet der Bericht selbst als noch nicht verallgemeinerbar.

Der Hersteller bündelt seine Angebote im Programm „Signify Circle“. Es umfasst nach Unternehmensangaben kreislauforientiertes Design, Ersatzteile, Erweiterungs-Kits, Lebenszyklusoptimierung und Lighting as a Service. Der vollständige Bericht ist online verfügbar. (heh)

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