Nach über einem Jahr Verhandlungen soll Intel laut Medienberichten künftig wieder Prozessoren für Apple fertigen. Die US-Regierung trieb das vorläufige Abkommen massiv voran und sorgte damit für einen Aufschwung der Intel-Aktie.
Wiederbelebung der Partnerschaft: Apple plant offenbar die Produktion künftiger Prozessoren in US-Werken von Intel.
(Bild: Intel Corp.)
Der Deal markiert eine Kehrtwende in der Beziehung der beiden Unternehmen. Nachdem Apple sich 2023 endgültig von Intel-Prozessoren in seinen Mac-Computern verabschiedet hatte, schien die Verbindung gekappt zu sein. Nun kehrt Apple offenbar zurück, allerdings nicht als Käufer von fertigen Intel-Chips, sondern als Kunde von Intels Foundry-Geschäft, in dem das Unternehmen Chips im Auftrag für andere herstellt. Welche Apple-Produkte künftig mit Intel-Silizium laufen sollen, ist derzeit noch unklar. Im Raum steht unter anderem die Nutzung von Intels künftigem 14A-Fertigungsprozess oder dem 18A-Prozess für die Einstiegsvarianten der M-Serie-Chips.
Die US-Regierung spielt bei diesem Geschäft eine wesentliche Rolle. Laut US-Medien soll Handelsminister Howard Lutnick intensiv an den Verhandlungen beteiligt gewesen sein und sich mehrfach mit Apple-Chef Tim Cook getroffen haben. Der Hintergrund dieser Intervention liegt in der staatlichen Beteiligung an Intel: Im August 2025 wandelte die US-Regierung 8,9 Milliarden US-Dollar an Fördergeldern in eine zehnprozentige Eigenkapitalbeteiligung um. Auch wenn diese Beteiligung passiv ist und die Regierung keine Aufsichtsratssitze innehat, gibt es ein klares Interesse am wirtschaftlichen Erfolg des Chipherstellers. Ein nicht näher benannter Regierungssprecher drückte es gegenüber Reuters so aus: „Generell wollen wir Intel helfen und haben dies auch schon getan.“ Man habe zudem versucht, „für Intel neue Geschäfte anzukurbeln."
Wall Street jubelt über den Deal
Die Nachricht über den anstehenden Milliarden-Deal schlug an der Börse ein wie eine Bombe. Die Intel-Aktie sprang um bis zu 15 Prozent nach oben und markierte ein neues Allzeithoch von über 126 US-Dollar. Damit übertraf das Papier sogar die Höchststände aus der Zeit der Dotcom-Blase im Jahr 2000. Seit dem Tiefpunkt im Sommer 2025 hat die Intel-Aktie eine beispiellose Rallye hingelegt und über 200 Prozent an Wert gewonnen. Die Apple-Aktie reagierte mit einem moderaten Plus von knapp zwei Prozent. Analysten zeigten sich begeistert; der Dienst Lynx Equity hob das Kursziel für Intel auf 175 US-Dollar an.
Für Intel-Chef Lip-Bu Tan ist die vorläufige Vereinbarung ein enormer Erfolg. Tan hatte die Führung des Unternehmens übernommen, nachdem sein Vorgänger Pat Gelsinger im Sommer 2024 schwache Geschäftszahlen präsentiert hatte. Neben dem anvisierten Deal mit Apple konnte Intel zuletzt auch eine Fünf-Milliarden-Dollar-Investition von Nvidia verbuchen. Zudem kooperieren die beiden Unternehmen bei der Entwicklung eines neuen Chips für PCs.
TSMC: Asien gibt sich gelassen
Während in den USA die Champagnerkorken knallen dürften, beobachtet man die Entwicklung im asiatischen Raum eher nüchtern. Der taiwanesische Chip-Gigant TSMC, der derzeit den Großteil der Apple-Prozessoren fertigt, hat sich bislang nicht zu den Berichten geäußert. Branchenexperten in Taiwan sehen in dem Deal jedoch keine unmittelbare Bedrohung für TSMC:
Liu Pei-chen, Ökonomin beim Taiwan Institute of Economic Research, betonte gegenüber Focus Taiwan, dass TSMC weiterhin technologisch führend sei. Insbesondere bei der Ausbeute, der Energieeffizienz und fortschrittlichen Verpackungstechnologien liege TSMC deutlich vor Konkurrenten wie Intel oder Samsung. Ein schneller und umfassender Wechsel Apples zu Intel sei deshalb unwahrscheinlich. Vielmehr sehen Beobachter in dem Schritt den Versuch Apples, seine Lieferketten zu diversifizieren. Da TSMC derzeit stark durch die hohe Nachfrage nach KI-Chips, insbesondere von Nvidia, mehr als gut ausgelastet ist, suche Apple nach Wegen, seine Produktion abzusichern und sich gleichzeitig eine bessere Verhandlungsposition gegenüber TSMC zu erarbeiten.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Noch haben weder Apple noch Intel die vorläufige Vereinbarung offiziell bestätigt. Die Tech-Welt wartet gespannt auf weitere Details zu dem Deal, der die Kräfteverhältnisse auf dem globalen Halbleitermarkt neu ordnen könnte. (mc)