Energiemanagement

Ausgeglichener Stromhaushalt für das Auto der Zukunft

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OEM-übergreifender und von der Antriebstechnologie unabhängiger Systemansatz

Auf diese Weise können die Entwicklungskosten langfristig entscheidend reduziert werden. Grundsätzlich ist dabei der generische Systemansatz OEM-übergreifend und unabhängig von der Antriebstechnologie zu realisieren. Denn, gleich ob konventioneller Antrieb, Hybrid oder Elektrofahrzeug, die Prinzipien des elektrischen Energiemanagements sind stets dieselben: Es geht um die Bilanzierung, die Energiezuteilung und die Optimierung der elektrischen Energieflüsse. Unterschiedlich sind nur die jeweiligen Randbedingungen, diese lassen sich jedoch über eine intelligent ausgeführte Konfigurierbarkeit des generischen SW-Ansatzes darstellen. Die vom OEM gewünschte Differenzierbarkeit lässt sich auf diesem Wege gleichfalls ohne Abstriche realisieren. Das spezifische Knowhow des OEM liegt in der Parameterkonfiguration, nicht in den Bits und Bytes des generischen Programmcodes.

Auch technologische Entwicklungen der Zukunft lassen sich einfach integrieren

In ein derartiges Gesamtkonzept zum elektrischen Energiemanagement lassen sich aufgrund der Schnittstellenoffenheit auch zukünftige technologische Entwicklungen einer fortgeschrittenen Elektromobilität integrieren. Hierzu seien nur zwei Beispiele angeführt:

  • Reichweitenprognose für Elektrofahrzeuge,
  • Bedarfsgesteuertes Batterielademanagement in Interaktion mit dem Stromversorger.

Zuverlässige Reichweitenprognose für Elektrofahrzeuge

Elektrofahrzeuge benötigen vor allem eine verlässliche Reichweitenvorhersage und -anzeige, denn das Aufladen unterwegs ist aufgrund der erforderlichen Ladezeiten sowie der verfügbaren Ladestationen nicht ohne weiteres möglich. In die Reichweitenbestimmung gehen vielfältige Einflussfaktoren ein: Tempo, Route, Höhenprofile, Temperatur. Es spielen aber auch scheinbar unwichtige Dinge wie die Komfortbedürfnisse des Fahrers eine Rolle,, z.B. die Nutzung der Heizungs- oder Klimafunktion. All diese Faktoren bezieht das elektrische Energiemanagement mit ein und gibt dem Fahrer eine zuverlässige, dynamische und umweltbezogene Reichweitenprognose verbunden mit einer Anzeige des Bordnetzstatus. Er ist so stets darüber informiert, ob und wie er mit einem ökonomisch optimierten Fahrverhalten sein Fahrziel mit der bestehenden Batterieladung erreichen kann.

Bedarfsgesteuertes Batterielademanagement in Interaktion mit dem Stromversorger

Ein bedarfsgesteuertes Batterielademanagement in Interaktion mit dem Stromversorger erlaubt das automatische Laden und Entladen der Batterie in Abhängigkeit vom jeweiligen Stromangebot in Verbindung mit Menge und Preis. Ist elektrischer Strom beim Energieversorger reichlich vorhanden und damit „billig“, dann lädt die Funktion die Fahrzeugbatterie, beispielsweise beim nächtlichen Parken in der heimischen Garage vollständig auf. Hier dient das Fahrzeug quasi als Energiepuffer für den Energieversorger. Ist Energie dagegen knapp und der Strompreis daher höher, beispielsweise während der üblichen Geschäftszeiten beim Parken auf dem Firmenparkplatz, dann wird die Batterie teilweise entladen. Der in das Netz zurückgespeiste Strom wird in dieser Situation an den Energieversorger verkauft und mit dem Strombezug verrechnet. Das elektrische Energiemanagement bildet die fahrzeugseitige Schnittstelle für diesen wechselseitigen Austausch und achtet darauf, dass immer ausreichend elektrische Kapazität an Bord verbleibt.

*Dr. Hieronymus Fischer ist Leiter des CoC Systemkonzepte Automotive der ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH.

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