Zerstörungsfreier Bauteiletest

Die Vorteile der Computertomographie in der Prüftechnik

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Geringe Stellfläche des Tomograhpen

Es ist wichtig zu wissen, dass der Preis des gesamten CT-Systems überproportional zur Leistung der Röntgenquelle steigt. Eine Möglichkeit, dem positiv entgegenzuwirken, ist es, Maschinen mit kleinerer Standfläche zu bauen. Dem entsprechen die platzsparenden Computertomographen des Modells „exaCT“, die im Vergleich zu anderen Systemen eine kleine Stellfläche benötigen. Ein weiterer Ansatz ist, mehr Leistung aus der Röntgenquelle zu generieren, was über Software realisiert wird.

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Durchdachte Softwarelösungen und automatisierte Prozesse ermöglichen es für den Anwender, das Bestmögliche aus dem Gesamtsystem herauszuholen. Wie in vielen anderen Bereichen der Technik, ist es entscheidend, die Leistung über die Software zu optimieren, wenn die Hardwareressourcen an ihren Grenzen angekommen sind. Softwarelösungen ermöglichen es, mehr Leistung aus bestehenden Systemen zu generieren, ohne die Kosten drastisch zu erhöhen. Durch die verwendeten Algorithmen wird die Eindringtiefe verbessert. In der Folge kann eine Röntgenquelle mit geringerer Leistung verwendet werden. Die nötige Abschirmung fällt kleiner aus. Es entstehen geringere Kosten. Viel Aufmerksamkeit wird bei der Softwareentwicklung zudem auf die Qualität bei der Rekonstruktion von Daten und deren Nachbearbeitung gelegt. Insbesondere im Hinblick auf Multimaterialmessung von kleinsten Features, wie es durch die Killer-Applikationen gefordert wird.

Benutzerfreundlichkeit, Geschwindigkeit und Automatisierung

Durch die Beschleunigung des Scan-Prozesses wird der Nutzen des Systems erhöht: Die reine Scan-Zeit wird schneller und die Nachbearbeitung und die Analysezeit bis hin zum fertigen Messbericht steigt ebenfalls. Die Zykluszeit wird benötigt, um das Teil um 360 Grad vor dem Detektor zu drehen. Diese Zeit variiert mit der Dichte des Objekts. Je geringer die Dichte, desto schneller der Scan. Mittels Palettenmessungen können mehrere Teile gleichzeitig in einer Umdrehung durchstrahlt werden, was die Messzeit pro Teil drastisch reduziert.

Ein weiterer wichtiger Faktor sind international anerkannte und akzeptierte Normen, die etabliert werden müssen. Moderne CT-Systeme entsprechen Normen und Standards, die vor nicht allzu langer Zeit nur durch zertifizierte taktile Messsyteme erfüllt wurden. Vor kurzem hat die Richtlinie VDI/VDE 2630, welche erstmals in Deutschland veröffentlicht wurde, erste Früchte getragen. Die anschließende Einführung ähnlicher Standards durch die ISO ermöglichen einen erweiterten internationalen Einsatz der Computertomographie für anspruchsvolle Anwendungen, bei vertretbaren Kosten.

Die Vorteile der steigenden Rechenleistung

Anders als bei einem System, welches Oberflächendaten abtastet, beschreiben CT-Daten das komplette Volumen in drei Dimensionen. Somit hat eine Verdoppelung der Teilgröße oder der Auflösung eine Verachtfachung der Dateigröße zur Folge. Ein typischer CT-Scan liefert 4 bis 16 GByte an Daten. Die Nachbearbeitungszeit, beispielsweise für die Erzeugung einer Oberfläche, hängt stark von der Rechnerleistung ab. Dank der rasanten Entwicklung der Prozessorleistung, der Einführung von Multi-Prozessor-PC-Clustern und der Entwicklung von GPUs für Videospiele, stehen den industriellen Anwendern inzwischen Supercomputer zur Verfügung, die vor nicht allzu langer Zeit nur Institutionen wie der NASA vorbehalten waren.

* Giles Gaskell ist bei Wenzel in den USA für die Anwendungstechnik zuständig.

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